Viel zu viele Lebensmittel werden weggeworfen

Von: mabie
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Brot, Käse, Aufschnitt: Ein Drittel der weggeworfenen Lebensmittel landet ungeöffnet im Müll. Foto: stock/epd
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Will Anstöße geben: Wilfried Hammers freut sich auf den Abend mit Stefan Kreutzberger, im Klösterchen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Der Käse im Angebot sieht aber gut aus“, denkt vielleicht mancher Konsument. Und so landet das Milchprodukt in den edelstählernen Gittern des Einkaufswagens, auch wenn der Käufer vielleicht gar keinen Käse braucht. So oder ähnlich geht es den meisten Menschen, wenn sie im Geschäft ihrer Wahl unterwegs sind.

„Auch mir passiert das schon mal“, gibt Wilfried Hammers vom Soziokulturellen Zentrum Klösterchen in Herzogenrath zu. Er sorgt sich mit einer stetig wachsenden Schar von Mitstreitern schon seit Jahren darum, dass vor allem regional und saisonal gekauft wird. „Das ist beispielsweise bei unserer Kampagne ‚Aufgetischt!‘ ein Thema“, sagt Hammers weiter.

Da passt es bestens ins Bild, dass das Klösterchen in Zusammenarbeit mit dem Bistum Aachen, der Aktion „Zu Tisch mit Gott und der Welt“, der attac-Gruppe Wurmtal, dem Dorv-Laden in Pannesheide, dem evangelischen Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Aachen und weiteren Unterstützern am kommenden Mittwoch, 19. März, zwischen 19 und 21 Uhr, bei freiem Eintritt zu einer Lesung und Diskussion mit Stefan Kreutzberger ein. Der Autor liest aus dem Bestseller „Die Essensvernichter“. Zudem sind Ausschnitte aus dem Film „Taste the Waste“ zu sehen.

„Uns ist wichtig, zu zeigen, dass eigentlich niemand von guter Nahrung ausgeschlossen sein muss“, sagt Organisator Hammers. Denn es gibt weltweit viel zu viele Lebensmittel, die alleine für die Biotonne produziert werden.

Dass das nicht sein muss, zeigen regionale Initiativen in verschiedenen Projekten. So gibt es beispielsweise Anbieter, die bewusst nicht das aus den Supermarktregalen sattsam bekannte, perfekt nach Norm geformte Gemüse anbieten. „Auch wir regen immer wieder an, beispielsweise bei Ferienspielen oder bei unserem Projekt ,Tellerrand‘, dass die Menschen sich beim Büffet nur so viel auf den Teller packen, wie sie wirklich schaffen“, fordert Hammers zum Umdenken auch im vermeintlich Kleinen auf. Satt werden sie alle, da ist er sicher, lecker ist es auch, aber manchmal graust es ihm beim Anblick des Essens, das weggeworfen wird, weil zu viel da ist oder einfach zu viel eingekauft und verarbeitet wurde.

Doch der Abend macht auch darauf aufmerksam, wie es weltweit um die Nahrungsmittelverschwendung bestellt ist und warum manches, was mühsam und oft unter Einsatz von industrieller Agrarkultur produziert wird, immer noch sofort in der Tonne landet.

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