Weidener Tischtennisspieler feiern 60-Jähriges: Schwierige Anfänge

Von: ehg
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Stolz auf 60 Jahre: Wolfgang Annas (Gründermannschaft), Joachim Foest (ehemaliger Abteilungsleiter), Alfons Stephan (Gründermannschaft), Bernd Waldow (Abteilungsleiter), Josef Stiel (Gründer), Herbert Bertrand (Gründer) und Peter Kremer (Gründer und erster Abteilungsleiter, v.l.). Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Vor sechs Jahrzehnten war es nicht leicht, im Handball- und Fußballdorf Broichweiden als dritte Sportart Tischtennis zu etablieren. Heute darf die Abteilung der DJK Westwacht stolz darauf sein, einer der mitgliederstärksten Vereine im Kreis Aachen zu sein. Auf den 60. Geburtstag wurde jetzt angestoßen.

Abteilungsleiter Bernd Waldow begrüßte zahlreiche Gäste von den fünf Herrenmannschaften und dem Damenteam. Dass die Westwacht so stark geworden sei, sei nicht zuletzt ein Verdienst einer intensiven Jugendarbeit mit Manfred Melswich an der Spitze. Nicht unwesentlich hätten die 31 Tischtennis-Minimeisterschaften dazu beigetragen.

Im Rahmen der Geburtstagsfeier wurden die aktuellen Vereinsmeister aller Altersklassen geehrt. Das Interesse der jüngeren und vor allem der neuen Mitglieder fanden die zahlreichen ausgestellten Dokumente, Fotobücher und Pressemappen. Eine bemerkenswerte Idee waren die zur Schau gestellten Tischtennis-Trikots.

Gründungsmitglied Peter Kremer, der die Abteilung von 1969 leitete, rief witzig und charmant die Zeit, als Tischtennis noch verächtlich „Ping Pong“ genannt wurde, in die Erinnerung zurück. Ein Spiel in Monschau zu bestreiten, sei für einen Jugendlichen damals eine „echte Herausforderung“ gewesen. Das sei nur im Rahmen eines Wochenendes mit Straßenbahn oder Postbus sowie Übernachtung in der Jugendherberge gelungen.

Der größte Erfolg

Er erinnerte auch an den Aufstieg in die Landesliga 1977, den größten sportlichen Erfolg aller Zeiten, unter dem früh verstorbenen Abteilungsleiter Dieter Marx und an die Westdeutsche Mannschaftsmeisterschaft der Schüler 1978 in der Regie des A-Trainers und späteren WTTV-Jugendwartes Alfons Stephan. Die Pflege von Kontakten mit Vereinen über die Bezirks- und auch Landesgrenzen hinaus seien – so Peter Kremer – den TT-Sportlern stets wichtig gewesen.

So zählte die TT-Abteilung der Westwacht zu den ersten Vereinen, die nach der Wende eine jahrelange Freundschaft mit einem Verein in Halberstadt pflegten. Freundschaftliche Beziehungen unterhielt sie auch zu einem Club in England und in Belgien. Die Tischtennissportler spielten vier Jahrzehnte lang im Weidener Pfarrheim an der Luciastraße. Erst dann fand sich Platz in der Turnhalle Helleter Feldchen sowie in Scherberg und an der Birkenstraße.

Nicht nur in Broichweiden hätten in der Gründungsphase kaum Turnhallen zur Verfügung gestanden. Deshalb hätten die Vereine ihren Spielbetrieb in Jugendheimen und in Sälen von Gaststätten abgewickelt. Peter Kremer erinnerte daran, dass in einer Gaststätte an der heutigen K 30 der TTC Weiden zu Hause gewesen sei, der sich später aufgelöst habe.

Leuchtendes Vorbild

Leuchtendes Vorbild für die jungen Westwachtler waren die TT-Sportler von Rhenania Würselen, die in einer Gaststätte in Grevenberg zwei Tische hatten, in der Landesliga spielten und sich später in Teilen der Westwacht anschlossen. Die erste Begegnung fand 1954 gegen die DJK Wilhelmstein Bardenberg statt. In Niederbardenberg spielte im dortigen Jugendheim die leistungsstarke DJK Roland.

Kremer schloss: „Aus bescheidenen und schwierigen, aber spannenden Anfängen hat der Tischtennissport als olympische Sportart längst weltweit Anerkennung gefunden, auch im ‚handballverrückten‘ Dorf Weiden.“ Das unterstrich zu späterer Stunde, nachdem er vom RTB Kongress in Wuppertal zurückgekehrt war, auch Westwacht-Vorsitzender Josef Kuck. Er sei stolz auf diese Abteilung.

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