Herzogenrath - Viele Schüler kehren Herzogenrath den Rücken

Viele Schüler kehren Herzogenrath den Rücken

Von: -ks-
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Herzogenrath. Die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen in Herzogenrath sind zwar nicht endgültig, weil die Werte im Rahmen eines „vorgezogenen Verfahrens“ ermittelt worden sind.

Die definitiven Zahlen werden später vorliegen, hieß es im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur. Dennoch zeigten sich Vertreter der Fraktionen alarmiert. Fachbereichsleiter Josef Poqué berichtete, dass für die Europaschule (Gesamtschule in Merkstein) 84 Anmeldungen vorliegen, davon 17 Einpendler.

Für die Gesamtschule in Kohlscheid wurden bislang 93 Kinder für die Eingangsklassen registriert, davon 37 Einpendler. Ebenfalls 37 Einpendler sind unter den am städtischen Gymnasium angemeldeten 129 angehenden Fünftklässlern. Macht in der Summe 306 Anmeldungen.

Allerdings weisen die Grundschulen in Herzogenrath ein Potenzial von insgesamt 343 Viertklässlern auf, die zum Schuljahr 2017/18 auf eine weiterführende Schule wechseln. Mit Blick auf die insgesamt 91 Einpendler, die zum neuen Schuljahr weiterführende Schulen in Herzogenrath von außerhalb ansteuern, beläuft sich die Zahl der Grundschüler aus Herzogenrath, die nach Elternwillen zum neuen Schuljahr „das Weite suchen“ sollen, auf insgesamt 128.

SPD-Sprecher Dr. Manfred Fleckenstein war zugleich „überrascht und erschrocken“.

Worauf ist zurückzuführen, dass so viele Erziehungsberechtigte Schulen außerhalb bevorzugen? Mit dem Auslaufen der Real- und der Hauptschule würde wohl die Ursachenanalyse zu kurz greifen, war man sich einig. Oder ist da doch was dran?

Aus Reihen der Lehrerschaft war die Einschätzung zu hören, dass wohl nicht wenige Eltern Einrichtungen des dreigliedrigen Schulsystems bevorzugen würden. Zudem wurde auf die neue Konkurrenz Gesamtschule Würselen hingewiesen. Es sei dringend anzuraten, eine Werbekampagne für die weiterführenden Schulen in Roda zu starten. Es solle eine neue Broschüre erstellt und die Grundschule verpflichtet werden, diese auch an die Eltern zu verteilen. Zudem sollten Infoveranstaltungen organisiert werden.

Information gefordert

Bruno Barth (UBL) sagte, an Herzogenrather Grundschulen würden Werbeprospekte von Aachener Schulen ausliegen, aber einem Leiter einer weiterführenden Schule in Herzogenrath sei es verwehrt worden, dort über seine Einrichtung zu informieren.

„Ich weiß, dass ich damit dem einen oder anderen Grundschulleiter auf die Füße trete“, aber die Information von Eltern müsse erfolgen. Der Bildungsausschuss sollte sich in einer der nächsten Sitzungen in einem eigenen Tagesordnungspunkt der Problematik annehmen. Fleckenstein zürnte: „Dass zwei Grundschulen möglicherweise den Zugang verwehrt haben, ist nicht akzeptabel.“

Barth nannte einen weiteren möglichen Grund, weshalb die Europaschule an Anmeldezahlen eingebüßt haben könnte. Es sei unsensibel gewesen, über die weiterführenden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Bau- und Verkehrsausschuss in der Anmeldephase zu berichten. Erster Beigeordneter Hubert Philippengracht sagte: „Das kann man auch positiv sehen.“ Schließlich habe die Verwaltung in dem Bericht deutlich gemacht, dass die Stadt die Europaschule „aufhübschen und zukunftsfähig machen will“.

Barth legte Wert auf die Feststellung, dass er nicht Berichterstattung und Kommentierung in unserer Zeitung kritisiere. „Es ist zutreffend, dass Feuchtigkeit und Schimmel nicht von heute auf morgen auftreten.“ Der UBL-Vertreter erinnerte daran, dass die Fraktionen sich vor rund eineinhalb Jahren in der Europaschule umgesehen hatten. Dort habe der Schulleiter an einem Beispiel deutlich gemacht, wie es um den Sanierungsbedarf stehe. „Wir alle waren entsetzt über den Zustand des Raumes.“

Allerdings sei auch verständlich, dass die Stadt Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen in einem Zug geplant hat.

Es reicht nach Auffassung von Barth nicht, dass sich nur der Bau- und Verkehrsausschuss mit dem Thema befasst, dies müsse auch der Bildungsausschuss tun, um die Folgen auf den schulischen Betrieb bewerten zu können. Hierzu solle der Schulleiter zur Berichterstattung in den Fachausschuss eingeladen werden und Rederecht erhalten.

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