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Verkehr in Roda: Lückenschluss und neuer Knotenpunkt

Von: tv
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Herzogenrath. Hans Joachim Sistenich zeigte sich überzeugt: Viele Verbesserungen werden die Infrastrukturmaßnahmen im Schienen-Personennahverkehr und im öffentlichen Personennahverkehr in der Städteregion und den angrenzenden Staaten und Kreisen für die Roda-Stadt mit sich bringen.

Es gibt jedoch auch einen dicken Wermutstropfen. Die geplanten Neuerungen stellte Sistenich, Mitglied der Geschäftsführung von Nahverkehr Rheinland, den Mitgliedern des Bau- und Verkehrsausschusses vor.

Die Strecke zwischen Herzogenrath und der niederländischen Grenze soll komplett elektrifiziert werden. Damit wird der Weg frei für den Anschluss Aachens und Herzogenraths an das niederländische Hochgeschwindigkeitsnetz. Auch auf Seite des Nachbarstaates werden bereits intensiv Vorbereitungen getroffen. Die dafür nötigen Arbeiten am Bahnhof der Roda-Stadt werden die Kunden kaum mitbekommen. Lediglich signaltechnische Änderungen stünden an, ganze Bauwerke brauche man nicht zu errichten, so Sistenich.

Strom statt Diesel

Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte die Neuerungen: „Die Anbindung Herzogenraths und Aachens an das niederländische Intercity-Netz ist ein richtiger und wichtiger Schritt. Sie schließt eine Lücke im europäischen Eisenbahnnetz und lässt die Menschen in Europa näher zusammenrücken.” Ihr Kollege Dr. Bernd Fasel, Sprecher der Roda-Grünen, sieht Herzogenrath gar als „regionalen Knotenpunkt im Personenverkehr auf der Schiene”, wenn alles nach Plan laufe.

„Die verbesserte Anbindung an die anderen Städte des Nordkreises, etwa durch die Euregiobahnverbindung nach Alsdorf im Halbstundentakt, wird diese Entwicklung noch verstärken”, erklärte Fasel weiter. Auch die Strecke der Euregiobahn wird mit Blick auf die in den nächsten Jahren erfolgende Ausschreibung des Streckenbetriebs elektrifiziert. Laut Sistenich ist der Betrieb über anderthalb Jahrzehnte als Dieselstrecke bei der Entwicklung der Energiepreise und unter Umweltaspekten nicht zu verantworten.

An einem Punkt der kommenden Änderungen im Bahnverkehr stoßen sich die Ausschussmitglieder fraktionsübergreifend: Der Bahnhof in Kohlscheid wird wieder abgewertet. Nachdem hier schon der Regionalexpress 4 (Wupper-Express) nicht mehr hält, wird jetzt der Stadtteil jetzt auch von der RB 33 nach Duisburg abgebunden. Diese Entscheidung sei getroffen worden, um die vielen positiven Effekte - etwa die Anbindung Heinsbergs an die Städteregion - zu ermöglichen, so Sistenich Fahrplanlöcher gebe es nicht mehr und der Güterverkehr laste die Schiene zusätzlich in hohem Maße aus. Dass die Streichung des Halts in Kohlscheid für das Gesamtergebnis gut sein möge, bezweifelt CDU-Fraktionschef Reimund Billmann nicht, für den Stadtteil sei es jedoch eine heftige Verschlechterung.

Nun müssten Fahrgäste, die die RB 33 Richtung Duisburg nutzen wollten, entweder in Herzogenrath umsteigen oder gleich einen anderen Bahnhof nutzen. Dies werde der Bedeutung des Standorts Kohlscheid mit dem TPH und den dort ansässigen Technologieunternehmen nicht gerecht. Zudem verwies Billmann auf die städtischen Mittel, die vor einigen Jahren zum Erhalt des Bahnhofs eingesetzt wurden. Auch Vertreter von FDP, SPD und Linken bemängelten diesen Schritt.
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