Vorsicht, Amphibien sind unterwegs!

Von: mabie
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Tiere haben Vorfahrt: Udo Thorwesten von der Städteregion Aachen kümmert sich in der „heißen“ Laichzeit um den Schutz der wandernden Amphibien, auch wenn die Absperrungen und Schilder oft ignoriert werden. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath/Alsdorf. Es ist ein wenig ein Kampf gegen Windmühlen, den Udo Thorwesten da führt. Der Mann von der Städteregion fährt täglich durch das große Revier, um überall, wo Amphibien zu ihren Laichplätzen wandern, die kleinen Hüpfer zu schützen. Doch oft bringen die schönsten Schilder und die besten Absperrungen nichts.

„Der Mensch hat überall seine Verkehrswege hingesetzt“, sagt er, „und die Tiere sind es gewohnt, dort entlang zu wandern“. So kommt es, dass in diesen Tagen unzählige Frösche, Kröten, aber auch Lurche auf dem Weg zu ihren Laichgebieten den Tod am Reifen finden. Im Broichbachtal, auf der Ortsgrenze zwischen Alsdorf und Herzogenrath, wurden deshalb schon Absperrungen aufgestellt, beleuchtete Warnbaken errichtet und mit Schildern ausdrücklich auf die Amphibienwanderung hingewiesen. Ob es genützt hat, lässt sich schwer sagen.

Bei einem Ortstermin findet Udo Thorwesten immer wieder vereinzelte Leichen der Laichwilligen. Und er bemerkt, dass einige Menschen die Absperrungen auch mit ihrem Vierrad so gekonnt ignorieren, wie es nur geht. Da wird gefahren, was das Zeug hält, Beifahrer steigen aus, räumen Baken erst zur Seite und schieben sie später an Ort und Stelle zurück, als wäre nichts geschehen. „Dabei kann das ganz schön teuer werden“, weiß der Mann von der Städteregion.

Er schaut von Zeit zu Zeit nach Schildern und Absperrungen, kontrolliert und geht auch mal in die Laichgebiete, um nachzusehen, was schon da ist oder was bereits weg ist. „Die graue Eminenz räumt ganz schön auf“, sagt er, und meint damit den Graureiher, für den Laichfäden und -ballen natürlich nicht nur ein gefundenes Fressen, sondern eine Delikatesse sind. Zu finden ist derzeit nichts, was vielleicht auch an der extrem trockenen Witterung für diese Jahreszeit liegt. Direkt im Naturschutzgebiet finden sich so von Menschenhand vor über 20 Jahren angelegte, mittlerweile natürliche Tümpel, die ideal für die Amphibien sind. Doch ein Blick ins Wasser zeigt keine Lurche oder Kröten, auch Laich lässt sich nicht entdecken. „Letztes Jahr war die Eiablage weiter Broichbachtal aufwärts zu beobachten“, berichtet er.

Und die Frösche sind wahrscheinlich schon über den in diesem Jahr späten letzten Schnee gehüpft, um sich von ihrer „Last“ zu befreien. „Wenn die so richtig unter Druck stehen, dann nehmen die alles, was sich gerade bietet“, lächelt der Naturfachmann. Das kann dann schon mal eine Pfütze sein oder ein kleines Gewässer, das nur nach Starkregen viel Wasser trägt.

„Von den Kröten sieht man sowieso keinen Laich, denn deren Laichschnüre reihen sich wie schwarze Perlenschnüre auf dem Grund auf“, beschreibt er. So bleibt die Sichtung von Tieren aus, was aber auch nicht verwundert, schließlich müssen die kleinen Amphibien immer auf der Hut sein: vor dem Reiher wie vor dem Menschen. „Die Leute rufen uns natürlich an, wenn richtig viele Tiere unterwegs sind“, schließt Thorwesten. Dann sind die Damen und Herren von der Städteregion schnell vor Ort, regeln mit den jeweils zuständigen Kommunen die Absperrungen und hoffen, dass so weniger Tiere auf dem Weg zu neuem Leben den Tod finden. Das helfe natürlich nicht immer, weiß er genau, denn immer findet er tote Tiere am Wegesrand.

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