Weg in die Verwaltungsburg freigeböllert

Von: -ks-
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Oberst Andreas Raffetseder ließ die Kanone der Merksteiner Gardekanoniere sprechen. Foto: Karl Stüber
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Die Rathauserstürmung in Herzogenrath mit einer originellen Aktion für einen guten Zweck genutzt: Birgit Kuballa gehörte zu den guten Feen, die abzuschneidende Schlipse gegen Spenden für die Aktion „Kindermahlzeit“ eintauschte. Foto: Karl Stüber
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Narren und Kinder an die Macht: Dem Kinderprinzenpaar Luka I. und Alexandra I. und den anderen Tollitäten überreichte Bürgermeister Christoph von den Driesch Kapitulationsurkunde und Stadtschlüssel.
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Erster Beigeordneter Hubert Philippengracht wurde gefesselt abgeführt.

Herzogenrath. Ohrenbetäubende Kanonenschläge und die Grundfesten des Rathauses erschütternde Karnevalsmusik sowie -gesänge verfehlten nicht ihre Wirkung. Bürgermeister Christoph von den Driesch musste sich eingestehen, dass die Verwaltungsburg an Fettdonnerstag nicht mehr zu verteidigen war. Von den Zinnen herab bettelte er darum, dem Kampf ein Ende zu machen: „Ich will endlich festgenommen werden!“

Immer mehr Verteidiger liefen trotz Eid oder Dienstverpflichtung zu den entschlossen angreifenden Jecken unter Kommando des Vorsitzenden des Ausschusses Herzogenrather Karneval, Stephan Rauber, über. Der schwang das Mikrofon triumphierend wie ein Zepter.

Kämmerer gefesselt

Als Oberst Andreas Raffetseder das Geschütz der Merksteiner Gardekanoniere namens „Günther“ auf den Haupteingang richten und die letzten beiden Torwachen wegböllern ließ, besetzten die siegreichen Bataillone der Herzogenrather Karnevalsgesellschaften und unorganisiertes Fußvolk die Verwaltungshallen. Die diktierten Kapitulationsbedingungen unterschrieb der unterlegene Bürgermeister mit zitternder Hand, nachdem ihm die Fesseln auf Bewährung abgenommen worden waren.

Auf die Bühne wurde auch der gut vertäute Erste Beigeordnete Hubert Philippengracht gezerrt. Gerade erst vom Stadtrat zum Kämmerer befördert, hatte er noch versucht, durch einen Hinterausgang zu entkommen und mit der kommunalen Kasse durchzubrennen. Entschlossen zupackende Kostümierte verhinderten die Pleite der Stadt und den damit verbundenen Verlust ihrer gerade erst gewonnenen Macht im Rathaus an einen von der Kommunalaufsicht eingesetzten Sparkommissar, der sogleich Bier und Wurfmaterial als unnötige freiwillige Ausgaben gestrichen hätte.

Die Tollitäten der Stadt Herzogenrath genossen sichtlich die Übergabe der Stadtschlüssel. Umringt von ihrem Gefolge nahmen das Kohlscheider Dreigestirn mit Prinz Björn, Bauer Daniel, Jungfrau Greta, das Merksteiner Prinzenpaar Reiner I. und Chrissy I. sowie das Kinderprinzenpaar Luka I. und Alexandra I. die Symbole der Macht entgegen.

Technische Probleme mit der Musik, die zum Gesang des Kinderprinzenpaares eingespielt werden sollte, bliesen Musiker des Harmonie-Vereins Cäcilia einfach hinweg – und Alexandra I. und Luka I. ließen sich nicht beirren.

Als gute Idee und Aktion erwies sich das Angebot, vor Ort aussortierte Krawatten gegen eine Spende für die Aktion „Kindermahlzeit“ zu erwerben. Allerdings musste der das Stoffteil Erwerbende vor Ort sogleich unter Beweis stellen, dass er in der Lage ist, aus eigener Kraft den Halsschmuck zu binden. Gedankt wurde ihm diese Fertigkeit mit einem glatten Schnitt, denn berüchtigte Alte Weiber waren sogleich mit der Schere zur Stelle. Bleibt zu hoffen, dass für den guten Zweck ebenfalls ein guter Schnitt an Einnahmen erzielt wurde.

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