„Vom anderen Stern”: Seelische Erlebnisreise und sprudelnde Ideen

Von: Nina Krüsmann
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Edith Suchodrew stellt unter d
Edith Suchodrew stellt unter dem Motto „Vom anderen Stern” im KKWZ aus. Foto: Krüsmann

Herzogenrath. Weltall und Sterne, Städteansichten von New York und jüdische Motive: Künstlerin Edith Suchodrew ist die Vielseitigkeit in Person. Ein buntes Kaleidoskop ihres Schaffens zeigt die kreative Frau jetzt unter dem Titel „Vom anderen Stern” im Kunst-Kultur- und Wirtschaftszentrum in der Villa Herzogenrath.

Zu sehen sind Malerei, Fotografie und computergrafische Malerei. Man merkt der 59-Jährigen förmlich an, wie viel ihr der kreative Ausdruck bedeutet. Die Ideen sprudeln nur so aus ihr heraus. Zur Vernissage trägt sie ein Gedicht ihrer 2000 verstorbenen Mutter Doris vor, mit der sie in enger künstlerische Weggemeinschaft stand. Der 1999 verfasste Text bedeutet ihr persönlich viel. Es geht um das Thema „Freiheit”.

„Das meint den Weg der künstlerischen Freiheit, den Lebensweg”, erklärt Suchodrew. „Freiheit - ist ein erhabenes Wort, sie wirft alle Fesseln von sich fort. Die Freiheit erleichtert Seele und Geist, und es erwacht kreatives Walten, und die Menschheit weiß , was Freiheit heißt, denn nur im freien Geiste entstehen Kulturgestalten...” heißt es in dem lyrischen Text.

„Jedes Bild ist ein seelisches Erlebnis, was Vertiefung in dessen Sinn verlangt und mit meisterhafter Kühnheit diesen Sinn auch zum Ausdruck bringt”, schrieb die viersprachige - Deutsch, Russisch, Lettisch und Englisch - Dichterin Doris Suchodrew über die Gemälde ihrer Tochter Edith. Mutter und Tochter, beide Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Aachen, die Lyrikerin und die Malerin und Graphikerin waren Freundinnen im Leben und Weggefährtinnen in der geheimnisvollen Welt der Kunst.

Eine Anspielung auf ihren wechselhaften, erlebnisreichen Weg gibt Suchodrew in ihrem Ölgemälde „Der Weg” von 1989, welches das Titelbild der Werkschau ist und ihr allererstes Bild überhaupt. Aber auch die Fotografie spielt eine wichtige Rolle: Vor zwei Jahren führte Edith Suchodrew eine ihrer Ausstellungen in aller Welt nach New York - eine Gelegenheit, die sie gerne zum Fotografieren nutzte.„Nicht nur die Malerei auch das Festhalten des Moments mit der Kamera macht mir Spaß. In New York habe ich mich gezielt auf Motivsuche begeben”, erzählt Suchodrew.

Der dritte Teil der Ausstellung sind computergrafisch veränderte Malereien. Scheinbar spielerisch gibt die Künstlerin mit Hilfe des Mediums Computer ihren Arbeiten den letzten Schliff. So entstehen moderne, zeitgenössische Werke, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. 1953 in Eupatoria geboren, absolvierte Suchodrew 1981 ihren Abschluss an der Kunstakademie im lettischen Riga in Grafik und Freier Bildender Kunst. Seit 1991 wohnt sie in Aachen, beteiligte sich seit 1974 an mehr als 400 Gruppenausstellungen und 72 Einzelausstellungen.

Suchodrew erhielt bis dato 35 internationale Auszeichnungen und Preise. Ihre künstlerische Tätigkeit erstreckt sich auf die Gebiete der Buchkunst, Radierungen, Lithographien, Aquarelle, Grafik, Zeichnung, wie auch Holzschnitt, Ölmalerei, Seidenmalerei, Porzellanmalerei, Computergrafik und Animation.

Die Ausstellung im KKWZ wird am Samstag, 29. September, um 18 Uhr eröffnet und musikalisch untermalt von der Sängerin Bassy Aschira Blessed und dem Geiger Georg Velikov. Eine Einführung spricht Kunsthistorikerin Dr. Alexandra Kolossa. Anschließend ist die Werkschau bis 26. Oktober zu sehen.
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