Herzogenrath - Vor K.O.-Tropfen warnt der Notruf eindringlich

Vor K.O.-Tropfen warnt der Notruf eindringlich

Von: jk
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Die KFD-Frauen von Pannesheide haben eine Spendensumme von 2500 Euro unter anderem an Vertreterinnen des Frauennotrufs übergeben: Monika Bulin (v.l.) und Gisela Görres vom Notruf, Michaela Jeschke, stellvertretende Vorsitzende der KFD Pannesheide, Christel Rütten, Vorsitzende, Elke Bilstein-Mainz (KFD). Foto: Jule Klieser

Herzogenrath. Die KFD-Frauen (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) in Pannesheide haben eine Spendensumme von 2500 Euro im Jugendheim St. Barbara an fünf Institutionen übergeben. 20 Ehrenamtliche sind seit 1978 rührig tätig für andere Menschen.

Unter anderem veranstalten sie alljährlich den beliebten karnevalistischen Nachmittag in Klinkheide. Von diesen Veranstaltungen der vergangenen Karnevalsession kommt die stattliche Spendensumme. Begünstigt wurden die Messdiener und die Altenstube St. Barbara, der Kindergarten St. Martin in Aachen, das Friedensdorf Oberhausen und der Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen mit Sitz in Aachen.

Der Notruf berät seit 30 Jahren Frauen, die sexuell traumatisiert sind, und bietet Fortbildungen für Fachkräfte an. 1981 entstand die Einrichtung zunächst rein ehrenamtlich und entwickelte sich zu einer Beratungsstelle, die heute mit fünf hauptamtlichen Kräften arbeitet. Monika Bulin und Gisela Görres vom Notruf werden das Geld für die K.O-Tropfen- Kampagne einsetzen. „Sicher haben Sie alle schon einmal von K.O-Tropfen gehört mit dem Schlagwort ‚Pass auf dein Glas auf‘. Aber es ist noch unerfreulicher“, erläuterte Monika Bulin das Thema ihren Zuhörerinnen von der KFD. Es gebe eine Reihe von Substanzen, die von Tätern benutzt würden, um ihre Opfer willenlos zu machen zum Zweck des Raubes oder sexuellen Missbrauchs. Auch Männer seien Opfer. „Am nächsten Tag weiß das Opfer nichts mehr“, so Bulin.

Eine der Substanzen ist nahezu geruchs- und geschmackslos und wird dem Opfer heimlich ins Getränk gegeben. Je nach Dosierung erzeugt es seine Wirkung, die zunächst wie ein leichter Alkoholrausch, dann aber sexuell stimulierend sein kann und gleichzeitig das Bewusstsein des Opfers ausschaltet. Im schlimmsten Fall kommt es zu Koma ähnlichen Zuständen bis hin zu lebensbedrohlicher Atemlähmung.

Bulin schilderte den erschütternden Fall einer 19-Jährigen, die beim Maifest im Zelt ein Bier getrunken und an einem zweiten Bier nur genippt hatte. In den Augen ihrer Freundinnen veränderte sie sich plötzlich und verließ mit einem Mann das Zelt, der sie angeblich nur an die frische Luft bringen wollte. In einem Gebüsch kam sie kurz zu sich, konnte sich gegen den Angreifer aber nicht wehren.

Am nächsten Tag litt sie unter Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, konnte sich an nichts erinnern, wusste nur, dass etwas außerhalb ihrer Kontrolle passiert sein musste. Sie ging zur Polizei. Ein Polizist brachte sie sofort ins Krankenhaus, wo eine Vergewaltigung festgestellt werden konnte. Nur das Betäubungsmittel war im Blut nicht mehr nachweisbar. Einige der Substanzen sind nur wenige Stunden nachweisbar. Der Täter im Fallbeispiel konnte deshalb nicht überführt werden. Die junge Frau brach ihre Ausbildung ab, musste eine Therapie beginnen, obwohl oder weil sie gar nicht wusste, was mit ihr geschehen war. „Die Seele hat so reagiert“, meint Bulin.

Pädagogisches Programm

Die K.O-Tropfen-Kampagne des Frauennotrufs setzt in erster Linie auf Prävention. Bulin und ihre Mitstreiter gehen vor allem in die Schulen und klären Mädchen und Jungen ab der 9. Klasse über das perfide Verbrechen auf. Schulen können das pädagogische Programm buchen. Die Fördervereine bezahlen meistens den Kurs. Darum kommen hauptsächlich Gymnasien in den Genuss. „Damit alle Schulen teilhaben können, brauchen wir die Sponsoren“, freute sich Bulin über die Spende.

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