Verein Bergbaumuseum Grube Anna erinnert an das Grubenunglück

Von: fs
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Im Gedenken an die tödlich verunglückten Bergleute: Auf dem Nordfriedhof in Alsdorf werden Kränze niedergelegt. Foto: W. Sevenich

Alsdorf. Der Verein Bergbaumuseum Grube Anna hatte zur Kranzniederlegung zum Gedenken an die tödlich verunglückten Bergleute im Jahre 1930 aufgerufen. Der neue Vorsitzende des Vereins, Dr. Georg Kehren, hieß rund 200 Gäste willkommen, darunter den Ersten Beigeordneten Ralf Kahlen.

Dieser erinnerte an den 21. Oktober 1930, den wohl schwärzesten Tag in der langen Alsdorfer Bergbaugeschichte. Es war genau 7.29 Uhr, als sich das Grubenunglück ereignete. Die Ursachen des Unglücks, das sich als die schwerste Bergwerkskatastrophe erweisen sollte, die den westdeutschen Bergbau bis dahin getroffen hatte, sind bis heute nicht geklärt. Kahlen: „Ich als gebürtiger Alsdorfer erinnere mich noch gut an die Erzählungen von damals, an die Schilderungen der Alten, die dabei waren. Die gewaltige Explosion, die Feuersäule aus dem Eduardschacht, der Einsturz des Fördergerüstes, die Zerstörung der Schachthalle und umliegender Gebäude.”

271 Bergleute starben und 304 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Jahr für Jahr trägt der Verein Bergbaumuseum Grube Anna Sorge dafür, dass die Erinnerung an die Katastrophe, an die schwere Zeit, an das Leid vieler Familien aus Alsdorf nicht verblasst. „Wir erinnern uns an die Menschen, die auf so schreckliche Weise den Tod fanden. Wir erinnern uns aber auch an die Bergbauvergangenheit unserer Stadt, die Alsdorf prägte. Daran, dass der Wohlstand unserer Region auf dem Einsatz der Bergleute gründet. Die Bergbaugeschichte ist ein unverrückbarer, ein gewaltiger Teil unserer Stadtgeschichte. Das wird auch immer so bleiben.” Das Gedenken wurde musikalisch begleitet durch den Knappenchor St. Barbara unter der Leitung von Franz-Josef Palm. Für den Verein Bergbaumuseum Anna legten dann die Vorstandsmitglieder Dr. Georg Kehren, Karl-Peter Schröder, Hans Georg Schardt und Jochen Stimming einen Kranz nieder.

Im Anschluss daran fand im Fördermaschinenhaus der Grube Anna 2 die Vorführung von bislang unbekanntem Filmmaterial zum Grubenunglück aus dem Jahr 1930 statt. Die erste Dokumentation entstand im Jahr 2005, hierzu wurde Archivmaterial, historische Fotografien und eine kurze Sequenz einer bislang unbekannten Wochenschau, die der Verein von einem privaten Sammler erwerben konnte, genutzt. Im vergangenen Jahr konnte ein weiterer Film erworben werden, diesmal von einem Filmsammler aus den Niederlanden, der den zwölfminütigen Film dem Verein schenkte. Unter Mithilfe des Bundesarchivs in Berlin-Hoppegarten konnte der Film digitalisiert werden. Es handelt sich dabei um eine niederländische Polygoon/Haarlem Wochenschau. Erst wenn alle Verwertungsrechte geklärt sind, wird es Kopien dieses einzigartigen Filmdokuments geben.
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