Verleihung mit mitreißenden Momenten

Von: Sigi Malinowski
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Das sollte seine Glückszahl s
Das sollte seine Glückszahl sein: Holger Dorbholz ist 14. Träger des Sonderordens Goldenes Wappen, das ihm Narrenzunft-Präsident Dieter Schönebeck (r.) plus Urkunde überreichte. Sein Vorgänger Peter Jansen (2.v.l.) hielt die Laudatio. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Man könnte Holger Dorbholz auch als (Ordens-)„Ritter aus Leidenschaft” bezeichnen. Leidenschaftlicher Vater, leidenschaftlicher Karnevalist, geprägt im Lande der „Jeälpuete”: Das ist der Bardenberger Holger Dorbholz.

Er hat sich an der Stätte seines beruflichen Wirkens, in Baesweiler, dauerhaft im jecken Geschäft sesshaft gemacht. Dabei halfen die Baesweiler dem Leiter der Sparkassenfiliale Am Reyplatz aber auch mit leidenschaftlicher Hinwendung. Sie gaben ihm am Sonntag den Sonderorden Goldenes Wappen.

Brillante Rede

Dieser Orden wird von vielen als höchste Auszeichnung im heimischen Baesweiler Karneval verstanden. Der 14. Träger dieser hochrangigen Auszeichnung - sie wurde seinerzeit vom Narrenzünftler Herbert Kusseler „erfunden” - reiht sich in eine illustre Schar von Empfängern ein.

Die in die Alte Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler von der Kölner Band „6 Richtije” hineingedonnerte Hymne hatte durchaus symbolischen Charakter. „Jetzt gehts los”, sangen die Jungs aus Kölle. Und wie! Die von Bürgermeister Dr. Willi Linkens angeführte Mannschaft der Ehrengäste, die weitere Wappenträger, Politiker, Bänker und Vereinsvertreter beinhaltete, wurde vom Moderator und Narrenzunft-Präsidenten Dieter Schönebeck „angestachelt” und legte zusehends jegliche Zurückhaltung ab. Auf der Bühne wurde es bunt und bunter. Sämtliche Gesellschaften des Stadtgebietes Baesweiler wuchteten ihre Tollitäten hoch. Die ausrichtende KG Narrenzunft schickte ihren tanzenden Nachwuchs ins Rampenlicht. Baesweiler feierte sich schon in den Mittagsstunden in einen kleinen Rausch.

Lachsalven gabs, als zunächst der 13. Ordensträger Peter Jansen vom Karnevalsausschuss Setterich die Laudatio auf seinen neuen Kollegen Dorbholz hielt. Dass Dorbholz immer noch nicht im Stadtgebiet Baesweiler wohnt, „juckt” Jansen. Er stieß Bürgermeister Dr. Willi Linkens an: „Willi, müssen wir da etwas nachhelfen?” Holger Dorbholz, der mit Ehefrau und beiden Töchtern zur Ordensverleihung erschienen war, wurde von Jansen als „bodenständig und naturverbunden” bezeichnet und als „sympathischer Ordensträger, der viel für den Baesweiler Karneval getan hat und gut in unsere Reihen passt”. Auch als bekennender Fan des Fußball-Zweitligisten Alemannia Aachen, dem Dorbholz eine Dauerkarte abgekauft hat.

Als KG-Präsident Dieter Schönebeck den Orden überreicht hatte, setzte der frisch Gekürte zu einer brillanten Rede an, die das närrische Volk förmlich mitriss. In Anspielung an den in der Kritik stehenden Bundespräsidenten Christian Wulff merkte Dorbholz süffisant an: „Um von Anfang an Transparenz zu schaffen, erkläre ich hiermit, für mein Haus in Bardenberg keine Kredite von Freunden in Anspruch genommen zu haben.” Mit einem Augenzwinkern schickte er hinterher: „Ich bin ganz ehrlich, das hat mir auch keiner von meinen Freunden angeboten.” Dorbholz zeigte sich „froh, dass ich diesen Orden hier bekommen habe - und nicht den aus Aachen mit den Tieren.” Denn die Gefahr dabei: „Einige, die den Aachener Orden bekamen, waren danach weg vom Fenster.” Aus dem täglichen Leben als Vater, Ehemann und Schwiegersohn („Meine Schwiegermutter hat meine Rede geschrieben”) lieferte Dorbholz einen Erfahrungsbericht ab, der mit einem Feuerwerk an Pointen bühnenreif war.

Großes Lob

Ordenskollege Erich Behrendt, der im Auftrag des Kuratoriums „Menschen helfen Menschen”, des Hilfswerks des Zeitungsverlags Aachen, eine Spende von 1380 Euro von Holger Dorbholz entgegennahm, lieferte einen verbalen Ritterschlag nach. Behrendt betonte unter großem Applaus: „Ein supertoller Ordensträger!”

Dem schloss sich die komplette närrische Gemeinde uneingeschränkt an...
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