Alsdorf - VabW-Grundstück: Ofdener Bürger protestieren

VabW-Grundstück: Ofdener Bürger protestieren

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
5806544.jpg
Bis hierhin und nicht weiter? Die Ofdener sind nicht begeistert von weiterer Bebauung in ihrer Siedlung. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Voll war es bei der jüngsten Sitzung für Stadtentwicklung im großen Ratssaal. Ofdener Bürger waren in großer Zahl von ihrem „Hungerberg“ heruntergekommen, um ihrem Protest über die Bebauungspläne auf dem bisherigen VabW-Gelände an der Al-fred-Brehm-Straße Ausdruck zu verleihen. Und sie konnten nach heftigem Schlagabtausch mit dem Ausschussvorsitzenden Heinrich Plum zumindest einen Teilerfolg erzielen.

Wird „grüne Lunge“ geopfert?

Mit Forken, Fackeln und Mistgabeln werden Neubürger in Ofden wohl nicht gerade begrüßt, aber offene Arme dürfen sie auch nicht erwarten. Denn: Grundsätzlich stellen die Bürger das ganze Vorhaben einer Bebauung des Geländes nach Abzug des VabW mit frei stehenden Einfamilien- und Doppelhäusern in Frage, fürchten um den Verlust von Lebensqualität in ihrer Ortschaft. Sie haben außerdem Angst vor der Einbuße der „grünen Lunge“ Ofdens (dem sogenannten Ofdener Feld) und einem vermehrten Verkehrsaufkommen durch neue Anlieger.

„Warum hat es keine Bürgerbeteiligung gegeben?“, eröffnete der Ofdener Johannes Kiel in der Fragestunde den Reigen und bemängelte damit das beschleunigte Bebauungsplanverfahren durch Paragraf 13a BauGB, das im vergangenen Jahr mit nur einer Gegenstimme (von den Grünen) beschlossen worden war und eine unmittelbare Bürgerbeteiligung nicht zwingend vorsieht.

Das Mikro im Zuschauerbereich war dauerbesetzt, Heinrich Plum war bemüht, die Wogen zu glätten, was ihm nicht immer gelang. Häufig wurden Unmutsbekundungen und sogar Schmährufe aus dem Auditorium laut.

„Wie wird mit dem deutlich steigenden Verkehrsaufkommen durch Neubürger umgegangen?“, fragte Carmen Jung. Und: „Wer hat denn überhaupt festgelegt, dass es Bedarf an Bebauungsfläche in Ofden gibt? An jeder Ecke steht doch ein leeres Haus. Die Leute sollen gefälligst diese Häuser kaufen“, forderte Miriam Arens. Und Christian Lischka mahnte an, dass die in den Bäumen auf dem geplanten Baugelände lebenden Fledermäuse sehr wohl auf der roten Liste der bedrohten Tierarten stehen würden, anders als dies in der „Vorprüfung der Artenschutzbelange“ zu lesen sei. „Es gibt nämlich Fledermäuse.“

Stabsstellenleiter Recht Hans-Peter Hermanns klärte die Besucher auf, dass ein beschleunigtes Bebauungsplanverfahren aufgrund der Flächengröße (bis 20.000 Quadratmeter) und der bereits bestehenden Bebauung rechtens sei, ein Umweltverträglichkeitsgutachten ohne Verpflichtung erstellt wurde.

Nach den Argumenten, Befürchtungen und sehr kritischen Einschätzungen der Ofdener über die Pläne „ihres“ VabW-Geländes beantragten die Grünen mit Horst-Dieter Heidenreich und Hartmut Malecha die sofortige Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zum beschleunigten Verfahren und forderten im Sinne der Bürger ein ordentliches Bauplanverfahren mit einem entsprechend qualifizierten Umweltverträglichkeitsgutachten.

Die CDU folgte den Grünen: „Weil das Projekt offenbar wenig Akzeptanz im Wohnumfeld erhält, können wir dieser Form des Bebauungsplans nicht zustimmen“, sagte Franz Brandt.

Letztlich einigte man sich auf einen „Kompromiss“, den Teilerfolg für die Ofdener. Mit Mehrheit der Stimmen von SPD, FDP und ABU wurde der Beschlussvorschlag derart ergänzt, dass es noch einmal eine vollständige öffentliche Auslegung des Bebauungsplans geben soll, bei der alle Bedenken, Widersprüche und Einlassungen auf den Prüfstand kommen.

Zudem sagte Hans-Peter Hermanns zu, das Verträglichkeitsgutachten mit den protokollierten Mängeln dem beauftragten Diplom-Biologen Ulrich Haese zur Beantwortung zukommen zu lassen. In der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Ende September stehe dieser Rede und Antwort. Darüber hinaus werde in Betracht gezogen, neben dem Verkehrsgutachten der Verwaltung einen externen Verkehrsplaner hinzuzuziehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert