Baesweiler - Viele Ideen für das Familienzentrum

Viele Ideen für das Familienzentrum

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:

Baesweiler. Morgens um zehn Uhr geht die Freispielphase in der Kita Sonnenschein zu Ende. Dann laufen die Kinder von Raum zu Raum, um sich eine Aufgabe für die nächsten 45 Minuten auszusuchen.

Die Kleinen können zwischen viel Bewegung in der Theatergruppe, konzentriertem Spiel im Bau-Raum und spannenden Bastelarbeiten im Atelier wählen.

„Die Kinder sollen sich für etwas entscheiden. Daran sind sie für 45 Minuten gebunden. So sollen sie lernen, ihre Aufgaben zu Ende zu machen”, erklärt die stellvertretende Leiterin Beate Scheen. Die Kita hat im vergangenen Jahr einen aufwändigen Prozess durchlaufen und ist nun das dritte Familienzentrum unter 15 Kindertagesstätten in Baesweiler.

Was brauchen wir?

Scheen: „Am Anfang haben wir uns erstmal die Unterlagen angesehen und überlegt, was wir davon überhaupt in unserer Einrichtung brauchen.” Ideen und Vorschläge kamen dabei auch aus dem Kreis der Eltern, Grundschullehrer und Kinderärzte. Damit erstellte das Sonnenschein-Team ein Konzept für ein Familienzentrum. Das Land Nordrhein Westfalen fördert die Arbeit im Familienzentrum mit 12.000 Euro pro Jahr.

Vertrauensverhältnis

Angelika Kranz, Arbeitsgruppenleiterin „Kindergärten und Jugendarbeit” beim Kreis Aachen, skizziert Vorteil eines Familienzentrums bei der Beratung der Eltern: „Im Familienzentrum gibt es ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Erzieherinnen. Da kommt man bei Problemen eher nach hier.”

Die Aufgaben des Familienzentrums gehen über die Erziehung und Bildung der Kleinen hinaus. „Das Familienzentrum soll Eltern frühzeitig helfen. Familien werden durch Beratung und Betreuung unterstützt. Außerdem soll es für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen.”

Damit alle Familien über das Angebot der Familienzentren informiert sind, liegt dem Baby-Begrüßungspaket, das jedes Neugeborene in Baesweiler erhält, auch eine Broschüre des Familienzentrums bei. Das Angebot eines Familienzentrums, das in jeder Einrichtung unterschiedlich ist, kann von allen Familien wahrgenommen werden - nicht nur von Eltern, deren Kinder in der jeweiligen Kita betreut werden.

Nach der Kernsanierung des Gebäudes im Kirchwinkel hatte das Team um Beate Scheen Einfluss auf die Gestaltung der Räume nehmen können. Dabei sind mehrere Themenräume und ein großer Raum in der Mitte des Gebäudes mit Tischen und Stühlen herausgekommen, in dem einmal pro Monat ein Elterncafé stattfindet.

Ein Arbeitsschwerpunkt im Familienzentrum Sonnenschein ist die Integration von Migrantenkindern. Scheen: „75 Kinder besuchen unsere Kita, davon 30 mit Migrationshintergrund. Wir wollen dafür sorgen, dass die Eltern ins Gespräch kommen.” Ein Projekt, das der Sprachförderung und damit der Integration dient, ist eine Krabbelgruppe, in der zehn deutsche Kinder und Eltern gemeinsam mit zehn Migrantenkindern und deren Eltern spielen und lernen.

Scheen: „Dort entstehen Freundschaften, die bis in Schulzeit erhalten bleiben.” Neben der Sprachförderung gibt es auch Kurse, die die Motorik oder die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit der Kinder schulen sollen. Treten im familiären Bereich Probleme auf, können sich Eltern auf der Suche nach Hilfe an das Familienzentrum wenden. Von dort werden Kontakte zu den Kooperationspartnern - etwa der Erziehungs- und Beratungsstellen in Alsdorf oder einer Schuldnerberatung - hergestellt.
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