Herzogenrath - Viele Antworten auf tiefgründige Fragen

Viele Antworten auf tiefgründige Fragen

Von: Elisa Zander
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Große Runde: (v.l.) Alexander
Große Runde: (v.l.) Alexander Alvaro, Emanuel Richter, Sabine Verheyen, Martin Schulz und Eva-Maria Voigt-Küppers diskutierten beinahe zwei Stunden mit den Schülern über Europa, den Euro und die Zukunft.

Herzogenrath. „Lohnt sich die Europäische Union überhaupt noch für uns?” Die Frage, die Rodas Bürgermeister Christoph von den Driesch in seiner Begrüßung stellt, schwebt die gesamte Veranstaltung über unterschwellig im Raum.

Denn genau darum geht es. Um die Bedeutung der EU, die Zukunft des Staatenverbundes und die Stabilität ihrer Währung: des Euro. „Zehn Jahre Euro - Was interessiert uns das?” lautet das Thema der Diskussionsveranstaltung, initiiert vom städtischen Gymnasium in Kooperation mit der Stadt und dem Europe Direct Informationsbüro Aachen.

„Gute Chancen”

Ein Großaufgebot der Polit-Prominenz war angereist, Politiker, die alle in irgendeiner Weise ein Heimspiel hatten: EU-Präsident Martin Schulz, EU-Vize-Präsident Alexander Alvaro (FDP), Europaabgeordnete Sabine Verheyen (CDU), Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) sowie Professor Dr. Emanuel Richter, Europa-Experte der RWTH Aachen, diskutierten mit Schülern des Gymnasiums und der Erich-Kästner-Schule über das breite Feld Europa.

Das Interesse war groß: Tiefgründige und wohlüberlegte Fragen stellen die Schüler, erarbeitet im Unterricht, alles im Rahmen der Europawoche 2012.

Doch zunächst positionierten sich die Podiumsteilnehmer mit Statements: Sabine Verheyen etwa sieht „gute Chancen darin, dass wir mit einem gefestigten Europa aus dieser Krise herausgehen können” und somit eine positive Zukunft für junge Menschen in Europa haben.

Schnell driftet die Diskussion in Richtung Euro-Krise und Griechenland-Rettung. „Der Euro ist als Währung zehn Jahre nach seiner Einführung die stabilste Währung der Welt”, betont Martin Schulz. Alexander Alvaro sieht das ähnlich. „Der Euro ist als Währung nach wie vor stabil. Die Probleme in den Mitgliedsstaaten haben mit den dortigen Strukturen zu tun und nicht mit der Währung.”

Der EU-Beitritt der Türkei ist ebenfalls ein Thema, das den Schülern auf den Nägeln brennt. Dass eine Mehrheit der Menschen in der Türkei mittlerweile nicht mehr für einen EU-Beitritt ist, sieht Martin Schulz als eine „sehr gefährliche Entwicklung”. „Ich sehe eine Überforderung für die EU selber. Wir brauchen in der Europäischen Union eine Stabilisierungsphase”, positioniert sich Sabine Verheyen.

Die Türkei habe viele Potenziale, und derzeit liefen Kooperationen auf vielen Ebenen. „Aber für eine Vollmitgliedschaft ist die Türkei derzeit noch nicht bereit.” Den Grund dafür erklärt Alexander Alvaro: „Die Türkei oder auch die Ukraine und Serbien sind derzeit nicht in der Lage, die Voraussetzungen zu erfüllen.” Und die müssten zu 100 Prozent umgesetzt werden, fordert Sabine Verheyen. Emanuel Richter weist an dieser Stelle darauf hin, dass die 100-prozentige Erfüllung der Vorschriften oft nicht erreicht werde, beispielsweise in Bulgarien.

Martin Schulz wirft ein, dass durch eine Rhetorik wie von Verheyen und Alvaro Länder wie die Türkei nur hingehalten würden: „Wenn man nicht will, dass die Türkei beitritt, soll man es sagen.” Viel Beifall der Schüler.

„Europa-Idole” setzen sich durch

Die Politiker liefern sich einen Schlagabtausch. Waren sie sich bei der Frage nach dem Euro noch einig, wird die Debatte nun hitziger. Und so erleben die Schüler einen offenen Meinungsaustausch.

Einige von ihnen können dies vielleicht sogar in großer Runde erfahren, wenn sie nach Straßburg fahren. Dies ist der erste Preis, den die Schüler bei einem Europaquiz gewinnen konnten.

Das Europe Direct Informationsbüro Aachen unter Leitung von Winfried Brömmel hatte das anspruchsvolle Quiz ausgearbeitet. Eine große Herausforderung, wie sich herausstellte, denn die Fragen mussten so gestellt sein, dass sie sich nicht durch Internetsuchmaschinen beantworten ließen.

Die Gruppen lagen bei den Ergebnissen nah beieinander. Am Ende konnten sich die „Europa-Idole” mit 38 richtigen Antworten bei 43 Fragen durchsetzen. Für die anderen Gruppen gibt es aber keinen Grund zur Enttäuschung: Sie fahren nach Brüssel oder in den Düsseldorfer Landtag.
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