Alsdorf - Wassereinbruch im Neubau des Kultur- und Bildungszentrums

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Wassereinbruch im Neubau des Kultur- und Bildungszentrums

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Welchen Schaden das ausgelaufene Wasser im Neubau angerichtet hat, müssen Gutachter klären.
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Welchen Schaden das ausgelaufene Wasser im Neubau angerichtet hat, müssen Gutachter klären.

Alsdorf. „Wir sind völlig fertig – und schwer enttäuscht!“ Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter der Stadt Alsdorf, hat gerade die Fraktionen im Stadtrat über einen schweren Rückschlag in dem kurz vor der Fertigstellung stehenden Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz) informiert und beschreibt auf Nachfrage unserer Zeitung den immensen Wasserschaden, der am Wochenende in weiten Teilen des Neubaus aufgetreten ist.

Kleine Ursache, große Wirkung: Eine erst vor wenigen Wochen eingebaute Frischwasserleitung in der Zwischendecke des ersten Obergeschosses nahe den Räumen, die für die Schulleitung und Verwaltung des Gymnasiums vorgesehen sind, war an einer Steckverbindung wieder auseinandergerutscht.

Das Wasser muss im Zeitraum zwischen Freitagabend und Montagfrüh ungehindert ausgetreten sein. Regelmäßige Kontrollgänge im Inneren des Gebäudes finden noch nicht statt. Der Schaden blieb so unbemerkt. Da war das Malheur am Montag groß. Eigentlich hätte jetzt die technische Endabnahme des Gewerkes stattfinden sollen.

Wie bereits am Montag festgestellt wurde, ist am Wochenende eine Frischwasserleitung in der Decke des ersten Obergeschosses nahe der für die Schulleitung des Gymnasiums vorgesehenen Räume undicht geworden sein. Die austretende Wassermenge war so groß, dass nicht nur weite Teile des 1. Obergeschosses betroffen ist. Das Wasser drang über den Boden auch in das Erdgeschoss ein, lief über Wände und Stützpfeiler weiter und sickerte in das Untergeschoss ein.

Dort wurden die drei Turnhallen heftig in Mitleidenschaft gezogen. Der rund 20 Zentimeter mächtige Schwingboden saugte sich voll. Nicht betroffen wurde zum Glück das zweite Obergeschoss, in dem bereits die teure Ausrüstung für die naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume installiert ist.

Hauptsächlich betroffen sind große Teile der Räume, die für das städtische Gymnasium vorgesehen sind, aber auch erhebliche Flächen der Realschule. Der geplante Umzug der beiden Schulen von Ofden in das Kubiz auf das Anna- gelände, der mit Ende des Schuljahres anrollen sollte, um fürs Schuljahr 2016/17 den Schulbetrieb starten zu können, ist zwar noch nicht offiziell abgesagt, kann aber auf Grund der aufgetretenen Schäden und der sicherlich Monate dauernden Reparaturen nach menschlichem Ermessen nicht zeitgerecht stattfinden.

Die mit der Realisierung des Kubiz beauftragte Grund- und Stadtentwicklungsgesellschaft hat laut Technischer Geschäftsführerin Kathrin Koppe nach Dokumentation der Schadensstelle und gerichtsfester Sicherung des Rohrstücks, das nach seinem Einbau offensichtlich wieder auseinandergerutscht war, umgehend begonnen, Heizlüfter einzusetzen, den gerade erst frisch verlegten Linoleumboden wieder herauszureißen und auch die betroffenen Wände abzureißen.

Die Dämmung in den Wänden hatte sich mit Wasser vollgezogen. Zwei Gutachter haben den Schaden bereits in Augenschein genommen, ein weiterer folgt. Erster Beigeordneter Kahlen geht davon aus, dass die Schäden entsprechend von Versicherungen getragen werden. Das neue Kubiz sollte eigentlich am 1. Juli fertiggestellt an die Stadt offiziell übergeben werden.

„Wir brauchten eigentlich nur noch etwas Farbe aufbringen, noch fehlende Teile des Bodens verlegen, dann hätte nach einer Grundreinigung der Umzug der beiden Schulen starten können“, bedauert die Technische Geschäftsführerin Koppe.

Es droht die „Entkernung“ des Gebäudes in weiten Teilen des ersten Obergeschosses, des Erdgeschosses und des Untergeschosses, in dem drei Turnhallen untergebracht sind. Koppe bestätigte: „Wenn sich erst die Dämmschicht in den Trockenausbauwänden mit Wasser vollgesogen hat, kriegt man die praktisch nicht mehr trocken.“

Im Untergeschoss wurde beispielsweise zwar die Pelletheizung nicht in Mitleidenschaft gezogen, die beiden die Heizung unterstützenden Gaskessel offenbar sehr wohl – zumindest die Podeste, auf denen sie stehen. Gerade im Untergeschoss, dem Sportbereich, in dem sich das Wasser massiv sammelte, sieht es übel aus. Hier blieb laut Koppe zumindest die Umkleide unbeschädigt.

Zudem sacke die Isolationsschicht in sich zusammen. Ganz zu schweigen von der Gefährdung durch Schimmelpilzbildung – gerade in Schulgebäuden, wenn feuchtes Material nicht ausgetauscht wird. Es hilft nichts: Die betroffenen doppelt verplankten Gipskartonwände müssen raus. Neben dem Innenausbau werden bereits teilweise aufgebaute Einrichtung und Ausrüstung sowie die Haustechnik Schaden genommen haben. Der genaue Umfang der Schäden steht noch nicht fest.

Laut GSG-Geschäftsführer Hafers werden trotz allem die veranschlagten Baukosten in Höhe von 33 Millionen Euro eingehalten.

Übrigens: Das Stück schadhafte Wasserleitung soll zur Materialprüfung zu einer Fachfirma nach Düsseldorf gebracht werden.

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