Verein „Gemeinsam leben, gemeinsam lernen“ stellt Signale klar auf Inklusion

Von: jk
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Freuen sich über den Treffpunkt: Im Bahnhof sind Besucher und ehrenamtliche Betreuer herzlich willkommen. Foto: Jule Klieser

Würselen. Beim Jugendtreff im „Alten Bahnhof“ toben, spielen und werkeln junge Leute mit und ohne Handicap gemeinsam. Jeden Mittwochnachmittag trudeln bis zu 20 junge Besucher und Besucherinnen im Treff ein. Bei schönem Wetter vergnügen sie sich auch auf dem nahe gelegenen Bolzplatz.

Manchmal wird auch gemalt, Billard und Kicker gespielt, Musik gehört oder einfach nur geklönt. Einige leben mit Körperbehinderung oder mit geistiger Behinderung, andere haben keine Beeinträchtigung. Alle haben Spaß im Treff. Die familiäre Atmosphäre fällt auf.

Der Verein „Gemeinsam leben, gemeinsam lernen“ organisiert in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Kokobe den inklusiven Jugend- und Familientreff „Alter Bahnhof“. Fünf Vereinsmitglieder betreuen im Wechsel die jungen Leute, ehrenamtlich und aus Begeisterung. Vor sieben Jahren stand der städtische Jugendtreff im alten Bahnhof vor dem Aus. Mit dem Jugendamt überlegte der Verein, wie der Treff weiter genutzt werden könnte. „Gemeinsam leben, gemeinsam lernen“ setzt sich für Inklusion ein in Kita, Schule, Freizeit, Arbeit und Wohnen. Oft hätten Menschen mit Behinderung nur wenige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, stellt der Vorsitzende Andreas Plonka fest.

Vier Räume mit Aufenthaltsqualität und eine Küche laden junge Leute ab 14 Jahren zum Verweilen ein. Im Kunstraum gibt es bei nassem Wetter oder im Winter Mal-und Bastelworkshops. Dafür gibt es einen gut ausgestatteten kleinen Kunstraum. Manchmal kochen und essen die Betreuer gemeinsam mit ihren Schützlingen.

Einige der behinderten Besucher werden von ihren Eltern gebracht, andere kommen von der Herzogenrather Roda-Schule. Familie Plonka fühlt sich dem Treff schon seit seiner Zeit als städtische Einrichtung verbunden. Einer ihrer Söhne kam schon damals gerne hin. Sein Bruder Kevin ist 27 Jahre alt und schwerst behindert. Im Klavierzimmer steht ein gemütliches Bett für ihn, wo er Mittwochnachmittags gerne bleibt. „Wenn er nicht gerade schläft, freut er sich über die Geräusche, die hier stattfinden“, berichtet Plonka. Er, seine Frau und weitere Vereinsmitglieder, die die Arbeit im Treff stemmen, wünschen sich Unterstützung von jungen Menschen. „Junge Leute, die sozial engagiert sind, könnten die Betreuung mit unternehmen“, schlägt Plonka vor. Diese Tätigkeit käme auch für ein freiwilliges soziales Jahr in Frage, denn der Verein ist anerkannter Träger der Sozialhilfe.

Der Treff ist eine offene Einrichtung der Städteregion, und jeder der Interesse hat, kann vorbeischauen im Alten Bahnhof, Bahnhofstraße 165. Der Kindertreff ist montags, mittwochs und freitags von 15.30 bis 18.30 Uhr; der Jugendtreff ist montags: 17.45 bis 20 Uhr, dienstags von 14 bis 18 Uhr, mitwochs von 17.45 bis 20 Uhr, donnerstags von 14 bis 20 Uhr und freitags von 17.45 bis 20 Uhr geöffnet.

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