Warten auf grünes Licht für Parkanlage

Von: Georg Pinzek
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St. Sebastian
Platz für einen Kirchgarten: Die große Asphaltfläche zwischen „An St. Sebastian“ und Kirche ist so sicher kein Schmuckstück. Foto: Georg Pinzek
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Würselen. Die Verkehrssituation im Schatten des Würselener „Doms“ hat sich deutlich verbessert. Da wird sich kein Widerspruch regen. Die Art und Weise der Stadtgestaltung ist hingegen immer Geschmackssache, bietet besonders in der „Düvelstadt“ Raum für Kontroversen.

Das Dauerprovisorium in direkter Nachbarschaft zum Markt-Ausbau war – da sind sich aber alle einig – scheußlich, unübersichtlich und damit gefährlich. Endlich sind die Straßen rund um die „Sebastianusinsel“ in einem befahrbaren Zustand. Mehr noch: Das städtische Eingangstor kann sich durchaus sehen lassen, wenn die im Rathaus beschlossene Begrünung noch hinzukommt.

Hochbebauung ist vom Tisch

Bäume pflanzen die Mitarbeiter der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW) in ein paar Wochen. Beete sollen teils mit „Goldteppich“ und „Goldsturm“ als bodendeckende Gehölze bestückt werden, aber auch Rosen der Sorte „Gräfin Diana“ oder „The Queen Elisabeth Rose“ werden gepflanzt. „Mit der Verkehrslösung haben wir einen wichtigen Abschnitt positiv gestaltet“, bilanziert Bürgermeister Arno Nelles. Aber was wird aus der stattlichen Asphaltfläche zwischen dem Straßenraum „An St. Sebastian“ und der Mauer nebst Kirchenwiese?

„Eine Hochbebauung ist vom Tisch“, das bekräftigt Bürgermeister Arno Nelles. Denn eine Hochbebauung, wie seinerzeit von den Planern des Innenstadtumbaus konzipiert, um den Markt zu fassen, hatte wiederum viele Würselener aus der Fassung gebracht. Sie wollten sich die freie Sicht auf St. Sebastian nicht verbauen lassen. Wie sieht aber eine Alternative aus?

Die Absperrgitter und Findlinge, die das wilde Parken auf der Fläche verhindern, findet niemand schön. Ein kleiner Park könnte diese zentrale Stelle aufwerten. Noch hat die Grünanlage unter dem Arbeitstitel „Kirchgarten“ nur als Vorentwurf Kontur angenommen. Ein Investor würde sich dabei gerne engagieren, wenn er bei einem Projekt auf der „Sebastianusinsel“ zum Zuge kommt. Auch dafür gibt es bereits entsprechende Vorentwürfe.

„Barrierefreie Mehrfamilienhäuser sind dort angedacht“, bestätigt Technischer Beigeordneter Till von Hoegen. Der Investor zeige Interesse an dem Koppelgeschäft. „Innenstadtnahe Wohnungen sind in Würselen sehr stark nachgefragt“, weiß Bürgermeister Nelles. „Mit Blick auf den demografischen Wandel passt so ein Projekt sehr gut ins Konzept“, bekräftigt von Hoegen. „Wir warten auf eine Entscheidung der Kirchengemeinde.

Eine parkähnliche Gestaltung der Fläche müsse dann beizeiten mit dem Rat diskutiert werden. Ich hatte gehofft, dass wir dabei schon viel weiter wären und unmittelbar im Anschluss an den Straßenausbau hätten loslegen können. Offenkundig gibt es bei der Kirchengemeinde noch Klärungsbedarf“, sagt von Hoegen.

Kein Geheimnis ist die Tatsache, dass das Pfarrheim einen großen Sanierungsstau hat. Von mehreren 100.000 Euro ist die Rede. Durchgerechnet werden muss die Sanierung oder ein Neubau in der Nachbarschaft. Das geschieht im Rahmen des Kirchlichen Immobilienmanagements (KIM).

„Es sind definitiv keinerlei verbindliche Entscheidungen in irgendeiner Richtung gefallen. Es wird geprüft. Die Erstellung einer Machbarkeitsstudie wird hoffentlich zu Beginn des zweiten Quartals abgeschlossen sein. Dann werden die Gremien der Pfarrei über das Ergebnis informiert und die geeignete Form der Information der Öffentlichkeit beschließen“, stellen Pfarrer Rainer Gattys, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Pfarrei St. Sebastian, sowie die Stellvertreter Ralf Pütz und Herbert Mack in einer gemeinsamen Erklärung auf Anfrage unserer Zeitung fest.

Im Rahmen des KIM-Prozesses müsse entschieden werden, welche bisher pastoral genutzten Räume nicht mehr bei Sanierungsmaßnahmen in Zukunft mit Zuschüssen aus Kirchensteuermitteln versehen werden. Der Umfang betrage ein Drittel der umbauten Kubatur. Das bedeute aber keineswegs, dass diese Räume zwangsläufig nach der Entscheidung nicht mehr zur Verfügung stehen, verkauft, geschlossen oder sogar abgerissen würden. Es bedeute zunächst lediglich, dass bei großen Sanierungsmaßnahmen keine Kirchensteuermittel mehr zur Verfügung stünden. Da die Betriebsmittel weiter in der Sachkostensäule berücksichtigt seien, sei kein Gebäude von einer akuten Schließung bedroht.

Stillschweigen vereinbart

Der KIM-Prozess bestehe aus zwei Phasen: einmal der Erstellung der KIM-Liste (in Zukunft nicht mehr bezuschussten Gebäude) und zum zweiten den Überlegungen des Umgangs mit diesen Gebäuden in der Zukunft. Konkret heiße das, dass alle Möglichkeiten einer anderweitigen Nutzung, einer Umwidmung, eines Verkaufs oder einer Umgestaltung geprüft, die Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit erhoben und letztlich die Genehmigungsfähigkeit erfragt werden müssen.

„Wegen der hohen Sensibilität der Materie haben die pfarrlichen Gremien bis zur Fertigstellung der Machbarkeitsstudie und deren Präsentation in den Gremien der Pfarrei Stillschweigen vereinbart“, heißt es in der Stellungnahme des Kirchenvorstands.

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