Würselen - „Von der Klanten-Moelen bis Wormsalt” begeistert im Alten Rathaus

„Von der Klanten-Moelen bis Wormsalt” begeistert im Alten Rathaus

Von: Günther Sander
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Freuen sich über eine große
Freuen sich über eine große Resonanz: (v.l.) Hubert Wickerath (Geschichtskreis), Achim Großmann (Kulturstiftung), Referent Günter Breuer und Heinz-Josef Küppers (Kulturarchiv). Foto: Günther Sander

Würselen. Eine gehörige Portion „Heimatgeschichte”, vom Autoren spannend aufgearbeitet und verständlich erzählt, kam selbst bei „Nichthistorikern” gut an. Mit seinem Buch „Von der Klanten-Moelen bis Wormsalt” begeisterte Günter Breuer die Zuhörer im Alten Rathaus mit interessanten Gegebenheiten zwischen Neusen und Pley.

Mit Günter Breuer hatten die Kulturstiftung Würselen (Achim Großmann), das Kulturarchiv der Stadt (Heinz-Josef Küppers) und der Geschichtskreis St. Sebastian (Hubert Wickerath) als Veranstalter einen exzellenten Referenten gewinnen können, der in seinen Ausführungen eine große Fülle von Informationen, Hintergrundwissen zu den einzelnen Geschichten einem erlesenen Zuhörerkreis „rüber brachte.”

Nicht aus dem Hut gezaubert

„Ich bin total überrascht, dass so viele Besucher zu uns gekommen sind”, freute sich Achim Großmann bei der Begrüßung. Die Idee zu diesem Abend stamme von Hubert Wickerath. Würselen sei nicht aus dem Hut gezaubert worden, so Großmann, der Vortrag von Breuer sei eine lehrreiche Auffrischung in Sachen „Heimatkunde.”

Von 35 Orten, Dörfern und Plätzen, von Adamsmühle über Dobach, Oppen, Pley bis Wolfsfurth und Würselen, berichtete Günter Breuer erstmals für das Gebiet Würselen, und traf den Geschmack der Besucher, die eine Menge an Dokumentationen und Erläuterungen, Heimatgeschichte pur, zu hören bekamen. Der Titel stehe für A bis Z, sagte Breuer, von Adamsmühle (Klanten-Moelen) bis Würselen (Wormsalt).

Quellenkunde

Ein Quellen- und Literaturverzeichnis sowie ein Register erschließen das Werk, das der regional bezogenen Forschung wie dem allgemeinen heimatkundlichen Interesse guten Dienst erweisen werde, klärte Günter Breuer auf. Die Kenntnis von Erst- und Frühnennungen bewohnter Plätze sei für eine Vielzahl von Fragestellungen von hohem Interesse.

Die Erstnennung der Würselener Ortsteile finden sich in ganz unterschiedlichen Dokumenten, unter anderem Königsurkunden (Bardenberg und Würselen), Stiftungsbriefe für einen Sühnealtar in der Aachener Jakobskirche (Bissen, Busch, Vorweiden) und für das Kloster Rolduc (Morsbach), ein Sühneabkommen zwischen den Jülicher Herrschern und der Stadt Aachen (Linden und Weiden), eine Teilungsurkunde des Kölner St. Severinstifts (Paffenholz), Schenkungs- und Zollbefreiungsurkunden (Broich, Dobach, Dommerswinkel, Euchen, Wolfsfurth), Zinsregister des Klosters Rolduc (Elchenrath), Aachener Schöffenurkunden und Stadtrechnungen (Adamsmühle/Klanten-Moelen, Haal, Kuckum, Oppen, Scherberg, Wersch und Wilhelmstein).

Ein Großteil dieser Quellen, so Breuer, werde in dem Buch erstmals oder erstmals vollständig veröffentlicht. In den Quellen stoße man auch auf zahlreiche Würselener Personen- und Familiennamen: Graf (Groef), Sturm (Stoerm), Leuchter (Luchter). Die meisten für die Ermittlung der Erstbelege Würselener Ortsnamen herangezogenen Quellen hätten Rechtsgeschäfte zum Gegenstand. Die ältesten Nachweise Würselener Ortsnamen lägen vor für Bardenberg (Bardunbach) 867 und Würselen (Wormsalt) 870, zu finden im „Goldenen Buch” von Prüm.

Verdienter Beifall

Morsbach sei Herkunftsort des Reichsministerialen Konrad (Conradus) zu Beginn des 12. Jahrhunderts, er war in (Morsborne, Morsbrunno) geboren und hatte hier Besitz. Dem Verzeichnis des jülichschen Besitzes im Aachener Reich könne man eine Reihe Würselener Flurnamen entnehmen wie Stubbenrath, Wambacher Bend, Bartzkuhle, Bockssteg oder Maischlack.

Am Ende gab es für Günter Breuer verdienten Beifall für seinen ausführlichen Vortrag, der auf großes Interesse gestoßen war.

Mehrere Jahre lange recherchiert

Unserer Zeitung verriet der Autor, dessen Buch seit April 2011 veröffentlicht wurde, er sei zu der Idee gekommen, weil er schon immer sich für Ortsnamen interessiert habe. „Bis heute noch”, so Günter Breuer.

Bis zur Veröffentlichung habe er vier bis fünf Jahre lang recherchiert, in Archiven gestöbert (Köln, Aachen, Düsseldorf, Maastricht). Breuer weiß, eher ein „trockenes Thema”, doch die Sachzusammenhänge wecken bei ihm großes Interesse. Die Jugend sei an diesem Thema nicht groß interessiert, obwohl das Buch ein echtes „Nachschlagewerk” darstelle.

Gibt es bald schon ein weiteres Buch? „Ja, aber über Würselen habe ich nichts mehr geplant”, so Günter Breuer abschließend.

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