Viele wollen an der Realschule festhalten

Von: Stefan Schaum
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Wo geht es hin? Dass viele Eltern an der Realschule hängen, wurde beim Bürgerforum recht deutlich. Foto: Stefan Schaum
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Wo geht es hin? Dass viele Eltern an der Realschule hängen, wurde beim Bürgerforum deutlich. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Eltern sollten ihre Meinung kundtun, und das haben sie getan. Nach einem Expertengespräch in Sachen Zukunft der weiterführenden Schulen in Baesweiler kamen jetzt die zu Wort, die neben Schülern und Lehrern von der jüngsten Verschiebung in der Schullandschaft betroffen sind.

Dass die Tage der Hauptschule in der Stadt mangels Anmeldungen gezählt sind, stellte am Abend niemand mehr groß in Frage. Dass dadurch die Realschule vor deutlichen Änderungen steht, wurde umso kritischer erörtert. Es waren an die 120 Zuhörer, die im Foyer der Realschule Platz nahmen. Zieht man eine stattliche Zahl Lokalpolitiker und Lehrer ab, blieben immerhin gut 60, 70 übrig, die das Wohl der eigenen Kinder im Blick hatten.

Nach kurzer Einführung zum Stand der Möglichkeiten – eine eigene Gesamtschule für Baesweiler wird von der Bezirksregierung blockiert, eine Sekundarschule könnte in der Realschule wachsen, wenn die gleichzeitig Jahrgang pro Jahrgang ausläuft – kreisten die Äußerungen vor allem um die derzeit im Düsseldorfer Landtag von SPD, Grünen und CDU vorbereitete Möglichkeit, innerhalb einer Realschule je nach Leistungsstand eine Differenzierung in einigen Fächern anzubieten. So dass Schüler entweder zum Haupt- oder zum Realschulabschluss geführt werden können.

Geht das personell?

In „äußerer Differenzierung“ – also stundenweise in getrennten Klassenräumen – solle das aus Baesweiler Sicht geschehen, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens bei der Vorstellung des Konzepts. Aber geht das personell überhaupt? Das wurde angezweifelt. Zumindest die, die gekommen waren, äußerten deutliche Kritik an „so einem Plan, der doch kaum funktionieren könne“, wie ein Vater ahnte. Die Realschule werde auf diese Weise „erstickt“, machte sich ein Zwischenrufer Luft.

Und immer wieder meldeten sich Eltern zu Wort, die sich eine reine Realschule wie bisher wünschten. Oder vielmehr eine, wie sie es vor ein paar Jahren vielleicht mal gab. Dass aber zunehmend Kinder mit Hauptschulempfehlung in den Klassen sitzen, müsse doch einfach für Probleme sorgen, wie es eine Mutter recht unverblümt formulierte: „Lernschwächere Kinder und die, die am Gymnasium scheitern und in der Realschule erst mal Fuß fassen müssen, ziehen die reinen Realschüler runter.“

Sicher: das ist drastisch formuliert und so wohl kaum zutreffend – aber unterm Strich ist es ein wesentlicher Grund, warum der Handlungsbedarf besteht und groß ist. Deshalb machte Willi Linkens mehrfach deutlich, dass sich etwas ändern muss. Das tut not. Um dem Lerntempo aller Schüler gerecht zu werden, gilt es, dass die Realschule in einer Form erweitert, umstrukturiert, neu gedacht wird. Augen zu und weitermachen? Keine Option.

Applaus bleibt gering

Den „Mut, eine richtige Sekundarschule daraus zu machen“, forderte für die SPD am Abend Dr. Karl Josef Strank ein. Zumal in diesem Fall zusätzliche Lehrerstellen winkten, wie er betonte. Doch der Applaus blieb gering. Schulamtsleiter Wolfgang Ohler gab zu erkennen, dass er vielmehr den Fortbestand der Realschule mit „Differenzierungsmöglichkeit“ favorisiert. „Für uns ist das eine gute Möglichkeit, den im Land vielleicht zu schnell angestrebten Prozess, die Haupt- und Realschule zugunsten von Gesamtschulen kaputt zu machen, zu bremsen!“

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