„Wege gegen das Vergessen”: An Schicksale jüdischer Opfer erinnert

Von: Stefan Schaum
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Die Erinnerung an jüdische Op
Die Erinnerung an jüdische Opfer wachhalten: Dafür setzen sich die Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann (Mitte) sowie die Mitglieder des Arbeitskreises „Wege gegen das Vergessen”, Dr. Joachim Helbig, Bernd Krott, Hubert Wamper und Sofie Sequeira (v.l.), ein. Foto: Stefan Schaum

Herzogenrath. Neue Spuren finden sich nicht selten ganz unverhofft. Mal meldet sich ein Hinterbliebener nach einem Artikel in der Zeitung, mal stößt ein Angehöriger im Internet auf den Herzogenrather Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen”.

Dessen Mitglieder haben im Lauf der vergangenen Jahre viele Gespräche geführt und etliche Archive durchforstet. Um das Leben und das grausame Schicksal von Menschen aufzuzeigen, die einst in Herzogenrath lebten - den jüdischen Opfern des Nazi-Regimes.

Die „Gedenkblätter für die verfolgten jüdischen Mitbürger Herzogenraths” sind jetzt in der dritten Auflage - nach 2004 und 2006 - erschienen. Auf jeder der gut 40 Seiten des Heftes findet sich ein Lebenslauf, oft auch ein Foto. Darunter steht meist das Datum der Deportation und das des Todes.

Selten liegen diese Daten weit auseinander. Theresienstadt, Auschwitz - in der Regel sind Konzentrationslager die letzten Stationen dieser Leben. Mitunter aber verliert sich die Spur völlig. „Wir bemühen uns, das Leben dieser Menschen Stück für Stück nachzuvollziehen”, sagt Arbeitskreismitglied Sofie Sequeira.

Auch Archive im Ausland dienen als Quellen. Jüngst erst fanden sich Hinweise darauf, dass die 1919 in Herzogenrath geborene Edith Rubens nach England entkommen konnte. Dort soll sie in der Hilfsarmee gearbeitet haben. Dieses neue Detail ist ein Erfolg für die Ehrenamtler. Es gibt noch einige mehr, deshalb wurde die Neuauflage erforderlich.

„Wir bleiben dran”, sagt Sequeira, „unsere Nachforschungen gehen nonstop weiter.” Vor allem den Internet ist eine wichtige Quelle geworden. „So sind wir zum Beispiel auf Angehörige gestoßen, die weit entfernt leben aber noch Wertvolles erzählen können.” Online sind auch die Gedenkblätter abrufbar, zudem wurden 600 Hefte gedruckt, die im Rathaus, im Klösterchen an der Dahlemer Straße und im Bürgerhaus Kohlscheid erhältlich sind.

Auch Schulen sollen sie zur Verfügung stehen, wie Arbeitskreismitglied Bernd Krott betont. „Das ist eine Möglichkeit, im Unterricht den Jugendlichen ein dunkles Kapitel der Herzogenrather Geschichte hautnah zu vermitteln.”
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