Verbraucherzentrale Alsdorf zieht Bilanz: Über 15.000 Anfragen

Von: Nina Krüsmann
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Claudia Schmitz, Leiterin der Beratungsstelle Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW, bei der Präsentation des Jahresberichts 2016. Foto: Nina Krüsmann

Alsdorf. Als Verbraucher sollte man Ärger nicht herunterschlucken und mit sich selbst ausmachen. Wenn einem etwas spanisch vorkommt oder unberechtigte finanzielle Forderungen drohen, dann ist die Verbraucherzentrale der richtige Ansprechpartner.

„Rat und Recht sind gefragt. Online shoppen, via Smartphone bezahlen oder per Mausklick einen Kredit aufnehmen – die Verbraucherprobleme im digitalen Konsumalltag bestimmen unsere Arbeit“, erklärte Claudia Schmitz, Leiterin der Beratungsstelle Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW bei der Präsentation des Jahresberichts 2016.

15.337 Anfragen von Ratsuchenden verzeichnete sie, davon 7616 zur allgemeinen Verbraucherberatung, 7066 für eine Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung und 655 für eine Energieberatung. Die häufigsten Probleme drehen sich um das Thema Finanzen mit 54 Prozent.

„Ein großes Problem sind unberechtigte Inkassoforderungen oder gar -drohungen“, betonte Schmitz und stellte klar: Inkassokosten dürfen nur verlangt werden, wenn zwei Voraussetzungen vorliegen: berechtigte Hauptforderung und Verzug. Zum Beispiel ein nicht bezahlter Kaufpreis. Abzocke ist es dann, wenn ein angeblicher Vertragspartner fälschlicherweise behauptet, eine Forderung zu haben. So wird versucht, unklare und unberechtigte Forderungen – etwa aus untergeschobenen Verträgen am Telefon oder Abo-Fallen – durch Inkasso gegenüber dem vermeintlichen Schuldner massiv durchzusetzen.

„Der digitale Wandel hält viele Herausforderungen bereit“, so Schmitz. Augen auf heiße es auch beim Online-Shopping. „Fake-Shops im Internet bieten vermeintlich verlockende Marken-Schnäppchen“, sagte die Leiterin der Beratungsstelle.

Über solche Fallstricke im Verbraucheralltag stolpern auch die zugezogenen Mitbürger. Geflüchtete Menschen beim Start in den Alltag zu unterstützen, ist seit Ende 2015 eine neue Herausforderung für die Verbraucherzentrale. „Hier geht es vor allem um Fragen rund um Finanzen und Verträge, zum Beispiel undurchsichtige Telekommunikationsangebote, eine hohe Nachzahlung beim Strom oder unerklärliche Kontogebühren“, zählte Schmitz auf.

Die Beratungsstelle bietet gezielte Angebote für Jung und Alt. Um den Durchblick für junge Konsumenten zu schulen, gibt es kostenlose Kurse in den weiterführenden Schulen zum Umgang mit Geld. Dabei reicht das Spektrum von der Frage, was das Leben eigentlich kostet, bis hin zum Thema Vertragsabschluss. Erstmals präsentierte sich die Verbraucherzentrale auch auf der Ausbildungsmesse in der Stadthalle Alsdorf den Jugendlichen. Spickzettel mit wichtigen Hinweisen helfen Senioren – zum Beispiel beim Thema Taschendiebstahl, Notruf und Sperrdienste für den Fall der Fälle.

Und oft lässt sich mit kleinen Dingen leicht Geld sparen: Dabei hilft die Energieberatung, zum Beispiel auch mit einem Thermostat-Check für effizienteres Heizen oder einer Thermografie-Aktion gegen den Wärmeverlust im Eigenheim.

Aktuelle Themen für das zehnköpfige Team sind die Abschaffung der Roaming-Gebühren ab 15. Juni und die Frage, ob sich die Banken an die Vorgaben zur Kreditwürdigkeitsprüfung halten. Und weiterhin sind die Inkassodienstleister am Pranger – doppelten Gebühren soll die Rote Karte gezeigt werden.

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