Herzogenrath - Vetrotex-Gelände soll Platz für neue Jobs bieten

Vetrotex-Gelände soll Platz für neue Jobs bieten

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
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Noch liegt das Vetrotex-Gelände brach: In Zukunft entsteht dort ein Industrie- und Gewerbepark. Foto: Katrin Fuhrmann

Herzogenrath. Die Entwicklung des Vetrotex-Geländes in Herzogenrath wird konkreter. Der Rat der Stadt Herzogenrath hat in seiner jüngsten Sitzung der Aufbereitung des Geländes als Industrie- und Gewerbepark zugestimmt. Ein Förderantrag wurde bereits gestellt.

Um eine Förderung nach den Richtlinien des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms zu erhalten, muss ein regionaler Konsens hergestellt werden. Das hat der Zweckverband Region Aachen am 1. Dezember getan – dementsprechend steht einer Förderung nichts mehr im Wege. „Wir rechnen fest damit, dass wir die Förderung erhalten“, sagt Hubert Philippengracht, Erster Beigeordnete der Stadt Herzogenrath. Man erfülle alle Rahmenbedingungen. Der Antrag werde zurzeit geprüft.

Kanal- und Straßenbau

Wie Bürgermeister Christoph von den Driesch dem Stadtrat mittelte, habe er in diesem Jahr den ersten Bewilligungsbescheid zum integrierten Handlungskonzept Herzogenrath-Mitte entgegennehmen dürfen. Demnach habe die Stadt für das kommende Jahr 612.000 Euro und für das Jahr 2019 3,71 Millionen Euro für die Umsetzung eingeplant. Darin enthalten sind die Erschließungskosten für das Vetrotex-Gelände. Schon länger wollen Stadt und Fraktionen, dass Gewerbeflächen geschaffen werden. Denn: Die Stadt hat keine mehr.

Die Erschließung des Vetrotex-Geländes sei auch deswegen so einfach, weil das Grundstück der Stadt ohnehin gehöre und Bebauungs- und Flächennutzungsplan bereits erstellt wurden. Laut Philippengracht stehen 2018 die weiteren Planungen an. Heißt konkret: Baumaßnahmen, wie Kanal- und Straßenbau sowie das Entwässerungssystem, die für die für die Fläche nötig sind, können ausgearbeitet werden. Ist das vollzogen, könnte Anfang 2019 mit der Vermarktung begonnen werden. Spätestens dann könnte interessierten Unternehmen auch die zur Verfügung stehende Fläche mitgeteilt werden. Dass das Gelände jetzt für Industrie und Unternehmen bereitgestellt wird, war ein langer Weg. Gut acht Jahre ist es her, dass die Firma Vetrotex an der Bicherouxstraße ihre Pforten schloss und nach langem Kampf um Abfindungen und Sozialpläne rund 200 Mitarbeiter entlassen wurden.

Spektakulär waren die Abrissarbeiten der massiven Aufbauten des einstigen Glasfilamente-Herstellers, die sich fast über ein Jahr hinzogen. Geblieben ist eine aufgeräumte Brache, die seit dem auf eine neue Verwendung wartet. Schon 2010 war eine Machbarkeitsstudie für den Bereich erarbeitet und 2012/13 der Rahmenplan „Nördliche Innenstadt Herzogenrath-Mitte“ entwickelt worden. Bürgermeister Christoph von den Driesch hatte 2015 gesagt: „Wir haben uns natürlich auch schon Gedanken gemacht, wie Gewerbe auf der Vetrotex-Brache anzuordnen wäre, um Immissionen so zu verteilen, dass sie nach oben, zum Wohngebiet hin, minimiert werden.“

Wohngrundstücke bereits bebaut

Die oberhalb des Hangs ausgewiesenen Wohngrundstücke in Richtung Dahlemer Straße sind unterdessen längst bebaut worden. Die Opposition aus Grünen, Linke, FDP und Piraten hatte damals einen Antrag gestellt, der sich auf die noch vakanten Flächen entlang der Bicherouxstraße und Richtung Thiergarten bezog. Damals hieß es: Unverändert bestehe in Herzogenrath große Nachfrage nach „hochwertigen citynahen Wohnquartieren“. Auf dem ehemaligen Vetrotex-Gelände könnte ein solches beispielhaftes Quartier entstehen, „das von sehr kurzen Wegen zur Innenstadt, zu Schulen, Bahnhof usw. profitieren könnte“.

Bei Bürgermeister Christoph von den Driesch stieß dieses Vorstoß allerdings auf wenig Gegenliebe: Es gebe „konkrete gewerbliche Interessenten für die Vetrotexfläche“, sagte er. Und betonte überdies: „Im Übrigen ist meines Erachtens eine Wohnnutzung nicht planungsrechtlich darstellbar, allein die Immissionen lassen das nicht ansatzweise zu.“ Vielmehr riskiere die Opposition, „potenzielle Interessenten und auch bestehende Betriebe unnötig zu verunsichern. Nach Jahren Diskussion und verschiedenen Ideen, die zum Teil wieder verworfen wurden, dürften alle Beteiligten froh sein, dass das Gelände endlich erschlossen wird.

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