Wehr probt für den Ernstfall

Von: Britta Kahlen
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Keine Marsmännchen: Die Feuerwehrmänner legten bei der Übung auch ihre Schutzanzüge an, die nach dem simulierten Einsatz gereinigt wurden. Foto: Britta Kahlen

Herzogenrath. Feuerwehrmänner laufen vorbei, Wasserschläuche werden abgerollt und eine Unmenge Wasser wird auf die Lagerhalle eines Logistikzentrums gestrahlt. Denn aus dem Inneren der Logistikhalle in Herzogenrath strömt starker Rauch. Es gibt aber keinen Grund zur Sorge.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Herzogenrath übt für den Ernstfall. Alles war perfekt inszeniert bei der Gesamtwehrübung: Es ging ein fingierter Notruf ein, und die freiwilligen Feuerwehrmänner der Löschzüge Herzogenrath, Kohlscheid und Merkstein wurden alarmiert.

Von den rund 180 Mitgliedern der verschiedenen Feuerwachen waren 80 aktive Feuerwehrmänner erschienen. Sie testeten die Zusammenarbeit der Löschzüge. „Bei einer solchen Übung geht es darum, den eingespielten Ablauf noch einmal zu kontrollieren”, so Hauptbrandmeister Thomas Hendriks. Denn in der Hektik fällt selbst ein geübter Feuerwehrmann mal über einen ausgerollten Wasserschlauch. So sollte die jährliche Gesamtübung auch der Selbstkritik der Feuerwehrmänner dienen.

Wie umfangreich die Übung am Logistikzentrum Robertz an der Industriestraße war, zeigte die große Anzahl an Feuerwehrwagen: 17 Löschfahrzeuge waren im Einsatz, unter ihnen ein Kran. Doch es wurde nicht nur der „Brand” gelöscht, es wurde auch eine Gefahrgut-Situation nachempfunden: Dabei mussten die Feuerwehrmänner in Schutzanzüge schlüpfen, die sie vor der angeblich giftigen ausgetretenen Flüssigkeit schützen sollen. Sie sollten den fachgerechten Umgang mit unbekannten chemischen Stoffen üben. Hendriks: „Hier wird das Nervenkostüm der Feuerwehrmänner trainiert.” Er erhofft sich von solchen Übungen mehr Selbstbewusstsein seiner Feuerwehrleute.

Viele Interesse

Die Öffentlichkeit nahm die Übung der Feuerwache Herzogenrath mit großem Interesse wahr: Zahlreiche Zuschauer und Bürgermeister Christoph von den Driesch waren erschienen und verfolgten gespannt das Geschehen, auch wenn sie manchmal von einem Regenguss aus Löschwasser überrascht wurden. Eine jährliche Übung reicht für die Feuerwehr indes nicht aus: So werden die aktiven Mitglieder der Löschzüge alle 14 Tage geschult, um gut vorbereitet bei dem nächsten wirklichen Brand die Bevölkerung zu schützen.

Und dann soll alles so gut klappen wie bei der Brandübung.
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