Verleihservice sorgt für neuen Pausenspaß

Von: Stefan Schaum
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Bloß nicht aus der Bahn kommen: Tristan braucht Fingerspitzengefühl, um die Kugel über die beweglichen Elemente der Plastik-Acht zu lenken. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Kinder, die mit dicken Kreidestücken auf dem Bürgersteig hocken, fleißig Linien ziehen und anschließend munter über die entstandenen Felder hüpfen, sieht man selten heutzutage. „Hüpfkästchen ist ein Spiel, das Kinder kaum noch kennen”, sagt Gudrun Tribbels, Leiterin der katholischen Grundschule in Loverich.

Und es ist bei weitem nicht der einzige vergessene Zeitvertreib. Auch Gummitwist, Dosenlaufen und Murmelspielen sind im Internetzeitalter kaum noch gefragt. Doch die Lovericher Grundschüler entdecken derzeit mit viel Freude neu, was schon ihren Großeltern Spaß gemacht hat.

Höchstens angestaubt

Während einer Projektwoche haben sich die Kinder auch mit den Spieleklassikern von einst beschäftigt. Und sie haben dabei gemerkt, dass die vielleicht etwas angestaubt sein mögen, aber keinesfalls langweilig sind.

„Früher habe ich in den Pausen auf dem Schulhof immer nur Fußball gespielt”, sagt Tristan, der heute seinen Ball auch mal Ball sein lässt. Und der stattdessen gerne eine sehr viel kleinere Plastikkugel mit Fingerspitzengefühl über eine wacklige Bahn befördert. Der sich im Dosenlaufen übt, im Frisbeewurf oder im Boccia. Möglich ist das, weil seit kurzem zu Beginn jeder großen Schulpause ein besonderer Verleihservice startet.

Viertklässler stehen parat

Jeweils vier Viertklässler stehen dann in einem kleinen Raum parat, um anderen Kindern Spielgeräte anzureichen. Das können Murmeln sein oder große Scheiben auf wackligen Füßen, auf denen die Kinder ihr Gleichgewicht erproben können.

Eine Spende des Fördervereins der Schule, der dieser Tage sein 20-jähriges Bestehen feiert, hatte die Anschaffung zahlreicher neuer Spielgeräte ermöglicht. Ein Leihkartensystem hilft dabei, die Gegenstände zu verwalten, damit auch ja keiner davon verloren geht. Bislang ist der Ansturm auf den Verleih riesig. Die Kinder nehmen gern Wartezeit in Kauf, bloß um ein paar Minuten jonglieren, balancieren oder hüpfen zu können.

Eine Ermunterung

Gudrun Tribbels sieht diesen Andrang gern. Sie ist an der kleinen Schule mit 90 Schülern für den gesamten Sportunterricht zuständig. „Man hört häufig, dass Kinder sich heute nicht mehr so gern und so oft bewegen.” Dem kann sie nicht zustimmen. „Sie bewegen sich immer noch sehr gern - wenn man sie dazu ermuntert.” Und so wie es aussieht, funktioniert das beim Spieleverleih bestens.

Auf dem kleinen Schulhof ist seit dem Start während der Pause überall Action. Selbst das gute alte Hüpfkästchen, das mit Farbe dauerhaft auf den Boden gebracht worden ist, ist stets umlagert. Auch an junge Torschützen ist übrigens gedacht worden. Die haben in der Vergangenheit ohnehin gern mal ihre Bälle gegen eine Wand der Schule gedonnert. Auf die haben Mütter während der Projektwoche ein großes Tor gepinselt. Damit das Bolzen und Zielen glatt noch mal so viel Spaß macht...
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