Würselen - Veries und Zibbel lassen Puppen tanzen

Veries und Zibbel lassen Puppen tanzen

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
zibbelbu
Die Einberufung macht´s möglich: Plötzlich ist Geselle Zibbel (3.v.l.) der Chef von Meister Veries (r.) ...

Würselen. Von der ersten bis zur letzten Minute - rund zwei Stunden lang - wurde in der Mehrzweckhalle an Wilhelmstein von Herzen gelacht: Die Heimatbühne Bardenberg (Dramatische Vereinigungen Dilettantenfreunde 1897 Bardenberg) führte den von Hubert Holzmann in Öcher Platt zu Papier gebrachten Lustspiel-Klassiker „Öcher Jonge op Übung” auf.

Die Akteure brauchten sich keine Sorge zu machen, „dat dat Stöcksje” beim Publikum angekommen war. Sie gaben schauspielerisch ihr Bestes und wuchsen an der Seite von Altmeister Hans Meeßen über sich hinaus. Mit dem frohen Lied der Schusterjonge beginnt der Tag in der Werkstatt von Meister Veries Knüfermann (Hans Meeßen). Die Welt ist so lange in Ordnung, bis Ehefrau Sting (Martina Havers) ihm, dem versoffenen Individuum, wieder gehörig die Leviten liest. „Jetzt fangen die Puppen an zu tanzen”, stottert sich Geselle Zibbel (Hans Dohmen) durch den Tag und überschlägt sich dabei so sehr, dass sein sprachliches Defizit auf den Meister abfärbt. Das Publikum kugelt sich vor Lachen. Szenenapplaus ist programmiert.

Der Streit zwischen Zibbel und dem zweiten Gesellen Nieres (Heinz Kremer) nimmt kein Ende. Als Veries´ Ehefrau mit Scheidung droht, schwört der Meister, dass kein Tropfen mehr über seine Lippen komme. Unterdessen reklamiert Witwe Geäsch (Lydia Beek) ein paar Schuhe, an denen noch die „Penne” herausstehen. Keiner will die Schuhe gemacht haben. Es wird immer turbulenter. Erst recht, als der Schutzmann (Christian Vergöls) für Gesellen und Meister Einberufsbescheide zustellt. „Du âstammelst´ die ganze Kompanie durcheinander”, legt sich Nieres mit Zibbel an. „Das war noch einmal eine Beerdigung...”, schwankt Meister Veries in die Werkstatt. Kommentar der Ehefrau, die sich ins Fäustchen lacht, dass ihre bessere Hälfte einberufen worden ist: „Trinken tut er nicht, suffe!”

Treue Husare...

Nebenbei erscheint Gretchen (Jaqueline Steins/Janine Syben) Stings Nichte, und erzählt von einem Brief, den ihr Verlobter Schang (Rolf Poque), der gerade als Gefreiter seinen Wehrdienst leistet, geschrieben hat. Die Fäden der Verwicklungen sind gesponnen... „Auf der Heide blüht ein kleines Blümelein!”, steigt in der Kaserne das erste Saufgelage. Die „Öcher” Schuster geben mit Gretchens Verlobtem Schwang den Ton an. Der Kölner Pitter (Marcel Flüggen/Daniel Nießen), Blümchen (Heinz Serf) aus Schwaben und der Ostpreuße Matschenk (Markus Havers) müssen sich unterordnen. Bis der stotternde Unteroffizier Zibbel („Hier habe ich das Kommando!”) die Stube strammstehen lässt - nicht ohne Rachegelüste.

Feldwebel (Harry Jeurissen) gebietet Einhalt. Doch dann geht es mit dem „Treuen Husar” weiter. Meister Veries wartet mit der russischen Philosophie von den zwei Möglichkeiten auf. Das Publikum überschlägt sich vor Lachen. „Scheren Sie sich zum Teufel”, weist Sergeant (Hans-Joachim Vergöls) die Aachener Bande in die Schranken. Eine Lachnummer für sich ist das Bauen der Betten mit den sechs Wehrpflichtigen in langen Unterhosen. Für Ordnung zu sorgen vermag nicht einmal der Hauptmann (Michael Bülles). So wenig Respekt haben die „Öcher” vor militärischen Dienstgraden. Es darf sich weiter köstlich amüsiert werden, getreu dem „Atömchen”-Motto „Vür sönd va Oche, en Oche dat ist schönn!”

Regie über das ausgelassene Spektakel führte Gerda Dohmen, als Souffleuse war Irene Poque. Für den Bühnenbau zeichneten Heinz und Markus Havers verantwortlich.

Weitere Aufführungen in Stolberg und Roda

Zibbel und Veries sind nochmal zu erleben am Samstag, 26. März, 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 27. März, 16 Uhr, in Stolberg im Kulturzentrum Frankental; dazu am Samstag, 2. April, 19.30 Uhr, in Herzogenrath in der Europaschule.

Vorverkauf u.a. in „Haus Steinbusch”, Heidestraße 38, Bardenberg, bei Schreibwaren Pfennings, Dorfstraße 2a und Kaiserstraße 25, in Würselen sowie bei Werbetechnik Topa, Südstraße 31a, Kohlscheid, im Herzogenrather Kulturamt, Rathausplatz 1, und in den Buchhandlungen Katterbach in Kohlscheid, Herzogenrath und Merkstein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert