Nordkreis - Wärmebild-Aktion für Mieter und Hausbesitzer

Wärmebild-Aktion für Mieter und Hausbesitzer

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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„Heiße Kerle“: Thermograph Stefan Krämer (l.) und Energieberater Gerhard Weiß leuchten im Monitor der Wärmebildkamera.

Nordkreis. Stefan Krämer zieht erst dann um die Häuser, wenn es knackig kalt ist. Und nur tief in der Nacht, denn sonst macht die ganze Sache keinen Sinn. Wer Bilder mit der Wärmebildkamera machen will, sollte besser kein Langschläfer sein.

Jetzt, im Winter, ist der Diplom-Ingenieur ein gefragter Mann. In den kommenden vier Monaten will er in der ganzen Städteregion Aufnahmen machen und so Mietern und Hausbesitzern aufzeigen, wo Heizwärme durch Ritzen oder mangelnde Dämmung flöten geht.

Die Verbraucherzentrale in Alsdorf koordiniert erneut eine Thermografie-Aktion für die Städteregion. Zum vierten Mal koordiniert Energieberater Gerhard Weiß die Termine. „Die Resonanz auf das Angebot war bislang recht gut“, sagt er. Gut 60 Thermografien waren es im vergangenen Jahr. Der Bedarf ist im Grunde weitaus größer, sagt Stefan-Krämer. „Hierzulande gibt es einen immensen Bedarf an energetischer Sanierung.“

Per Infrarot

Etwa drei Viertel aller Gebäude seien so gut wie gar nicht gedämmt, sagt er. Selbst bei Neubauten stößt er oft auf verbesserungswürdige Stellen. An Fenstern, im Dach – wo die Wärme nach außen dringt, machen seine Infrarotaufnahmen deutlich. Wer in einem Gebäude wohnt, das vor Beginn der 1980er Jahre gebaut wurde, sei gut beraten, eine Thermografie in Anspruch zu nehmen, sagt Stefan Krämer. Alleine ist er selten, wenn er nachts ab 3 Uhr die Kamera auspackt. „Die meisten Kunden wollen sehen, wie ich arbeite.“ Und so kann er meist schon vor Ort ein paar „Energieschlupflöcher“ zeigen, bevor in einem weiteren Schritt ein Energieberater eine detaillierte Auswertung präsentiert.

Wer den Thermografen bestellt, sollte übrigens auch seine Nachbarn informieren. „Ich steige mit der Kamera auch über den Gartenzaun – da sollte besser niemand gleich die Polizei rufen“, sagt Krämer, der es auch begrüßt, bei seiner Arbeit nicht von Wachhunden überrascht zu werden.

Bedingungen sind ideal

Dieser Tage sind die Bedingungen ideal für die Thermografie, denn es müssen mindestens zehn Grad Celsius zwischen Innen- und Außentemperatur liegen – besser aber noch mehr – damit aussagekräftige Aufnahmen zustande kommen. Wer Termine vereinbart, muss eventuell ein wenig Geduld mitbringen, denn die nächtlichen Routen werden so zusammengestellt, das die einzelnen Messungen nah beieinander liegen.

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