Vierte Planungsvariante für Kohlscheids Innenstadt

Von: Beatrix Oprée
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Markttangente, Nachverdichtung, Nahversorger und ansonsten nur geringe, aber wirkungsvolle Eingriffe in den Verkehrsfluss: Der Architekt Burkhard Verspohl kennt die Situation in Kohlscheids City als Anwohner der Weststraße aus täglicher Anschauung. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Drei konkrete Planungsvorschläge sind schon vorgestellt worden für mögliche Umstrukturierungen in der Kohlscheider City, eine vierte Variante ist nun hinzugekommen: Der Kohlscheider Architekt Burkhard Vers-pohl hat auf Basis der Konzeptskizzen der Stadtverwaltung eine weitere Idee erarbeitet, die besonders bei den Herzogenrather Grünen Gefallen gefunden hat.

Planvorschlag 4 behält den Status quo, sprich die derzeitige Verkehrsführung, weitgehend bei: „Der entscheidende Unterschied ist die Entlastung durch die neue Markttangente und eine Reduzierung des Tempos, was durch eine Aufpflasterung der Südstraße noch gefördert werden könnte.“ Und durch das Schild 325.1 Straßenverkehrsordnung (verkehrsberuhigter Bereich). Inspiriert dazu hat ihn unter anderem die Dorfstraße in Bardenberg: „Hier funktioniert das sehr gut.“

Die bisherige Fahrtrichtung der Südstraße in Richtung Markt würde Verspohl gerne beibehalten. Der Vorteil: „Kunden könnten nach alter Gewohnheit die Geschäfte anfahren, bräuchten sich nicht in eine neue Verkehrsführung einzudenken.“ Durch eine einhergehende Verkehrsberuhigung sieht Verspohl zudem ausreichend Potenzial, um einerseits Sicherheit für die Fußgänger zu schaffen, die momentan auf den teilweise sehr schmalen Gehsteigen mitunter in Bedrängnis geraten. Andererseits könnten Geschäfte mit Auslagen auf sich aufmerksam machen, Restaurants und Cafés auch schon in diesem Bereich einladend Tische und Stühle aufstellen.

Verspohl ist überzeugt: „Im Verlauf der Südstraße sind nur wenige Umbauten nötig, damit die Geschwindigkeitsbeschränkung auch angenommen wird.“ Stärken und noch ausweiten möchte er die traditionellen Fußwege-Verbindungen, um Innenstadt, Wohngebiete und Naherholung besser zu vernetzen.

Ein nur geringfügiger Umbau schwebt Verspohl zudem an der Weststraße vor, die er – wie bisher – auf dem letzten Teilstück vor dem Markt nur aus Richtung Nord- und Oststraße befahren lassen würde. „Für Zweirichtungsverkehr ist es an dieser Stelle einfach zu eng“, sagt er aus der Erfahrung des Anwohners heraus. Allenfalls Radfahrern sollte es gestattet sein, in beide Richtungen zu rollen, der besseren Erreichbarkeit des Marktes wegen.

„Im Moment gibt es unheimlich viele Lösungsansätze“, freut sich Dr. Bernd Fasel (Grüne) über das überwältigende Interesse an Kohlscheids Zukunft. Besonders wichtig ist ihm daher, die Ziele nochmals zu konkretisieren, nämlich eine gute Aufenthaltsqualität auf der gesamten Südstraße zu schaffen, dazu den Durchgangsverkehr zu reduzieren. Zudem gelte es, das Zentrum zu entlasten – und nachzuverdichten. Drittens sei die Etablierung eines Nahversorgers als Anker mitten im Zentrum unabdingbar, mit dem Pkw von der Weststraße und fußläufig auch vom Markt aus erreichbar.

Wertsteigerung

„Wir wollen Menschen sehen, die draußen sitzen, die flanieren – der Rest ergibt sich!“, ist Fasel fest überzeugt. „Wenn man den Stress rausnimmt“, so ergänzt Grünen-Kollege Walter Mathieu, „dann entwickelt sich ein Quartier richtig gut.“ Das wisse er aus Aachen.

„Kohlscheid ist ein historisch gewachsenes Dorf. Doch wo früher die Grube Langenberg war, da fehlt heute etwas“, bricht Dr. Fasel auch eine Lanze für eine ergänzende Bebauung entlang der geplanten Osttangente, wie sie die Vorschläge der Verwaltung vorsehen.

Mit Unmut beobachten Fasel und Mathieu, dass Grundstücksverhandlungen ins Stocken geraten sind. Fasel: „Wenn die Südstraße aufgewertet wird, steigt auch der Wert der Immobilien. Die Anwohner der Südstraße müssten daran eigentlich ein Interesse haben.“ Und: „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die Weichen richtig zu stellen, dann war‘s das!“ – „Dann haben wir eine Schlafstadt. Deswegen müssen wir unbedingt verhindern, dass noch mehr Geschäfte dichtmachen“, ergänzt Mathieu.

Als Antrag der „Gestaltungsmehrheit“, also auch von SPD und Linke, soll die Variante Verspohl in den kommenden Umwelt- und Planungsausschuss eingebracht werden. Die FDP hatte bereits eine Skizze von Anwohner Dieter Topa vorgestellt, die auch von der CDU favorisiert wird. Ein „Kampfthema“, so sagt Dr. Fasel, soll aus den einzelnen Bürgervorschlägen aber nicht gemacht werden...

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