Vanessa Heeß: Mit viel Einsatz im Wahlkampf unterwegs

Von: Verena Müller
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Geht gerne wandern – oder spazieren: Vanessa Heeß, Kandidatin der Linken, im Wurmtal zwischen Würselen und Kohlscheid. Foto: V. Müller

Würselen. Für die 25-jährige Vanessa Heeß ist vieles noch recht neu: Sie ist erst seit September 2015 Parteimitglied der Linken, hat also noch keinen Wahlkampf aus nächster Nähe erlebt, und erst seit drei Monaten ist klar, dass sie kandidieren wird. Der Grund: Agi Schwedt tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht an, bleibt aber nebenbei bemerkt Kreisvorsitzende. „Es ist trotzdem eine ernsthafte Kandidatur, keine Pflicht“, betont Vanessa Heeß.

Im kommenden Jahr will die Studentin ihre Masterarbeit an der RWTH Aachen in Politikwissenschaften anmelden, Thema: noch offen. Das ihrer Bachelorarbeit jedenfalls lautete „Neue populistische Parteien in Europa“, ein Vergleich zwischen Deutschland (AfD) und Spanien (Podemos).

Dass Vanessa Heeß in die Politik reingewachsen ist, kann man nicht gerade behaupten, es war eher eine Art Sprung: Sie hatte vor drei Jahren ein Praktikum bei der Linken absolviert, „weil das die Partei ist, mit der ich mich inhaltlich identifizieren kann“, und war nach einer Vertretungsphase ins Wahlkreisbüro in Aachen gerutscht. Dort verbringt sie im Moment viel Zeit. Wenn sie frei hat, geht sie gerne wandern. „Na, ehrlich gesagt eher spazieren“, gesteht sie und lacht. Deshalb hat sie als Treffpunkt den Teuterhof in Würselen ausgewählt, der mitten im Wurmtal liegt. Mit dem Reiterhof schräg gegenüber habe die Wahl nichts zu tun, sagt sie. Und lacht.

Wenn man Vanessa Heeß aus dem Wahlprogramm der Linken die Themen aussuchen lässt, die ihr besonders am Herzen liegen, nennt sie als erstes das Verhindern von Privatisierung – vor allem von Autobahnen – auch wenn das eigentlich auf Bundesebene spielt. Als zweites bessere Arbeitsbedingungen im Pflege- und Gesundheitssektor. Hier spielt ihre Anschauung aus dem persönlichen Umfeld eine Rolle. Die Schwester und Freundinnen arbeiten in diesem Bereich.

„Man könnte in NRW einen Mindestlohn wie in Hamburg oder Bremen einführen“, findet Vanessa Heeß. Und auch zum Energiewandel hat die 25-Jährige einen Bezug, einen räumlichen. „Letztens haben wir noch eine Führung durch den Hambacher Forst organisiert“, erzählt sie. „Ich finde es einfach unverschämt, dass Konzerne wie RWE erst die Umwelt ausbeuten und zerstören, und für die Folgeschäden kann womöglich dann die Allgemeinheit aufkommen.“

Genauso ungeheuerlich findet sie, dass Brennelemente durch NRW nach Tihange transportiert werden und Rot-Grün gleichzeitig im Chor gegen den Betrieb des Reaktors skandiert. „Das ist unglaubwürdig.“ Im Punkt Innere Sicherheit glaubt Heeß nicht, dass man in erster Linie mehr Polizisten benötigt. Sondern: „Eine bessere Ausbildung der Polizisten und die stärkere Vermittlung von sozialen Kompetenzen.“

Das alles würde sie ändern, wenn sie es in den Landtag schaffen würde, sagt sie – und lacht wieder, wie sie es offensichtlich gerne und häufig macht. Auch wenn sie nicht über die Liste abgesichert ist, will sie sich im nächsten Monat „reinhängen und die Themen, die mir wichtig sind, in die Öffentlichkeit bringen“, erklärt sie mit Nachdruck. Gute Chancen oder nicht: Sie meine es ernst. Und an der Stelle lacht sie nicht, sie lächelt nur.

Lebenslauf

Vanessa Heeß (25) ist in Aachen geboren und in Belgien aufgewachsen. Sie hat beide Pässe. Nach einem Jahr Studium in Trier wechselte sie an die RWTH nach Aachen, wo sie das Studium der Soziologie und Politikwissenschaften aufnahm. Seit 2015 ist sie Parteimitglied der Linken und derzeit Beisitzerin im Kreisvorstand sowie Mitglied des geschäftsführenden Vorstands. Für den Landtag kandidiert sie zum ersten Mal, über die Liste abgesichert ist sie nicht. Vanessa Heeß lebt mit ihrem Lebenspartner in Aachen-Burtscheid.

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