Alsdorf - Viel Beifall am Ende der „Schöpfung”

Viel Beifall am Ende der „Schöpfung”

Von: Lars Odenkirchen
Letzte Aktualisierung:
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Mal stille Bilder, mal aber auch in schneller Bewegung: Die Ballett-Schule Harlekin überzeugte mit einem starken Auftritt. Foto: dmp

Alsdorf. Wie klingt der Beginn der Welt? Ein bisschen vielleicht wie ein Sonnenaufgang, doch streng genommen ist es keiner, denn die Sonne gibt es noch gar nicht am Beginn von Haydns „Schöpfung”, am Anfang aller Tage.

Sechs Tage dauert die Schöpfungsgeschichte in der Bibel, zwei Stunden hingegen die musikalische Umsetzung Joseph Haydns, die in der Stadthalle gemeinsam vom städtischen Chor und der Ballettschule Harlekin aufgeführt wird.

Die Schöpfung ist nicht gerade ein klassisches Ballettstück, sie ist kein „Schwanensee” und kein „Nussknacker”, doch wer den Abend in der Stadthalle erlebt, dem fällt nicht auf, dass das Stück als Oratorium eigentlich gar nicht für die Bühne konzipiert wurde - zu gut fügen sich die Musik und die getanzten Bilder, choreographiert von Heike Schrey und Uschi Vleek, zu einer Einheit zusammen.

Eine echte Herausforderung stellt das Stück aber nicht nur für die Tänzer dar: Wirklich anspruchsvoll ist das von Chorleiter Günther Kerkhoff anlässlich von Haydns 200. Todestag ausgewählte Oratorium auch für den städtischen Chor - die mehrstimmigen Lobgesänge meistern die Sängerinnen und Sänger dennoch mit bewundernswerter Leichtigkeit und Sicherheit.

Musikalische Unterstützung erhält der Chor dabei nicht nur vom Jugendchor, dem Würselener Balbinachor und Mitgliedern der Aachener Capella a Capella, sondern auch vom Kammerorchester Dieter Beißel und den drei Solisten Tatjana Kronau (Sopran), Giovanni da Silva (Tenor) und Christian Brülls (Bass).

Immer wieder sind es die kleinen Gegensätze, von denen die Aufführung lebt, mit deren Handlung ja fast jeder vertraut ist. Da sind einerseits die Rezitative, in denen nur die Solisten und Ren Schwiers Cembaloklänge zu hören sind, auf der anderen Seite aber auch monumentale Chorpassagen, in denen Haydns Lobgesänge immer wieder neue Höhen erreichen. Gleiches gilt für die Tanzaufführung selbst: Oft sind die rund 50 Schülerinnen und Schüler der Alsdorfer Ballettschule gemeinsam auf der Bühne und veranschaulichen mal in stillen Bildern, mal aber auch in schneller Bewegung nicht nur die Texte, sondern auch die Musik selbst. Gerade zum Ende hin folgen aber auch immer wieder Passagen, in denen es ganz ruhig und einsam zugeht auf der Bühne, sei es bei der Schöpfung der einzelnen Tierarten oder aber auch bei den verliebten Szenen von Adam und Eva, überzeugend gespielt vom Geschwisterpaar Damian und Mailin Kruczek.

Furios gelingt das Finale, in dem nicht nur Chor und Orchester, dirigiert von Günther Kerkhoffs, zu einem letzten, epochalen Lobgesang ansetzen, sondern auch alle Tänzerinnen und Tänzer in einem beeindruckenden Bild gemeinsam auf der Bühne erscheinen.

Minutenlang applaudiert das Publikum und belohnt die monatelangen Proben für diese eine, einzige Aufführung mit stehenden Ovationen, so dass der Schlusschor als Zugabe noch einmal wiederholt wird.

Zum Schluss ist allen Zuschauern und -hörern in der gut besetzten Stadthalle eines klar: Es war eine wirklich gelungene Schöpfung, die die Ballettschule, der Chor und allen übrigen Beteiligten an diesem Abend auf die Bühne gebracht haben.
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