Vater-Kind-Zelten: Von Tzatziki-Suppe bei den Indianern

Von: Markus Bienwald
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Wie aus so einem Riesen-Mikado später einmal ein Indianer-Tipi wird, das zeigte den Vätern die Gebrauchsanleitung.
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Natürlich wurde auch das Lagerfeuer auf dem Abenteuerspielplatz in Herzogenrath genutzt.

Herzogenrath. Männer unter sich: Das bietet natürlich immer genügend Stoff für die tollsten Geschichten. Finden übrigens auch Vater Stephan Schonrath mit den Söhnen Nils und Jan. Denn die drei waren eins der beinahe unschlagbaren Vater-Kind(er)-Teams, das am vergangenen Wochenende beim gemeinsamen Zelten auf dem Abenteuerspielplatz im Broichbachtal für unvergessliche Momente sorgte.

Als Teil des Sommerferien-Spielprogramms ist das immer eines der Angebote, die besonders schnell ausgebucht sind. Warum, das erklärte Vater Stephan, für den die Teilnahme eine Premiere war: „Ich habe von einem Bekannten gehört, dass das richtig Spaß macht, so haben wir uns angemeldet und es keine Sekunde lang bereut“, schließt er. Was so schön war, das erklärt der fünfjährige Sohnemann Jan: „Gestern das mit den Seilen war besonders schön“. Damit meint er die Kletterpartie am kleinen Kletterfelsen auf dem Spielplatzgelände. „Ich fand eigentlich alles gut“, wirft der mit acht Jahren größere Bruder Nils ein. Das trifft es eigentlich, denn einzig die regnerische, aber zum Glück nicht unwetterartige Wetterlage am Freitag machte den Campern ein wenig Kopfzerbrechen. „Bei dem Regen hatte ich schon ein wenig Sorge ums Zelt“, gibt Papa Stephan zu. Doch der 39-Jährige wischt weitere Bedenken, wo es am Wochenende Abstriche gegeben haben könnte, einfach weg wie die Tropfen vom professionell und natürlich mit Heringen aufgebauten Zelt.

„Wurfzelte sind was für Weicheier“, ist aus einer anderen Ecke des Campingterrains zu hören. „Ja, aber für Weicheier, die schlau genug sind, es nachher wieder richtig zusammenzufalten“, sagt ein anderer lachend und es klingen die Gläser.

Halt! Die Zaungäste auf diesem eher männlich geprägten Abenteuerspielplatz betrinken sich gerade nicht. Aber ein Bier oder ein Radler darf sein, wenn gebaut wird. „Schließlich seid Ihr ja auch da, um Euch zu verewigen“, hatte Christian Stankewitz den Vätern zuvor mit auf den Weg gegeben. Der Cheforganisator für Programm und Spiele wollte nicht nur das Beisammensein von Vätern und ihren Sprösslingen fördern. Es ging auch darum, den Handwerker im Manne zu wecken, was natürlich am besten mit einer spannenden Team-gegen-Team-Aufgabe geht.

„Indianer oder Kelten?“, fragte Christian daher kurz in die große Runde, und meinte damit den Zeltbau. Wer meint, dass da Intuition und Kraft reichten, der irrt. „Ohne Anleitung geht da nix“, war Christian sicher, und die Männer mit dem Indianer-Tipi stimmten zwar nicht zu, doch ihre Blicke in das mit den vielen Buchstaben und Zeichnungen bedruckte Papier sprachen Bände.

Wer am Ende besser mit dem Mikado aus Holzstäben umgehen konnte, um ein entsprechendes Zelt zu bauen, bot zum Ende des Tages mindestens genauso viel Diskussionsstoff am Lagerfeuer wie die Witze, die über die berühmte „Tzatziki-Suppe“ gemacht wurden. Das war natürlich keine Suppe, aber die Jungens von der Fördergemeinschaft Merksteiner Jugend (FMJ), die seit einem Vierteljahrhundert bestens für Verpflegung und Nachschub bei diesem entspannten Beisammensein von Kindern und ihren Vätern sorgen, lachten herzlich darüber.

Und Stephan, Nils und Jan? Die freuten sich einfach darüber, dass Papa und die Söhne einmal ganz ungezwungen ein Wochenende zusammen im Zelt verbringen konnten. Und sie werden sicherlich noch lange davon erzählen. Denn Männer unter sich, das sorgt ja immer für nette Geschichten.

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