Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Erzieher vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Stolberg. Weil die Aussagepsychologin im Missbrauchs-Prozess gegen einen Erzieher (39) nicht an dem Prozesstag teilnehmen konnte, wurde auf die Vorführung eines auf einer CD abgespeicherten Video-Clips vor der 5. großen Strafkammer am Aachener Landgericht vorerst verzichtet.

Stattdessen berichtete ein Kriminalbeamter, der an den Ermittlungen in 16-Fällen von schwerem sexuellem Missbrauch von minderjährigen Jungen zwischen 2001 und 2008 beteiligt war, über die zeitliche Einordnung des Videostreifens, der nun später in die Beweisaufnahme eingeführt wird.

Zunächst sei die Computer-Datei auf 2001 datiert worden, ein Änderungsdatum ergebe aber, so der Beamte, dass die letzte Version der Videoaufnahmen im April 2004 gefertigt wurde. Dem freiberuflichen Erzieher, der auch für das Jugendamt Stolberg tätig war, wird zur Last gelegt, im Rahmen seiner Einzelfallbetreuung schwer erziehbarer Kinder sich wiederholt an seinen Schutzbefohlenen sexuell vergriffen zu haben.

Zu Hause betreut

Er nahm die Jungen, die ansonsten in Heimen untergebracht worden wären, zum Teil mit in seine Wohnung und betreute sie dort. Zuletzt hatte er ein Haus in Würselen erworben und übte dort seinen Beruf aus.

Am Dienstag schilderte ein heute 19-Jähriger seine Erlebnisse, die er als etwa 14-Jähriger Anfang 2003 mit dem Angeklagten in dessen Wohnung hatte. Er sei zu Hans-Dietmar M., der die Vorwürfe nach wie vor bestreitet, gekommen, weil dieser ihn und seine leibliche Mutter wieder zusammenführen sollte. Er habe bis dato in einem Heim gelebt.

Als ein Junge in der Pubertät habe er damals wissen wollen, berichtete der Zeuge zögernd in der öffentlichen Verhandlung, ob sein Geschlechtsteil denn auch der Norm entspreche. Dazu sei er von dem Erzieher in dessen Schlafzimmer geschickt worden. Der habe dann dort mit den Händen das Glied überprüft.

Ob der Vorgang nun als sexuelle Handlung zu bewerten ist, wird die Kammer unter Vorsitz von Richterin Angelika Kasparek zu entscheiden haben. In anderen Fällen soll es in Aachener Schwimmhallen zu Sexualkontakten des Angeklagten mit den Schutzbefohlenen gekommen sein. Der Prozess geht am Donnerstag, 9 Uhr, weiter.
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