Vetrotex vor dem Aus: Individuelle Betreuung für alle

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. Der Landesarbeitsminister macht sich höchstpersönlich ein Bild von der Lage der Vetrotex-Mitarbeiter: Schon am kommenden Donnerstag wird Karl-Josef Laumann nach Herzogenrath kommen.

Das hat Erster Beigeordneter Detlef Zähringer nach dem ersten Treffen des von Bürgermeister Christoph von den Driesch initiierten Runden Tisches, der am Freitagmorgen im Rathaus tagte, mitgeteilt.

22 Vertreter der wichtigsten Institutionen und Interessenverbände waren gekommen, darunter die Arbeitsagentur, die Agit, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die IGBCE, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Aachen, die Kirchen und der Kreis Aachen sowie das „Netzwerk für Arbeit” unter der Ägide der Bildungsstätte Nell-Breuning-Haus.

Letzteres hatte sich - auch mit Beteiligung der Stadt - bereits vor rund drei Jahren gegründet, als es um die Entscheidung zur Sanierung der Glasschmelzwanne von Vetrotex und damit die Standortsicherung ging.

Somit kennen sich die Beteiligten bereits aus dem gleichen Kontext, wie Zähringer erläutert. „So war das Treffen getragen von Infos aus erster Hand”, freut sich Zähringer über den hohen Grad an Konstruktivität der zweistündigen Sitzung.

„Man konnte spüren, dass alle an einer guten Lösung mitarbeiten wollen.”

Vetrotex-Geschäftsführerin Anita Beblek und Betriebsratsvorsitzender Rolf Cüpper haben Details zur Situation dargelegt. Unter anderem gibt es ein erstes Belegschaftsprofil, das Experten nun weiter analysieren werden.

„Die Mitarbeiterschaft bei Vetrotex hat eine sehr heterogene Struktur”, erläutert Zähringer. „Viele sind schon seit Jahrzehnten dabei, deren Vorqualifikation natürlich auch schon einige Zeit her ist. Das Durchschnittsalter ist 48 Jahre.

Es gibt aber auch viele ungelernte Kräfte. Darüber hinaus ist es nicht ganz einfach, für diesen speziellen Bereich der Glasindustrie Nachfolgetätigkeiten zu finden.”

Gründliche Qualifizierung wird also im Vordergrund stehen bei den Bemühungen aller Beteiligten am Runden Tisch. Zudem soll es aber auch weitergehende personalbegleitende Maßnahmen gehen, und zwar eine sehr individuelle Betreuung der Vetrotexaner bis hin zu privaten Finanzierungs- und gegebenenfalls Entschuldungsfragen.

Zähringer: „Es kann ja zum Beispiel sein, dass Mitarbeiter gerade gebaut oder eine Immobilie erworben haben.” Auch für die Familien soll es im umfassenden Sinne eine Begleitung geben.

Von Werksleitung und Betriebsrat seien diese Ankündigungen sehr positiv aufgenommen worden. Zähringer: „Somit hat sich der Runde Tisch auf Initiative des Bürgermeisters bereits als Volltreffer erwiesen. In der kommenden Woche sollen weitere konkrete Gespräche mit der Agit, der Bundesagentur für Arbeit und der Arge sowie dem Bistum geben. Und unmittelbar nach Pfingsten ist das nächste Treffen des Runden Tisches anberaumt.
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