Vorgeschmack auf die Revolution

Von: Anja Klingbeil
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Alsdorf. Die Lichtshow zum Einstieg ist gewaltig. Mehr ist hier auch eindeutig mehr. Kleckern können andere. Atze Schröder klotzt. Das kann er nunmal besonders gut. Denn ein Mann der leisen Töne ist der Minipli-Träger aus Essen-Kray ganz sicherlich nicht.

Dafür lieben ihn die Leute - oder eben nicht. Bei Atze Schröder gibt es kein dazwischen. Die Fans in der ausverkauften Alsdorfer Stadthalle jedenfalls lieben ihren Atze, wie er da auf der Bühne steht - mit krachenger Jeans, Westernstiefel, knappem Shirt und charmant blitzenden Augen hinter der getönten Pilotenbrille.

Und weil ihn die Alsdorfer so lieben, kommt auch Atze Schröder immer wieder gern in die Stadt. Erneut servierte er dem begeisterten Publikum Appetithäppchen aus seinem neuen Programm „Revolution”. Preview heißt das Neudeutsch so schön.

Ein Vorgeschmack auf kommendes, in dem noch munter getestet werden darf, ob denn die neuen Nummern auch ankommen. Doch der „Porsche-Fahrer mit geiler Frisur und Herz, der immer kann” (Atze über Atze) hatte selbstverständlich auch alte Schmankerl in seiner bunten Schatzkiste. Und so gab es als Zugabe nicht nur „Der den Hebel nicht zieht”, fast schon ein moderner Klassiker für Atze-Fans

Deutschland im Umbruch

Deutschland ist im Umbruch. Revolutionen überall, wo man hinschaut. Merkel ist Kanzlerin, Westerwelle Außenminister: „Jetzt haben wir tatsächlich als erstes Land in Europa zwei Frauen in der Regierungsspitze.” Die Politiker im Bundestag werden immer gut aussehender, sind gestylt bis in die gegelten Haarspitzen. „Wenn sich Wowereit und Westerwelle schon streiten, wer neben Guttenberg sitzen darf, dann ist das eine echte Revolution.”

Aber sind das wirklich noch wahre Männer? Sind nicht mittlerweile Frauen die besseren Kerle? „Was ist nur los? Sogar Männer trinken schon aromatisierten Roiboschtee.” Die Kerle sind quasi schon so weit domestiziert, „da fehlt nur noch das Halsband und die Leine”, ätzt Atze.

Und er selbst? Atze ist ein echter Kerl. So viel steht fest. Selbst mit gebrochener Rippe legt der Mann zwei Stunden lang ein fulminantes Programm auf die Bühne: „Wenn ich heute nicht in Alsdorf spielen würde, hätte ich es abgesagt.” Gut, dass er es durchgezogen hat, sonst hätten wir nie die Wahrheit über Ottfried Fischers Liebschaften erfahren und auch nicht wie das so schnell mit Sandy Meyer-Wölden und Oliver Pochen klappen konnte. Revolutionen aller Ortens eben. Ja, auf dem Olymp des guten Geschmacks wird die Luft auch schon mal dünn. Zugegeben: Freunde des feinsinnigen Humors sind mit der Kunstfigur Atze Schröder nicht gut bedient.

Doch auch Atze ist Kultur - und einfach wirklich komisch. Frei nach dem Motto: „Alles, wo nicht Porsche draufsteht, ist eine Gehhilfe.”
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