Verbraucherzentrale: Kostenfallen im Internet sind ein großes Thema

Von: nt
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Rückwirkende Gesetzesänderungen widersprechen dem Prinzip der Rechtssicherheit. Dennoch beschneidet das neue Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie das Recht der Verbraucher im Nachhinein.

Alsdorf. Die Beratungsstelle Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW hat ihren Jahresbericht für 2015 veröffentlicht. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 15.415 Anfragen von Ratsuchenden in den Bereichen allgemeine Verbraucherberatung, Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung und Energieberatung. Wie kann ich Probleme mit meinem Internetanbieter lösen? Wer hilft mir bei zweifelhaften Energiekostenabrechnungen? Und: Muss ich Werbeanrufe am Telefon hinnehmen? Diese und weitere Fragen beschäftigten die Beratungsstelle.

Auffallend viele Anfragen gab es zu dem Thema „Kostenfallen bei Dienstleistungen im Internet“. Zu Problemen führten hier zum Beispiel Freemail-Dienste: Augenscheinlich kostenlose Dienstleistungen oder 1-Euro-Produkte wandelten sich nach einigen Wochen automatisch in kostenpflichtige Verträge, erklärt Hasan Alagün, Verbraucherberater und Berater des Demenz-Servicezentrums. Auch die sogenannte Null-Prozent-Finanzierung, Sofortkredite und niedrige Ratenzahlungen trieben, insbesondere vor dem Weihnachtsfest, viele Verbraucher zu der Verbraucherzentrale. Oft würden zusätzliche Verträge oder Kreditkartenentgelte hinter den verlockenden Angeboten stecken, erklärte die Beratungsstellenleiterin Claudia Schmitz.

Die Mitarbeiter unterstützten hier die Ratsuchenden, ihre finanziellen Belastungsgrenzen einschätzen zu lernen und gaben Hinweise, wie man das Kleingedruckte auf Fallstricke überprüfen könne. Auch die Unterstützung von Flüchtlingen wurde als Aufgabe gesehen. Es sei aufgefallen, dass viele von ihnen Probleme bei der Auswahl nötiger Verträge hätten, zum Beispiel bei Strom und Gas. „Hier bieten wir ihnen Wege, um im deutschen Wirtschafts- und Rechtssystem zurechtzukommen“, betont Claudia Schmitz.

Im Bereich der Energieberatung startete die Beratungsstelle eine große Kampagne. Unter dem Motto „Besser heizen – Kosten regeln“ wurden Verbraucher durch Beratung vor Ort erfolgreich dabei unterstützt, ihre Energiekosten zu senken.

Für das Jahr 2016 prognostizierte Verbraucherberater Dr. Timo Sachsen, dass gefälschte Mahnbescheide erneut eine große Rolle spielen werden. Zurzeit gingen viele Beschwerden von Verbrauchern ein, die ein Schreiben einer Inkasso AG erhalten hätten, mit der Aufforderung 120 Euro zu überweisen. Hier rät die Verbraucherzentrale, keinesfalls den Betrag zu überweisen und sich umgehend mit ihnen in Kontakt zu setzen.

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