Vierte Eures-Stellenbörse lockt viele Interessierte an

Von: Hanna Sturm
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Alle Fragen beantwortet? Heinz Jürgen Werner (l.) von der Agentur für Arbeit Aachen berät Sascha Jose über das internationale Stellenangebot von Eures. Foto: Hanna Sturm

Herzogenrath. Arbeiten jenseits der Grenze - das ist Sinn und Zweck des European Employment Service (Eures), einem Netzwerk der öffentlichen europäischen Arbeitsvermittlungen. Seit zwölf Jahren kooperiert auch die Agentur für Arbeit Aachen unter diesem Label verstärkt mit Arbeitsvermittlungen aus den Niederlanden und Belgien.

Neun Unternehmen

Zum vierten Mal wurde in diesem Zusammenhang nun eine grenzüberschreitende Stellenbörse im Eurode Business Center veranstaltet. Neun Zeitarbeitsunternehmen aus den Niederlanden präsentierten ihre aktuellen Stellenausschreibungen.

Für Fragen rund ums Arbeiten jenseits der Grenze war Heinz Jürgen Werner von der Agentur für Arbeit zur Stelle, der schon seit 1992 für die Grenzgängerberatung zuständig ist. In dieser Zeit hätten sich die Arbeitsströme im Grenzgebiet stark verändert, sagte Heinz Jürgen Werner.

„Früher kamen hauptsächlich Menschen aus Belgien und den Niederlanden zum Arbeiten nach Deutschland. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich dieser Trend kolossal umgekehrt.” Besonders in den Bereichen Bau, Metallverarbeitung und Produktion, aber auch für Callcenter suchen niederländische Firmen gezielt deutsche Arbeitnehmer. Ausschlaggebende Kriterien sind dabei fachliche Kenntnisse und Berufserfahrung; für die Arbeit im Callcenter ist meist Deutsch als Muttersprache erwünscht. Kenntnisse der niederländischen Sprache sind keine zwingende Voraussetzung.

Viele Menschen aus dem Kreis Aachen nutzten das freiwillige Angebot der Agentur für Arbeit, schon kurze Zeit nach dem Beginn hatten sich lange Schlangen hinter den Informationsständen gebildet. Auffällig war dabei, dass die Besucher altersmäßig sehr gemischt waren.

Auch Heinz Jürgen Werner konnte diesen Trend bestätigen: „Natürlich gibt es auch holländische Firmen, die lieber niemanden über 40 einstellen. Aber genauso gibt es genügend Unternehmen, die gezielt ältere und dafür auch sehr erfahrene Arbeitnehmer suchen.” Dass es sich bei diesen Firmen ausschließlich um Zeitarbeitsunternehmen - auf Niederländisch Uitzendbureaus - handelte, dürfe man nicht negativ bewerten, betonte der Eures-Berater.

„Zeitarbeitsfirmen haben in Holland einen durchweg positiven Ruf. Viele Arbeitnehmer bekommen bald einen Festvertrag entweder bei der Zeitarbeitsfirma selbst oder in einem der Unternehmen, in denen sie als Zeitarbeiter tätig waren.” Außerdem bekomme ein Zeitarbeiter in den Niederlanden das gleiche Gehalt wie die Festangestellten der jeweiligen Firma.

Frage nach der Krankenkasse

Die häufigste Frage, die Heinz Jürgen Werner in seinen Beratungen beantworten muss, ist die nach der Krankenkasse. „Wer in Holland arbeitet, ist auch in den Niederlanden versichert und zahlt auch dort Steuern. Aber Grenzgänger können ohne Probleme weiterhin ihren deutschen Arzt besuchen”, erklärte der Berater.

Sascha Jose kennt sich mit all diesen Dingen schon aus. Der 22-Jährige hat schon einmal einige Zeit bei einem Betrieb in Heerlen gearbeitet. „Ich habe sehr gute Erfahrungen als Grenzgänger gemacht. Deshalb suche ich jetzt wieder nach einem Job als Lagerarbeiter in Holland.”
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