Würselen - Viel Beifall bei Jahreskonzert des Kammermusikkreises

Viel Beifall bei Jahreskonzert des Kammermusikkreises

Von: ehg
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Starker Auftritt: Beim Konzert des Kammermusikkreises der Stadt Würselen in St. Marien brillierte auch die neunjährige Clara Stümke durch ihre Virtuosität auf dem Violoncello. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Auf hohem Niveau angesiedelt war das Jahreskonzert, das der vom damaligen Kantor an St. Sebastian, Richard Klein, 1967 gegründete Kammermusikkreis unter der souveränen Leitung von Julia Prinsen-Feneberg in der Kirche St. Marien gab. Für den Sprecher des Veranstalters, des Gemeindeausschusses und der Reihe „Schwarz auf Weiß“, Hans Peter Pütz, war es eine hohe Ehre, eine stattliche Zahl von Konzertbesuchern – die Sitzplätze reichten nicht aus – begrüßen zu können.

Neunjährige Cellistin

Bekanntschaft machten sie unter anderem mit zwei recht unbekannten italienischen Komponisten, aber auch mit zwei herausragenden Solisten, der neunjährigen in Aachen geborenen Cellistin Clara Stümke sowie mit dem vielseitigen und viel gereisten Aachener Kontrabassisten Klaus Schruff. Sie drückten dem Konzert ihren Stempel auf, während Lorenz van Treeck die Komponisten vorstellte und – aus seiner Sicht – in die dargebotenen Kompositionen einführte.

In das Konzert stimmte das harmonisch besetzte 25-köpfige Streichorchester ein mit „Antiche Danze ed Arie“ (Suite Nr. 3) von dem 1936 verstorbenen Italiener Ottorino Respighi, einem führenden Vertreter der neuzeitlichen Instrumentalmusik. In den ersten drei Sätzen „Italiana“, „Arie di Corte“ und „Siciliana“ bearbeitete er insgesamt zehn Lieder aus dem späten 16. Jahrhundert, im vierten Satz „Passacaglia“ griff er auf eine Suite aus dem späten 17. Jahrhundert zurück.

Das Orchester brachte die abwechslungsreiche Komposition mit sehr unterschiedlichen Stimmungen – mal melancholisch und mal heiter, mal beschwingt oder getragen – einfühlsam zu Gehör. Subtil schöpfte Dirigentin Julia Prinsen-Feneberg die breiten Gestaltungsmöglichkeiten ihres Klangkörpers aus. Das Publikum honorierte die anspruchsvolle Leistung mit anhaltendem Beifall.

Solo mit dem Kontrabass

Sodann kam der italienische Barockmeister Antonio Vivaldi, der eine große Anzahl von Solokonzerten für verschiedene Instrumente komponierte und somit als Pionier des Solokonzertes in die Musikgeschichte eingegangen ist, zu Ehren. Ihre Virtuosität stellte die Grundschülerin Clara Stümke beim Konzert in C-Dur für Violoncello, Streicher und Cembalo unter Beweis.

Während das Orchester in den Hintergrund trat, wurde die Solistin allein vom Kontrabass und dem Cembalo begleitet. Mit stehenden Ovationen wurde die bravouröse, technisch schon ausgereifte musikalische Glanzleistung honoriert. Die anschließende Zugabe war Ehrensache!

Nach der Pause schlug die „Stunde“ des Kontrabassisten Klaus Schruff, der nahezu seit zwei Jahrzehnten solistisch in verschiedenen Ensembles in Erscheinung getreten ist und seit 2001 vorrangig als Musik- und Englischlehrer tätig ist. Auf seinem Solo-Kontrabass setzte er sich, unterstützt vom Orchester bei der Wiedergabe von „Elegia“ bravourös in Szene.

Es handelte sich dabei um eine Komposition von Giovanni Bottessini, die dieser für den „Eigengebrauch“ bei Opern-Aufführungen geschrieben hatte, so auch das dargebotene „Bravourstück“. Das Publikum war hellauf begeistert von der außergewöhnlichen Fülle an Klängen, die der Solist seinem Instrument entlockte.

Zugabe gefordert

Einen weiteren Glanzpunkt setzte das Orchester mit der Serenade für Streicher des neuzeitlichen englischen Komponisten Edvard Elgar. Eine erste Fassung dieser Komposition führte er 1888 als „Three Sketches for String Orchestra“ auf. Als „Frühlingslied“ gestaltete das Orchester den ersten Satz.

Gefühlvoll und sensibel rührte der zweite Satz die Konzertbesucher an. Beim dritten fiel auf, wie die Themen, zunächst von den tiefen Instrumenten vorgegeben, von den höheren Stimmen kanonartig aufgegriffen wurden. Es verwunderte nicht, das Elgar die Serenade für Streichorchester zu seinen Lieblingswerken zählte. Es sei die erste Komposition gewesen, mit der er in vollem Umfang zufrieden gewesen sei, ergänzte Moderator Lorenz van Treeck.

Wie er ließen sich auch die Konzertbesucher in vollen Zügen von dem gebotenen musikalischen Hochgenuss vereinnahmen. Die geforderte Zugabe wurde angesichts der reifen Leistung bereitwillig geboten. Der Wermutstropfen: Es dürfte voraussichtlich das letzte Mal gewesen sein, dass das Jahreskonzert des Kammermusikkreises in St. Marien stattgefunden hat.

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