Würselen - Vereine vermissen geeignete Veranstaltungsstätten

Vereine vermissen geeignete Veranstaltungsstätten

Von: Georg Pinzek
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Party an der Klosterstraße: Die Aula des Gymnasiums ist die einzige städtische Veranstaltungsstätte in der Größenordnung. Foto: W. Sevenich

Würselen. Wenn im Dorf die letzte Kneipe dichtmacht, stehen die Vereine vor einem Problem: Denn nicht nur der Treffpunkt, sondern auch der Saal samt Bühne werden vermisst. Im Rahmen unserer Leser-Meinungsaktion hatte die Initiative „Unser Dorf hat Zukunft“ in Linden-Neusen dies erst kürzlich thematisiert und den Modellcharakter des Oidtweiler Bürgerhauses auch für Würselen erkannt.

Aber nicht nur in den Stadtteilen, sondern auch in der Kernstadt gibt es offenkundig Handlungsbedarf. So meldet sich der Präsident der KG Au Ülle, Achim Mallmann, nach dem Aufruf unserer Zeitung zu Wort: „Im Bereich der Innenstadt gibt es nur noch die Aula des Gymnasiums als größeren Veranstaltungsraum. Obendrein werden die Vereine mit vielen Vorschriften konfrontiert, die teils kaum nachvollziehbar und umsetzbar sind.“ Aber auch bei der Suche nach einem Versammlungsraum für 30 bis 40 Personen komme man in Würselen schnell an seine Grenzen, da viele Lokalitäten mit solchen Räumen mittlerweile geschlossen hätten, moniert Mallmann. Und überdies: „Ein geeigneter Veranstaltungsraum für eine Besucherzahl um die 150 bis 200 Personen fehlt in der Stadt mittlerweile völlig.“

Dabei steht der Au-Ülle-Präsident nicht allein mit seiner Reklamation. „Auch die Jungenspiele sehen hier großen Bedarf“, erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele (AWJ), Hans Maaßen, auf Anfrage unserer Zeitung. „Die elf Jungenspiele der Stadt veranstalten ihre Maibälle in Turnhallen oder in der Aula des Gymnasiums, wo es immer mehr Probleme und Auflagen gibt. Die Kirmesveranstaltungen finden ja in Festzelten statt, wo sie auch hingehören“, so Maaßen. „Die Pfarrsäle bieten auch keine Lösung aufgrund der Probleme durch Lärmbelästigung. Das wird so manche Vereine noch vor große Probleme stellen.“

Es fehlen auch Probenräume

Das sieht auch der Vorsitzende des 1. Würselener Karnevalsvereins (WKV), Rudi Mainz, so: „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, geeignete Veranstaltungsräume zu finden.“ Auch in der heimischen Gastronomie sieht er kaum Kapazitäten für Veranstaltungen einer Größenordnung ab 100 Personen. Die Veranstaltungen des WKV mit Bühnenprogramm und Besucherkapazitäten von 150 bis 400 Personen seien ausschließlich in der Aula an der Klosterstraße zu realisieren. Die vielen zusätzlichen Auflagen, die jährlich dazukämen, (Duisburg, Rauchverbot usw.) erschwerten die Umsetzung. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bemühten sich aber, den Vereinen entgegenzukommen. Probleme sieht der WKV-Vorsitzende auch darin begründet, dass die städtische Veranstaltungsstätte gleichzeitig ja auch Schulgelände sei. Auch für Rudi Mainz steht fest: „Es fehlt eine zentrale Stadthalle.“ Er bedauert, dass seit Jahren das ehemalige Automuseum im Stadtgarten leerstehe und bei der Umnutzung keine Bewegung erkennbar sei. Mainz regt an, bei der Planung der Singer-Höfe die Lücke zu schließen.

Quasi ins „gleiche Horn“ stößt Jürgen Stockem, Vorsitzender des MGV Liederkranz: „Auch wir sehen dringenden Bedarf für Veranstaltungsräume in den angesprochenen Größenordnungen. Als überregional nachgefragter mehrfacher Meisterchor fehlen uns zudem ausreichend große Probenräume. Mehrfach schon mussten wir Anfragen zur Ausrichtung von Versammlungen auf Verbandsebene in Würselen mangels vorhandenen Räumlichkeiten absagen. Idealerweise sollte eine gastronomische Anbindung gegeben sein.“

Auch der Vorsitzendes des Würselener Kulturforums (KuFo), Günter Kölling, weiß: „Es gibt immer weniger Gaststätten, die über einen Saal verfügen und wenn, dann erwartet der Wirt auch einen gewissen Umsatz. Für das Kulturforum ist das Alte Rathaus natürlich eine gute Adresse. Der Saal hat eine große Bühne und ist geeignet für 40 bis 199 Besucher. Es ist ein großes Foyer vorhanden und ein Ausschank möglich. Auch der Saal Houben hat immer noch seinen Charme. Das KuFo nutzt neben der Zitadelle im Rathaus auch die Klosterstube im Seniorenheim St. Antonius in Ideallage. Auch der Seniorenpark Carpe Diem stellt sein Restaurant für Veranstaltungen zur Verfügung.“

Für den für die Nutzung der städtischen Immobilien zuständigen Beigeordneten Werner Birmanns ist das Problem nicht neu: „Unser Angebot hat Schwachstellen. Bei unserer Finanzlage ist da aber eine schnelle Lösung sicher nicht in Sicht. In Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung werden Überlegungen angestellt, wie wir dieser Raumnachfrage der Vereine gerecht werden können.“

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