Verdienstmedaille für einen Positiv-Verrückten

Von: Stefan Schaum
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Glückwunsch: Städteregionsrat Helmut Etschenberg (l.) gratuliert Hans-Josef Bülles zur Verdienstmedaille. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen/Aachen. Dass Hans-Josef Bülles seit bald 40 Jahren ein unermüdlicher Aktivposten in Würselener Vereinen und in der Lokalpolitik ist, ist die eine Sache. Dass er immer wieder andere Menschen für das Ehrenamt begeistern kann, ist die andere und vielleicht noch wichtigere. Beides wurde jetzt gewürdigt: Bei einer Feierstunde im Aachener Städteregionshaus hat Städteregionsrat Helmut Etschenberg ihm die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

In seiner Laudatio musste Etschenberg eine lange Liste abarbeiten. Schließlich hat Hans-Josef Bülles ziemlich früh Geschmack am Vereinsleben gefunden. Mit drei Jahren, um genau zu sein, denn damals wurde er bereits zum Mitglied im Deutschen-Turner-Bund. Sportlich blieb er stets aktiv, unter anderem beim TV Weiden, später als Vorsitzender der Turnjugend im Rheinland (1991 bis 2001 und von 2003 bis 2005).

Ein großes Herz für den Karneval hat der Mann mit dem gewinnenden Lächeln ebenfalls. Seit 1975 ist der Weidener Mitglied der Hölze Päed, 1999 wurde er zum Präsidenten des Vereins. Auch im Komitee Würselener Karneval und als Senator und heutiger Vizepräsident des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) war sein Credo stets dieses: Spaß am Engagement haben und anderen Menschen Spaß machen. Dafür gab es neben unzähligen Orden auch den „Narr von Europa in Gold“ und das Grenzlandwappen des VKAG.

Dass er von seiner Heimatstadt ebenfalls dekoriert worden ist, versteht sich: Unter anderem gab es dreimal in Folge den Ehrenbecher. So gehört es sich für einen zweifachen Weltrekordler. Diese Titel hat er sich mit seinen Fahnenschwenkern Würselen-Bissen gesichert. Einmal, als er mit ihnen exakt 50 Stunden und eine Minute lang die Fahnen schwenkte, ein anderes Mal gemeinsam mit 626 Gleichgesinnten – und zwar auf dem Jungfraujoch im Berner Oberland, bei dem höchsten Fahnenschwenkertreffen aller Zeiten. Ein bisschen schräg ist das schon, doch das gehört bei „Hajo“ einfach dazu. So hatte Etschenberg ein ungewöhnliches Lob auf Lager: „Sie sind der Prototyp des positiv-verrückten Ehrenamtlers“.

Gestandener Christdemokrat

Christdemokrat ist Bülles seit 1976 und seit 1994 im Stadtrat vertreten. Dass er seinen Wahlkreis stets direkt gewinnen konnte, spricht durchaus für die Überzeugungskraft des Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes und Vizevorsitzenden der Mittelstandsvereinigung Würselen. Und an all dem ist sein Vater Schuld. „Der hat mir schon als Kind gesagt: ‚Junge, wenn du etwas ändern willst, dann musst du dich selbst engagieren‘.“ Das hat er getan – und ist dabei selbst zu einem Vorbild für die junge Generation geworden. „Es ist mir zum Glück immer wieder gelungen, die Jugend für das Engagement zu gewinnen“, sagt der 54-Jährige. Und das, obwohl die junge Generation heute oft im Verdacht steht, gänzlich unmotiviert zu sein? „Das ist bloß ein Vorurteil. Man kann sie motivieren. Wenn man jungen Menschen Verantwortung überträgt, dann kann man sie auch begeistern!“ Mancher ist begeistert von Bülles‘ Markenzeichen: einem gezwirbelten Schnurrbart. Der sieht so ähnlich aus wie der, den der Künstler Dalí einst trug. Das kommt nicht von ungefähr, denn den schätzt Bülles sehr. Und als ein wenig schräg galt der Maler ja auch.

Viel Lob gab es für den Umtriebigen bei der Feierstunde. Das wurde ihm beinahe unheimlich, wie er in seinen Dankensworten einräumte. „Wenn ich hier und heute höre, was ich in 38 Jahre so alles gemacht habe, wird mir glatt Angst und Bange.“

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