Vor der Berufswahl: Settericher Hauptschüler machen sich Gedanken

Von: Daniel Gerhards
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Knifflig und ungewohnt: Beim Kompetenzcheck muss der 13-jährige Can auch eine Nähmaschine bedienen. Foto: Gerhards

Setterich. Nach dem Schulabschluss fällt so manchem die Berufswahl nicht leicht. Die Jugendlichen müssen für sich viele Fragen beantworten, die ihr weiteres Leben maßgeblich beeinflussen. Welcher Job passt zu meinen Fähigkeiten? Wo bekomme ich eine Lehrstelle?

Nicht aus dem Bauch heraus

Damit solche Entscheidungen nicht einfach aus dem Bauch heraus getroffen werden, unterstützt die Settericher Lessingschule ihre Schüler bei der Wahl des richtigen Berufsfeldes.

Bei einem so genannten Kompetenzcheck, den die Hauptschule gemeinsam mit dem Herzogenrather Nell-Breuning-Haus angeboten hat, konnten Schüler der achten Klassen herausfinden, wo ihre Stärken liegen und zu welchen Berufen diese Fähigkeiten passen. Finanziell haben das Land NRW und die Bundesagentur für Arbeit das Projekt unterstützt.

Drei Bereiche

Rainer Rißmayer, Kooperationspartner im Nell-Breuning-Haus, beschreibt den Aufbau des Kompetenzchecks: „Es gibt drei Bereiche. Zunächst geht es um Fähigkeiten wie Feinmotorik, Ordnungsdenken und schnelles wie ordentliches Arbeiten. Im zweiten Teil haben wir Sozialkompetenzen wie Kritik- und Teamfähigkeit getestet.” Daraus ergab sich bereits ein erstes Bild. „Zuletzt haben wir mit jedem Schüler persönlich über seine Eignungen und Neigungen gesprochen.” Aus diesen Faktoren wurde schließlich für jeden Schüler ein umfangreiches Berufsprofil erstellt.

Für die Schüler war solch eine Auseinandersetzung mit ihrer möglichen beruflichen Zukunft eine wichtige Orientierungshilfe. Martha und Candan, beide 14, hatten vor Check noch nicht wirklich eine Vorstellung von ihrer Zukunft. Martha: „Bei uns ist herausgekommen, dass ein Job als Friseurin gut zu uns passen würde. Das hat uns sehr geholfen. Wir würden auch gerne eine Ausbildung in diesem Beruf machen.”

Geprägt

Mitunter wird die berufliche Wunschvorstellung von den Eltern geprägt. Wie beim 15-jährigen Sebastian. „Mein Vater ist Zimmermann, das würde ich auch gerne machen. Bei meinem Test ist rausgekommen, dass handwerkliche Berufe wie Dachdecker oder Zimmermann tatsächlich zu mir passen.”

Eine schöne Bestätigung also. Mit dem Kompetenzcheck ist die berufsorientierende Arbeit aber noch lange nicht getan. „Die Schüler waren mit viel Begeisterung dabei”, sagt Schulleiter Christoph Müller.

„Wir müssen nun dafür sorgen, dass Motivation auch so hoch bleibt.” Die Möglichkeit dazu bekommen die Schüler im Unterricht, in Gesprächen mit Beratern der Agentur für Arbeit und in einem Betriebspraktikum, das in drei Monaten ansteht. Müller: „Dann haben wir eine runde Sache. Die Schüler können dann entscheiden, ob dieser oder jener Beruf etwas für sie ist oder nicht.”
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