Warum Abstimmungen nicht immer einfach sind

Von: te
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Mitmachen war angesagt: Landtagspräsident Dr. Gerhard Papke beantwortete gerne die Schülerfragen. Foto: Tobias Esser

Würselen. Den Landtagspräsidenten mit Fragen zu bombardieren: Die Schüler der vierten Klassen der Wurmtalschule Morsbach und Scherberg hatten jetzt die Möglichkeit dazu. Im Rahmen eines Landtags-Projekts besuchen seit 2006 Mitglieder des Präsidiums Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Vorrangig soll das Interesse der Schüler am Parlament geweckt werden – ohne Unterschied zwischen den Schulformen. Im Mittelpunkt stehen stets die Fragen der Schüler, wie Dorothea Dietsch, Leiterin des Sachbereichs „Jugend und Parlament“, betonte. Dietsch erläuterte zunächst den Landtag und klärte, was die Symbole im Wappen von Nordrhein-Westfalen bedeuten.

Dabei konnten die Würselener Schüler mit ihrem Wissen auftrumpfen. Ihre Lehrerinnen hatten sie bestens vorbereitet. Eine Schülerin erläuterte, dass das Pferd im Wappen für Westfalen steht, der Fluss für das Rheinland und die Rose für das Land Lippe. Danach stand Dr. Gerhard Papke (FDP), 3. Vize-Präsident des Landtags, für Fragen zur Verfügung. Zunächst ging es um grundlegende Dinge der Politik.

Was bedeutet Meinungsfreiheit? Warum dürfen Kinder nicht mit ihren Eltern in eine Wahlkabine gehen? Wann werden Land- und Bundestag gewählt? Wie viele Mitarbeiter gibt es im Landtag?

Als ein Schüler fragte, warum die Schule nicht erst um 9 Uhr anfangen könnte, damit man morgens nicht so müde sei, lud Papke zur Probe-Abstimmung ein. Das Ergebnis war – wenig überraschend – eine überwiegende Mehrheit für den Schulbeginn um 9. Dann wurde das Für und Wider diskutiert. Als Papke anführte, dass die Kinder bei späterem Schulbeginn auch eine Stunde später zu Hause seien, wurden alle nachdenklich.

Modellprojekt in Aussicht

Die zweite Abstimmung war dann nicht mehr so eindeutig, Befürworter und Gegner hielten sich die Waage. Mit Hilfe dieses Beispiels erklärte Papke, dass Abstimmungen nicht immer so einfach sind, wie sie scheinen. Als die Frage aufkam, warum man in der Grundschule nicht alles lernen könne bzw. wieso nicht noch die Klassen 5 und 6 zur Grundschule gehören, meldete sich Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) zu Wort.

Sie betonte die Aktualität dieser Frage und verkündete, dass ab dem nächsten Schuljahr vereinzelte Modellversuche mit Schulen vom 1. bis 10. Schuljahr starten werden. Weiter wurde Papke zum Alltag eines Politikers befragt. Ob es denn auch manchmal lustig sei in einer Sitzung oder ob man als Politiker viel Freizeit habe, löcherten die Schüler den Landtagspräsidenten.

Dieser betonte, „dass man als Politiker nie so richtig Feierabend habe: „Trotzdem macht es mit sehr viel Spaß.“ Papke war begeistert von den Schülern der Wurmtalschule und lobte ihr Engagement als „außergewöhnlich für eine Grundschule“.

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