„Vatter baut ab“: Autorenlesung mit Bernd Eichmann

Von: nina
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Hat viel Schönes und Versöhnliches mit dem Vater erlebt: Autor Bernd Eichmann. Foto: N. Krüsmann

Herzogenrath. Die Diagnose Demenz ändert alles im Leben: Wenn ein Mensch dementiell erkrankt, fordert sein Verhalten zunehmend die Umgebung heraus. Vieles von dem was er tut, erschließt sich nur, wenn man näher hinschaut. Ihm die Würde zu bewahren, erfordert viel Zeit und Zuwendung. Erfährt der Demenzkranke eine solche Unterstützung, blüht er häufig richtig auf.

Eben dies ist das Ziel der Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „Leben mit Demenz“ vom Landesverband der Alzheimergesellschaften NRW und der AOK Rheinland/Hamburg in Herzogenrath. Bei einem Vortragsabend zum Thema Demenz bei der AWO präsentierte Buchautor Bernd Eichmann sein Werk „Vatter baut ab“.

„Zwei Mal im Jahr veranstalten wir Schulungen für Angehörige, in den vergangenen vier Jahren am Standort Herzogenrath bislang 150“, erklärt Manfred Wüller von der AOK-Regionaldirektion in Stolberg und Beisitzer der Alzheimergesellschaft der Städteregion.

Zunächst sei die Situation für ihn wie für jeden anderen schwer gewesen, man fühle sich hilflos und überfordert. „Im Endeffekt aber möchte ich die schönen gemeinsamen Stunden nicht missen, die diese Zeit geprägt haben“, erzählt der Autor im Gespräch mit Nina Lauterbach-Dannenberg vom Landesverband der Alzheimer-Gesellschaften.

„Demenz ist ein Teil vom Leben. Tabuisiert wird dieser Umstand da, wo gesellschaftliche Ansprüche herrschen, dass immer alles funktionieren muss. Eine Demenzerkrankung aber ist ein Teil einer Biografie“, betont Eichmann. Kinder etwa, die ja noch nicht alles können, seien normal, aber ältere Menschen, die ihre Kompetenzen verlieren, würden von der Gesellschaft versteckt. „Dabei gehören die bundesweit rund 1,5 Millionen Demenzkranken doch zur Gemeinschaft“, betont Eichmann, der keine Angst hat, einmal selbst dement zu werden.

„Nur, dass der Falsche mich pflegen könnte...“, schmunzelt er. Er rät jedem Angehörigen, der die Chance hat, einen Demenzkranken zu pflegen, es zu tun. „Es gibt nichts Schöneres und Versöhnlicheres, als die Lebenswege von Kindern und Eltern nach einem langen Leben auf diese Weise wieder zusammenzuführen und den Kreis zu schließen.“ An der „Aktion Demenz“ beteiligen sich das städtische Koordinationsbüro „Rund ums Alter“, das AWO-Sozial- und Begegnungszentrum und das Unterstützungsnetzwerk Vergissmeinnicht in St. Josef.

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