Vom Draht zur Ausbildung als Elektrotechniker

Von: Verena Müller
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An einem selbstgebauten Wendeschützschalter, mit dem sich ein Motor regeln lässt: Leon Straeten (v.l.), Joel Nobis, Niels Adam und Matthias Pesch – Azubis bei Matuschek in Alsdorf. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Für Niels Adam stand schon früh fest, dass er später einmal beruflich etwas mit Elektrotechnik machen wird. Technik habe ihn schon immer interessiert und so habe er zu Hause sich auch darangemacht, das eine oder andere selbst zu reparieren. „In der Schiene bin ich dann geblieben“, sagt der inzwischen 19-Jährige aus Weisweiler.

Sein Vater hatte ihm den Tipp gegeben, sich für einen Ferienjob bei dem Messtechnik-Unternehmen Matuschek in Alsdorf zu bewerben, und dort ist er nun in der Ausbildung zum Elektrotechniker für Geräte und Systeme. Die Entscheidung hat der 19-Jährige nicht bereut.

Für alle, die sich noch orientieren oder ihre Vorstellungen von einem Berufsfeld mit der Realität abgleichen wollen, bietet sich ein Besuch des Ausbildungsmarkts am kommenden Donnerstag in Herzogenrath an (siehe Infobox). 50 Unternehmen, aber auch Behörden und Bildungseinrichtungen werden mit Ständen präsent sein, über Praktikumsmöglichkeiten und freie Ausbildungsplätze informieren. Nicht nur Schüler sind die Zielgruppe, auch Eltern sind eingeladen, sich zu informieren.

Schließlich gibt es eine Vielzahl von Berufen, mit denen man noch nie in Berührung gekommen ist, die aber interessant sein könnten. Dass der Weg zum Ausbildungsplatz über einen Ferienjob oder ein Praktikum verläuft, bei dem die eigenen Eltern den Erstkontakt hergestellt haben, ist nach wie vor weit verbreitet.

Das erzählen auch drei weitere Azubis von Matuschek: Leon Straeten (17) aus Geilenkirchen, Matthias Pesch (21) aus Alsdorf und Joel Nobis (17) aus Baesweiler. Sie durchlaufen die gleiche Ausbildung wie Niels Adam. Entweder hatte, wie im Fall von Matthias, die Schule schon einen Kontakt zum Unternehmen, oder die Väter gaben aufgrund ihres eigenen beruflichen Hintergrunds einen Hinweis.

Natürlich sind nicht nur die favorisierte Fachrichtung und persönliche Kontakte allein entscheidend bei der Wahl des Ausbildungsplatzes: „Es hat mir von Anfang an gut gefallen, besonders die Offenheit der Mitarbeiter“, sagt Matthias Pesch. Nach dem Abitur hatte er ein Studium in Erwägung gezogen, aber das Praktische lag ihm näher. Was nicht heißt, dass eine Hochschullaufbahn ausgeschlossen wäre. „Man kann sich immer noch weiterbilden, sein Fachabi ablegen und an die Fachhochschule gehen“, weiß Joel Nobis, der direkt nach der Realschule zu Matuschek kam.

Aber das wäre dann noch ein bisschen hin, die vier stehen gerade am Anfang ihrer Laufbahn. An zwei Tagen die Woche besuchen sie die Berufsschule, an drei Tagen durchlaufen sie die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens. Trockenübungen gibt es da wenige, die Regel ist, direkt in der Fertigung mitzuarbeiten. „Der Ausbilder erklärt uns erst, wie es funktioniert und schaut uns dann über die Schulter“, erzählt Niels Adam.

Schaltungen aufbauen, Platinen löten, so etwas falle dann beispielsweise an. Dass das doch etwas anderes ist als das Bild vom Elektriker, „der an den Steckdosen rumhantiert“, konnte Matthias Pesch natürlich vorher ahnen – jetzt weiß er es sicher. „Das Berufsfeld ist viel komplexer als man denkt.“ So muss man beispielsweise auch Grundkenntnisse in Informatik haben, schließlich werden die Platinen am Computer layoutet, sprich: Im Plan wird festgelegt, wo welche Bauteile hingehören und wo gelötet werden kann. Und auch Englisch ist wichtig, denn die Datenblätter sind selten auf Deutsch verfasst.

Und was sagt die Unternehmensseite zur derzeitigen Bewerberauswahl? Ausbilderin Valeska Sibbel berichtet, dass sich bei Matuschek bis vor zwei Jahren noch 20 bis 30 junge Menschen beworben hätten, im vergangenen Jahr seien es aber nur zehn gewesen. Sie glaubt, dass es da einen Trend gibt: Immer mehr Jugendliche bleiben länger in der Schule, um einen möglichst hohen Abschluss zu erreichen und sich die Option auf ein Studium zu sichern. „Aber wir denken auch, dass die Zahlen wieder anziehen werden“, so Sibbel.

Beim Ausbildungsmarkt vertreten ist Matuschek bereits seit Jahren, laut Sibbel führe die Präsenz aber nicht dazu, dass gleich am nächsten Tag Bewerber auf der Matte stünden. Sich erst einmal generell zu informieren, stehe wohl im Vordergrund, glaubt sie. Und das ist ja nicht verkehrt.

Die Firma Matuschek - Widerstandsschweißtechnik besteht, am Rande bemerkt, bereits seit dem Jahr 1985 und zählt 80 Mitarbeiter – mit Luft nach oben. Wer Elektrotechniker für Geräte und Systeme werden will, ist hier auch aktuell eingeladen, sich zu bewerben.

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