„Vielfalt statt Einfalt”: Junge Graffiti-Künstler verschönern Parkhaus

Von: Nina Krüsmann
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In Aktion: Kinder und Jugendliche ließen mit der Spraydose ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. So mancher Parkhausnutzer rieb sich verwundert die Augen. Doch keine Sorge, die große Graffiti-Aktion im Parkhaus an der Albert-Steiner-Straße war alles andere als illegal.

Unter der Regie des Aachener Graffiti-Künstlers „Lake 130 (Lars Kesseler) durften rund 20 Kinder und Jugendliche ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Viele Gebäude wie das Kohlscheider Schwimmbad, das Aachener Pontor oder das Umspannwerk der Stawag zieren bereits Graffiti von Lake, der seit vier Jahren regelmäßig mit Nachwuchskünstlern aus Herzogenrath zusammenarbeitet.

„Wir wollen den 8- bis 17-Jährigen zeigen, dass es auch legale Möglichkeiten gibt, mit der Spraydose kreativ zu sein. Da bietet sich dieses Parkhaus einfach an”, betonte Streetworkerin Katrin Gehlich. Coole Musik von DJ Mathias Lürcken begleitete die Aktion, die unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt” stand.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten 13 Jugendliche im Jugendtreff im Bürgerhaus Kohlscheid an Graffiti-Workshops mit Lars Kesseler teilgenommen. „Dabei hatten Kinder und Jugendliche, die noch nie eine Spraydose in der Hand hatten, Gelegenheit, Graffiti-Grundkenntnisse zu erlernen und sich ausprobieren”, erklärte Gehlich. „Unter dem Oberthema Herzogenrath haben die Teilnehmer viele verschiedene Entwürfe gemacht, die sie nun umsetzen”, so Kesseler.

Doch bevor es an die Umsetzung der kunstvollen Schriftzüge und fantasievollen Motive ging, mussten die Mädchen und Jungen die Wände grundieren. Neben erfahrenen Sprayern waren auch Neulinge dabei. „Wir wollen die Kohlberge auf die Wand sprühen”, sagten die Kohlscheiderinnen Julia Oidtmann und Ilka Stolten, beide 10. Wie man eine Skizze zeichnet, welche Sprühtechnik die beste ist und welche Schrifttypen es gibt, hatten sie im Workshop gelernt.

Sprayer „Sickone” aus Merkstein ist bereits Profi. Der 15-Jährige verschönerte eine Parkhauswand mit dem Schriftzug „Vielfalt”. „Dabei wähle ich für jeden Buchstaben einen eigenen Stil und eine eigene Farbe.” Am Graffiti-Sprayen findet er besonders gut, dass es dabei keine künstlerischen Regeln gibt: „Ich genieße den Freiraum und freue mich, wenn den Leuten mein Kunstwerk gefällt.”

„Die Jungen und Mädchen macht es stolz, hier selbstständig ihre Ideen umzusetzen. Sie sind mit großem Eifer bei der Sache, ihr Können auf legale Weise der Öffentlichkeit zu präsentieren”, freute sich Kesseler. Für die Teilnehmer war der Spaß übrigens kostenlos, denn die Aktion wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft für Kunst und Medien unterstützt.

Viele neugierige Besucher bestaunten die Arbeit der Sprayer. Im Rahmenprogramm begeisterten die HipHop-Gruppe der Falken „Alpha da breaker” sowie Break-Dancer und BMX-Fahrer René Flinter.
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