Vor 75 Jahren: Kapelle von der SS gesprengt

Von: ehg
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Vor 25 Jahren errichtet: der Neubau der Kapelle St. Jobs. Foto: Sevenich

Würselen. Es geschah vor 70 Jahren: Die Kapelle St. Jobs im Ortsteil Dobach/St. Jobs wurde am 17. November 1944 von SS-Soldaten in die Luft gesprengt. Von dem neugotischen Bau aus dem Jahre 1859/1860 blieb so gut wie nichts mehr übrig.

In der frühen Nachkriegszeit gab es immer wieder Bemühungen der Bewohner von St. Jobs, eine neue Kapelle zu errichten. Trotz zahlreicher Widerstände setzte eine Interessengemeinschaft schließlich den Wiederaufbau durch. Die Grundsteinlegung erfolgte am 30. Oktober 1988, die Einweihung der Kapelle bereits am 18. November 1989 – 45 Jahre nach der Sprengung.

Auf dem Jakobsweg

Auch 25 Jahre später, lädt sie Menschen zu Einkehr und Besinnung ein. Wie in einem Schneckengehäuse werden sie in den ruhigen Mittelpunkt der Kapelle geleitet. Dort steht eine Figur des alttestamentarischen Büßers Hiob. Die Kapelle ist offizieller Anlaufpunkt auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Die Geschichte der Kapelle reicht zurück in eine Zeit, in der die Kirchspiele noch sehr weitläufig waren. Die älteste Namensform kann der im Jahre 1569 von Cornelius Janson Fries angefertigten Karte des Aachener Reiches entnommen werden: „Sandt Jobs häusgen“.

Was belegt, dass in St. Josbs bereits zu Beginn der Neuzeit eine Andachtsstätte gestanden hat. Außerdem wurden in den Ruinen der zerstörten Kapelle Steine gefunden, die Sachverständige als „mittelalterlich“ identifiziert haben. Überliefert ist, dass während der französischen Herrschaft (1774-1814) eine aus Lehmfachwerk gebaute Kapelle abgerissen wurde, zu der eine kleine Glocke gehörte. Nachdem die Franzosen von den Preußen abgelöst worden waren, errichtete die Bevölkerung die Kapelle neu. Der Bau muss so schlecht ausgeführt worden sein, dass schon bald Einsturzgefahr bestand.

Die Mängel wurden dem Anschein nach nur notdürftig beseitigt, so dass die Kapelle 1857 erneut für baufällig erklärt wurde. Am 26. April 1860 wurde eine neue aus ortsüblichem rotbraunem Ziegelstein im neugotischen Stil errichtete einschiffige Kapelle eingesegnet, die 1944 Opfer der Kriegswirren wurde. Ausführlich dokumentiert sind die Geschichte der Kapelle und das Leben des Hiob in einem von Stefan Pütz vom Gemeindeausschuss und Gemeindereferent Thomas Krieger gestalteten Flyer, der im Raum Dobach, St. Jobs und Kapellenfeldchen verteilt wurde. Auch in der Kirche St. Lucia liegt er aus.

In diesem Jahr lädt der Gemeindeausschuss St. Lucia zum Laudesgebet für den Erhalt des Friedens ein. Es findet am Samstag, 8. November, in der Kapelle statt. Anschließend bieten die Veranstalter ein gemeinsames Frühstück im Pfarrheim St. Lucia an. Der Kostenbeitrag beträgt fünf Euro. Anmeldung ist nicht erforderlich.

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