Wahlen bei Blau-Weiß Alsdorf zu Jahresbeginn sind nichtig

Von: Holger Bubel
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Sinnbildlich: Das alte Vereinsheim hat ebenso wie der Hauptverein Blau-Weiß Alsdorf einmal bessere Zeiten erlebt. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Rollt jetzt in der kommenden Fußballsaison der Ball auf dem Gelände der Kampfbahn Göbbelsstadion oder rollt er nicht? Und wenn ja: Von Kindern und Jugendlichen des neu gegründeten JSV Alsdorf (wir berichteten) getreten oder von den Senioren des SV Blau-Weiß Alsdorf? Oder doch einer blau-weißen Jugendabteilung? Hinter den Kulissen geht der Streit jedenfalls in die nächste Runde.

Ein Treffen der Vorstandsmitglieder von Blau-Weiß mit Bürgermeister Alfred Sonders und Sportdezernent Stephan Spaltner zur Nutzung der Plätze blieb unkommentiert.

„Wir wollen uns zunächst Anfang der kommenden Woche mit den JSV-lern zusammensetzen”, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus. Erst dann werde man entscheiden können, wie es mit der Anlage und dem Spielbetrieb weitergehen könnte. Dass die Zeit drängt, sollte den Verantwortlichen im Rathaus klar sein, nach den Sommerferien startet die Saison.

„Wir haben alle Voraussetzungen geschaffen, um mit dem JSV in den Spielbetrieb einsteigen zu können. Wir haben einen Verein gegründet und die Gemeinnützigkeit beim Finanzamt beantragt, eine Satzung verabschiedet und alle Fristen eingehalten”, sagt JSV-Vorsitzender Norbert Leschnik. Die 18 Mannschaften der ehemaligen Blau-Weiß-Jugendabteilung seien als JSV gemeldet. Was jetzt nur noch fehle, sagt Leschnik, sei die Zusicherung der Fußballplätze von der Verwaltung. Das Problem: Blau-Weiß Alsdorf ist bislang der Pächter der Göbbelskampfbahn.

Unterdessen treten weitere Details aus dem Umfeld der Protagonisten ans Tageslicht. Selbst das Amtsgericht hat jetzt ein gewichtiges Wort gesprochen. Die Vorstandswahlen zu Beginn dieses Jahres sind nämlich laut juristischer Instanz hinfällig. Ein Verfahrensfehler bei den Wahlen - es wurde eine nicht satzungsgemäße Blockwahl durchgeführt - macht die Stimmabgaben ungültig: „Da die Satzung des Vereins eine Blockwahl nicht ausdrücklich gestattet, ist die Wahl unwirksam und der gesamte, neu gewählte Vorstand nicht im Amt”, heißt es in dem entscheidenden Passus des Schreibens, das Norbert Leschnik in seiner Funktion als (vermeintlich) neuer 2. Vorsitzender beim Antrag zur Aufnahme ins Vereinsregister zur Antwort erhalten hatte.

Das bedeutet: Der „alte” Vorstand mit Günter Beckers als Vorsitzender ist noch im Amt und auch in der Haftung, alle Beschlüsse, die vom „neuen” Vorstand gefasst wurden, sind nichtig. Was nicht zuletzt auch das angestrebte Vereinsausschlussverfahren bei der Vorstandssitzung in der vergangenen Woche gegen Norbert Leschnik, Norbert Kazmierzak und Josef Ziemons betrifft.

Unschöne Entwicklung

Günter Beckers und sein eigentlich abgewählter Vorstand sind jetzt aufgerufen, schnellstmöglich eine Mitgliederversammlung anzuberaumen, um einen geschäftsführenden Vorstand zu konstituieren. Ob dem Michael Maul angehören wird, ist ungewiss: „Ich wollte dem Verein Strukturen verleihen, einmal zurückblicken und sagen, dass es sich gelohnt hat. Seit meiner Tätigkeit im Vorstand habe ich mehr als nur Zeit investiert”, zeigt sich Maul von der unschönen Entwicklung bei Blau-Weiß enttäuscht. Einer Entwicklung, die noch nicht am (unrühmlichen) Ende angelangt scheint.
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