Wasserschäden bedrohen Lebenstraum

Von: Karl Stüber
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Kinderzimmer unbewohnbar: Das von den Wänden aus dem Erdreich aufgesogene Wasser hat Putz und Tapeten aufquellen lassen. Zudem haben sich Risse gebildet, weil die Hausfront Richtung Straße zu kippen droht, wie Nicole und Thomas Tiesarzik befürchten. Foto: Karl Stüber
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Auch in der Fassade haben sich Risse gebildet, wie hier Nicole Tiesarzik anzeigt. Foto: Karl Stüber

Aldenhoven/Alsdorf. Es sollte die Verwirklichung eines Lebenstraums werden – und es fing alles eigentlich auch gut an. Mittlerweile ist aber das Haus, das Nicole und Thomas Tiesarzik an der Sandgracht in Freialdenhoven (Aldenhoven) vor fünf Jahren gekauft und zwei Jahre lang renoviert hatte, zum Albtraum für sie und ihre zwei Kinder Louis (6) und Michelle (18) geworden.

Jetzt müssen sie wegen akuter Einsturzgefahr ausziehen und haben vorübergehend eine neue Unterkunft in Alsdorf gefunden. Die evangelische Gemeinde dort stellte ihnen eine leerstehende Küsterwohnung zur Verfügung. Derzeit schafft die Familie ihre Habseligkeiten von Freialdenhoven nach Alsdorf, will aber ihren ersten Wohnsitz weiterhin in der Gemeinde Aldenhoven behalten, denn die Hoffnung auf eine Lösung und die Rettung des Hauses hat sie nicht aufgegeben.

Auch das Nachbarhaus in Freialdenhoven weist nach den Brüchen der Frischwasserleitung Schäden auf, zeigt sich jedoch auf Grund eines Teilneubaus, der zuvor erfolgte, als resistenter, erzählen die Tiesarziks.

Nach dem vierten Rohrbruch – der erste massive trat vor drei Jahren auf – hat das Verbandswasserwerk Aldenhoven, dessen Betrieb dem EWV übertragen ist, offenbar das Flicken der Leitung aufgegeben und eine neue „durchgeschossen“, haben die Betroffenen beobachtet.

Hausfront kippt zur Straße

Für die Betroffenen sind Ursache und Wirkung völlig klar: Das austretende Wasser hat das Erdreich völlig durchweicht, ja teilweise Hohlräume verursacht. Das Gemäuer des Hauses, das im Jahre 1956 errichtet wurde, saugte sich wie ein Schwamm voll. Tapete durchweichte, Putz zersetzte sich.

Und was das Schlimmste ist: Der vordere Teil des Hauses neigt sich mit der Unterkellerung immer weiter Richtung Straße, die Risse werden stetig massiver. „Die Haustüre fällt nicht mehr einfach zu, sondern öffnet sich nach außen“, erzählt Thomas Tiersarzik, der nach einem schweren Unfall vor elf Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Und dieses Fortbewegungsmittel rollt, wenn man es lässt, wie von Geisterhand bewegt im Haus in Richtung Straße – kein Wunder bei der fortschreitenden Absenkung. Mit der Zeit musste die Familien Raum für Raum aufgeben, weil sie nicht mehr bewohnbar waren. Zuletzt lebten sie im Erdgeschoss auf nur wenigen Quadratmetern, mussten den Hund abgeben, weil sie dem recht großen Tier die Enge nicht mehr zumuten wollten.

Warum die Verzögerung beim Beheben der Probleme? Das Ganze hat sich zwischenzeitlich als hochkomplexe Geschichte erwiesen. Schließlich geht es um viel Geld. Und wer kommt zu welchem Anteil dafür auf? Letztlich stellt sich auch die Frage, warum die Frischwasserleitung, die unter der Straße vorm Haus verläuft, mehrfach und das in recht kurzen Abständen brach. Ist letztlich der ehemals Bergbautreibende verantwortlich? Gutachter zogen ihre Kreise im Haus, von der Gebäudeversicherung, den Betroffenen und vom Landgericht beauftragt. Es droht ein langer Rechtsstreit.

Nun zeichnet sich zumindest mehr Gesprächsbereitschaft zwischen den Kontrahenten ab. Der Anwalt der Eheleute Tiesarzik hat den Parteien mitgeteilt, dass alle an einen Tisch zusammenkommen sollten, um Möglichkeiten einer Lösung auszuloten, wie die Betroffenen berichten.

Dies begrüßt auf Nachfrage unserer Zeitung Yvonne Rollesbroich, Sprecherin des Verbandswasserwerks Aldenhoven, ausdrücklich. Zu dem „laufenden Verfahren“ wollte sie allerdings keine Stellungnahme des Unternehmens abgeben.

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