Verbraucherzentrale Alsdorf: Telefonabzocker lassen nicht locker

Von: Stefan Schaum
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Große Scheine für die kleine
Große Scheine für die kleinen Apps: Die Verbraucherzentrale warnt vor hohen Folgekosten für so manches Handy-Programm. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Dreist, dubios und oftmals richtig übel: Mit einigen ausgefuchsten Gaunereien hat es die Alsdorfer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale auch im vergangenen Jahr zu tun bekommen. Abzocke am Telefon und Mahnschreiben wegen angeblich illegaler Downloads standen dabei erneut ganz oben auf der Beschwerdeliste überrumpelter Kunden.

„Mancher von denen wusste gar nicht, wie er überhaupt zu den Rechnungen kam, die plötzlich im Briefkasten lagen”, sagt Claudia Schmitz, Leiterin der Beratungsstelle. Da wurden Bestätigungen angeblich am Telefon bestellter Abos versandt - obwohl es nie ein solches Telefonat gegeben hatte.

Oder es wurden gleich mal größere Beträge vom Konto abgebucht - und der Geprellte musste sich fragen: Wie kommen die bloß an meine Daten?

Vom Datenhandel in großem Stil bis zur fiesen - aber rechtlich meist in einer Grauzone befindlichen und somit legalen - Trickserei im Internet reicht die Palette der modernen Abzocke. „So manches ist für Kunden viel unübersichtlicher geworden”, sagt Schmitz. „Ich weiß noch gut, wie oft ich vor 10, 15 Jahren Staubsaugertests rausgekramt habe. Solche einfachen Kaufberatungen sind heute bei uns richtig exotische Fälle geworden.”

Stattdessen mühen sich die Berater darum, Abzockmethoden auf die Schliche zu kommen und unrechtmäßige Rechnungen zu kippen. Oft mit Erfolg. „Durch unsere bundesweite Vernetzung werden viele Sachen öffentlich und dann auch zum Fall für die Politik.”

Etwa die Warteschleifen am Telefon, die zum 1. September für die ersten beiden Minuten kostenfrei werden sollen. Oder die Pflicht zur Preisansage beim Call-by-Call, die ab dem 1. August gelten soll. So wird es weitergehen, glaubt Schmitz. „Die Abzocker suchen neue Schlupflöcher und wir schauen, wie wir sie stopfen können.” Ein wenig Katz-und-Maus - leider auf dem Rücken der Verbraucher.

Jüngste Erwerbsquelle findiger Anbieter: Kleine „App”-Spiele fürs Handy kostenlos anzubieten - und dann groß zu kassieren, wenn ein Spieler das nächste Level nachladen möchte. Ebenfalls beliebt: Mobilfunkanbieter, die Kunden nur gegen Sonderzahlung aus Verträgen entlassen wollen. Hier wie eigentlich immer gilt dabei der Rat: „Nie gleich zahlen, sondern erst von uns genau prüfen lassen, ob die Forderung überhaupt berechtigt ist!”

Beratung bietet die Alsdorfer Stelle der Verbraucherzentrale NRW, Bahnhofstraße 36-38, für den gesamten Nordkreis an. Neben allgemeinen Dingen spielen auch die Energie-, die Pflege- und die Schuldenberatung eine große Rollen. 13.395 Kontakte gab es im vergangenen Jahr in der allgemeinen Beratung.

Erreichbar sind die Berater unter 02404/93901 sowie per Fax: 02404/20233.
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