Wegen Schleichverkehr: Poller für 40.000 Euro aufgestellt

Von: gp
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Durchfahrt nur mit Fernbedienu
Durchfahrt nur mit Fernbedienung: Der Poller auf der Friedhofstraße erhitzt auf Grund der hohen Kosten durch Anschaffung und Einbau die Gemüter. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Seit über drei Monaten tut er seinen Dienst: der in der Fahrbahn der Friedhofstraße elektrisch versenkbare Poller. Flankiert wird der Zylinder von einer Lichtzeichensignalanlage im Miniaturformat.

Die meiste Zeit zeigt sie Rot. 30 Fernbedienungen sind für die Sperre, die den Weg an dem Osttangenten-Kreisel im Gewerbepark Aachener Kreuz für unbefugte Kraftfahrzeugfahrer abriegelt, im Umlauf. Landwirte, Anwohner, Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte sind damit ausgerüstet. Dem Schleichverkehr wird dort damit Einhalt geboten.

Dies sei schließlich auch der von der Politik gewünschte Effekt, erklärt Stadtsprecher Bernd Schaffrath auf Anfrage. Von Hand umlegbare Poller, so wird immer wieder moniert, würden viel zu häufig nicht wieder aufgestellt und verschlossen.

Immer wieder war es aber in diesem Bereich zwischen Schleichverkehren, Fußgängern, Radfahrern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu Konflikten gekommen. Bereits bei der Planung der Broichweidener Ortsumgehung seien zwei versenkbare Poller bei der Städteregion als Straßenbaulastträger des 11,5-Millionen-Euro-Projekts von der Würselener Politik quasi auf den Wunschzettel geschrieben worden, blickt Schaffrath zurück.

Der Ratsbeschluss erfolgte damals einstimmig. Dass die Anschaffung allerdings so kostspielig werden würde, sei der Stadt seinerzeit nicht mitgeteilt worden. Dementsprechend seien Rat und Verwaltung „aus allen Wolken gefallen”, als die von der Städteregion angeschafften Poller präsentiert wurden.

110.000 Euro hätte der Einbau des Pollers auf der Friedhofstraße und eines weiteren auf der Kerstengasse gekostet. Das hatte im Juni 2011 sogar den Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen, der schimpfte, diesen „Gold-Pollern” müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Zu spät! Die elektrischen Poller waren da und landeten erst einmal auf dem Betriebshof.

Vom Einbau einer Sperre an der Kerstengasse habe man Abstand genommen, sagt Bernd Schaffrath, weil dorthin ein fünf Kilometer langes Stromkabel hätte verlegt werden müssen. Das Ordnungsamt kontrolliere diesen ebenfalls wegen Schleichverkehrs neuralgischen Punkt. Auch diese Kosten für den Personalbedarf sollten nicht außer Acht gelassen werden, betont der Stadtsprecher.

Der Bereich Friedhofstraße sei in den vergangenen Monaten ebenfalls immer wieder überprüft worden. Dort sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass einer der vorhandenen Poller eingebaut werden sollte. Die Kosten von 40.000 Euro dafür splitteten sich in 15.000 Euro für die Anschaffung und 25.000 Euro Einbaukosten. Aktuell gebe es Überlegungen, den anderen Poller der Bauland Würselen GmbH zu verkaufen, die die variable Sperre im Baugebiet Kapellenfeldchen installieren könnte.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Poller in der politischen Debatte in Würselen für Wirbel gesorgt. Empört hatten Sprecher der Fraktionen kritisiert, dass man nicht über die hohen Kosten informiert worden sei. Um Verwaltungs- und Beschlusswege zu verkürzen, sei der gesamte Ausbau der Osttangente in die Hände der Städteregion gelegt worden.

Aufgrund der Tatsache, dass dort auch die Kommunalaufsicht angesiedelt sei, die die Stadt immer wieder zum Sparen anhalte, habe man die grundsätzlich gefassten Beschlüsse dort in guten Händen gewähnt. Bei solch hohen Kosten habe man erwarten dürfen, dass die Stadt vor der Auftragsvergabe darüber informiert worden wäre.
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