Vorstellungen der CDU zur Würselener Schullandschaft

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
9717777.jpg
Interesse: Der Saal im Kulturzentrum war recht gut gefüllt, um mit den Experten am Podium zu diskutieren. Foto: Markus Bienwald

Würselen. „Andere Parteien müssen nur akzeptieren, dass wir nicht alle andern Optionen bis ins Detail ausrechnen lassen, dann können wir direkt starten“, meinte der Bildungspolitische Sprecher der Würselener CDU, Balthasar Tirtey, am Ende des Informationsabends zur Schullandschaft in Würselen.

Damit meinte er weder den Neubau eines Schulzentrums auf der grünen Wiese, noch eine schulische Konzentration auf den Standort Klosterstraße, sondern die Beibehaltung des Gymnasiums an der Klosterstraße und des Realschulbaus an der Tittelsstraße.

„Günstigste Lösung“

Natürlich müssten beide Standorte den geänderten Schulangeboten Rechnung tragen, erklärte Tirtey weiter. Denn das Gymnasium solle als solches weitergeführt werden, die Realschule solle aber nach einer rund zweijährigen Umbauphase als Gesamtschule neu starten. In diesem Plan, der mit vorsichtig geschätzten 20 bis 24 Millionen Euro Kosten zugleich der günstigste ist (Neubau: bis 45 Millionen, nur Klosterstraße zirka 38 Millionen), ist auch eine Nutzung der bisherigen Hauptschule enthalten. „Das Gymnasium nutzt dort jetzt schon Räume“, sagte Tirtey bei der Infoveranstaltung im Alten Rathaus an der Kaiserstraße weiter, „und natürlich bedeutet es eine Beeinträchtigung des laufenden Schulbetriebs“. Aber wenn, wie es im Falle des reinen Umschwenkens auf die Klosterstraße dann auf der Tagesordnung stünde, nicht jeder Zentimeter auf dem Schulgelände genutzt werden muss, sei diese Lösung die Beste. Ein Neubau hatte bei der CDU keine Chance, „40 bis 45 Millionen Euro, das sind Summen, die hat die Stadt nicht und die kann sie auch nicht aufbringen“, sagte Tirtey klar.

„Erhebliche Einschränkungen“

Sollte es dennoch finanzierbar sein, stünde in den zwei Jahren Planungsphase und den weiteren zwei Jahren Bauphase für insgesamt vier Jahre kein Geld mehr für Investitionen an den bestehenden Schulstandorten zur Verfügung, meinte er weiter: „Das will ich mir nicht vorstellen.“ Die ebenfalls vorstellbare, aber immer noch teurere Konzentration an der Klosterstraße unter Einbeziehung der Hauptschule, habe auch viele Probleme, auch wenn sie ein wenig günstiger sei als ein völliger Neubau, beispielsweise in Nähe des Aquana. „Das bedeutet nicht nur erhebliche Einschränkungen im laufenden Schulbetrieb, sondern auch kaum räumliche Erweiterungsmöglichkeiten, Verkehrsprobleme und unkalkulierbare Zusatzkosten bei möglichen Verzögerungen im Bauplan“, schloss er.

Natürlich waren an diesem von Manfred Wirtz moderierten Abend auch die Entwicklungen rund um die Einrichtung der Gesamtschule ein Thema. So sei von der Politik nicht gegen die Realschule entschieden, sondern dem Elternwillen gefolgt worden. „Das war für uns als CDU mit Sicherheit schwer zu schlucken, aber wir mussten schließlich feststellen, dass ohne den Willen der Eltern nicht alle Kinder in Würselen hätten beschult werden können“, betonte Balthasar Tirtey. Durch den Elternwillen und die Anmeldezahlen sei zudem deutlich geworden, dass Gymnasium und Gesamtschule mit einem je hälftigen Anmeldeinteresse gleichwertig nebeneinander stehen. So war der Bestandsschutz bei einem kommenden Umbau des Gymnasiums klar vorgegeben, und auch die Gesamtschule müsse kommen, die nun auf dem Gelände der Realschule wachsen soll.

In einem Nebensatz erklärte Tirtey, dass die in manchen Posts in sozialen Netzwerken kolportierten Ideen, sowohl Gymnasium als auch Realschule abzureißen, die Freiflächen zu verkaufen und damit Geld zu verdienen, zu kurz gesprungen seien: „Denn dann bleibt mit geschätzten 2,4 Millionen Euro kaum etwas übrig, wenn man den Restwert der Gebäude betrachtet.“

Mensaverein einbeziehen

Dass die Standortdiskussion für die CDU damit beendet sei, unterstrichen auch die Überlegungen für einen möglichen Fahrplan bei der Neugestaltung der weiterführenden Schulen in Würselen. „Besprechungen mit dem Mensaverein müssen kommen“, betone Tirtey, „aber der Mensaverein muss auch akzeptieren, dass eine endgültige Lösung nicht innerhalb von drei Monaten vorliegen kann.“

Nach zwei Jahren am provisorischen Standort jetzige Hauptschule, könne die Gesamtschule dann in die Tittelsstraße einziehen und gleichzeitig auch das Gymnasium, an dem viel weniger Sanierungsbedarf herrsche, ertüchtigt werden.

„Die Finanzierung ist solide“, versprach Tirtey. So werden von den aktuell rund 16 Millionen im Haushalt für die Schulen eingestellten Euro zwölf für die Realschule und vier für das Gymnasium eingeplant. Am Standort Gymnasium sollen – nach intensiven Gesprächen mit der Bezirksregierung Köln – Fördermittel von bis zu 80 Prozent ins Spiel kommen, weil der Bau als zentrenrelevant gilt. Investiert die Stadt hier beispielsweise zwei Millionen an förderfähigem Bauvolumen, könnten bei maximaler Förderung von 80 Prozent so acht Millionen Euro zusätzlich über die Bezirksregierung fließen. Zwar sei noch nicht sicher, dass die Förderkulisse das hergebe, räumte Tirtey ein, doch die Rechnung an sich sah er als sicher an.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert