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Wachsende Kritik an der neuen Apotheken-Notdienstregel

Von: gp
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Ausweg gesucht: Der neu geregelte Apotheken-Notdienst findet nicht nur Zustimmung. Foto: Stock/Ralph Peters

Nordkreis. Die Neuregelung beim Apotheken-Notdienst zum Jahreswechsel gerät zunehmend in die Kritik. Hubert Wickerath, engagiert in der Würselener Pfarre St. Sebastian: „Viele Menschen haben dabei noch gar nicht realisiert, dass jetzt nicht immer zumindest eine Apotheke in der Stadt Notdienst hat. Das wird den meisten erst klar, wenn ein Notfall eintritt.“ Die Apothekerkammer Nordrhein hat zum 1. Januar die Organisation der Notdienste umgestellt.

So werden die Notdienste nicht mehr innerhalb einzelner Städte oder Gemeinden, sondern in einem 15-Kilometer-Radius geregelt. So hat zum Beispiel heute im Würselener Stadtgebiet keine Apotheke Notdienst. Auf der Internetseite der Apothekerkammer Nordrhein (www.aknr.de) werden die Würselener auf die Markt-Apotheke und die Bismarck-Apotheke in Aachen, die Hubertus-Apotheke in Alsdorf, die Genius-Apotheke in Eschweiler und die Mühlen-Apotheke in Geilenkirchen verwiesen. Diese Regelung gilt auch für Baesweiler, Herzogenrath und Alsdorf in unterschiedlicher Priorisierung der Apotheken.

Bei Apothekern in Würselen hatte Hubert Wickerath angefragt: „Warum es keine Notdienst-Kalender mehr gibt? Viele Jahre haben die Apotheken von den treuen Kunden gut gelebt. Das entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigte sich, weil man wusste, dass der Apotheker auch in der Not für seine Kunden da war.“ Besonders Senioren hätten nun das Nachsehen. Im Notfall sei aber schnelle Hilfe nötig, die nun also meistens nur noch motorisiert und mit Navigationsgerät ausgerüstet zu haben sei. Eine längere Abwesenheit von einem plötzlich erkrankten Angehörigen könne aber bisweilen sogar problematisch werden – beispielsweise für Alleinerziehende.

Den Fragenkatalog haben unterdessen die Apotheker offenkundig an ihre Kammer weitergereicht. Denn der Geschäftsführer Dr. Stefan Derix antwortete: „Die Einteilung der Notdienste habenden Apotheken erfolgt auf Grundlage der Dienstbereitschaftsrichtlinien der Apothekerkammer Nordrhein. Diese werden durch das höchste Organ der Kammer, der Kammerversammlung, beschlossen. Eine Dienstbereitschaftsregelung wird immer einem vertretbaren Ausgleich zwischen den Interessen der Patienten und den beruflichen Belangen der Apotheker Rechnung tragen müssen.“ Dies gelte im Übrigen genauso für Regelungen der Ärzteschaft bezüglich ihres Notdienstnetzes.

Die konkrete Einteilung der Apotheken in den Dienstbereitschaftskreisen sei auch aufgrund der langjährigen, regionalen Notdiensterfahrungen erfolgt. Sie orientiere sich an den Anforderungen der spezifischen Versorgungslandschaft und der Apothekensituation. Zusammen mit der langjährigen Erfahrung der tatsächlichen Inanspruchnahme der Notdienste würden die Pläne entwickelt. Die tatsächlich maximale Entfernung zu einer Notdienst-Apotheke betrage gut zehn Kilometer.

Im Durchschnitt seien die Entfernungen sogar noch geringer. Der Geschäftsführer der Apothekerkammer erklärt: „Die Notdienstpläne sind Kompromisslösungen, die möglichst ausgewogen das Interesse aller Beteiligten berücksichtigen. Demnach sind wir uns durchaus bewusst, dass eine für jeden Bürger zu 100 Prozent befriedigende Lösung nicht gefunden werden kann.“ Hubert Wickerath stellt die Antwort aus Düsseldorf gar nicht zufrieden.

Auch an Bürgermeister Arno Nelles ist die Kritik im Rahmen der Bürgersprechstunde herangetragen worden. Er will sich ebenfalls um eine Nachbesserung bemühen: „Es kann doch nicht sein, dass in Würselen am Standort der Praxis des ärztlichen Notfalldienstes für den Nordkreis – am Medizinischen Zentrum – an manchen Tagen keine Apotheke Notdienst hat.“ Der Bürgermeister will nun geprüft wissen, ob die MZ-Apotheke in die Notdienstregelung integriert werden kann.

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