VabW feiert 25-Jähriges: Bildung bedeutet Sicherheit

Von: Daniel Gerhards
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Seit 25 Jahre Vorsitzender: Hans Vorpeil führt den VABW seit der Gründung und sieht auch für die Zukunft noch eine viele Aufgaben.

Alsdorf. Warum kam Martin Schulz eine halbe Stunde zu spät zu seiner Hochzeit? Dieser Frage nachzugehen erscheint müßig, da die Trauung des Chefs der Sozialisten im Europaparlament nun schon mehr als 20 Jahre zurückliegt.

Aber die Antwort passt: Der damalige Geschäftsführer des Vereins für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VABW), Klaus Spille, stand vor seiner Tür und lies nicht eher locker, bis Martin Schulz trotz wartender Braut Inge ein wichtiges Papier für den VABW unterschrieb.

Damit beschrieb Martin Schulz, selbst Gründungsmitglied des Vereins, den Geist der frühen Jahre des VABW, dessen 25-jähriges Bestehen die Mitglieder, die Angestellten und viele Freunde am Samstag in der Alsdorfer Stadthalle feierten.

Die Anekdote von der verzögerten Hochzeit war nur eine von vielen, die Gründungsmitglieder und Weggefährten zu erzählen wussten. Martin Schulz: „Die Atmosphäre in der Gründerzeit war voller Engagement und Enthusiasmus. Es musste etwas geschehen.”

Das drohende Problem dieser Zeit: Die mangelnden Ausbildungsplätze im Übergang zum Ende des Steinkohlenbergbaus.

„Schon bei der Wurmrevierkonferenz 1983 wurde uns klar, dass eine große Zahl von Ausbildungsplätzen wegbrechen wird”, erklärte Hans Vorpeil, seit der Gründung Vorsitzender des VABW. Damals wie heute war Bildung und Ausbildung der Schlüssel zum Arbeitsmarkt.

Martin Schulz: „Junge Leute brauchen Qualifizierung, um in den Job zu kommen. Und Weiterqualifizierung, um im Job zu bleiben.”

Die VABW-Gründer wurden von der Angst getrieben, dass die Region ihre junge Generation verliert. „Wer Ausbildungsplätze verliert, verliert junge Menschen”, sagte Martin Schulz.

Der Europaabgeordnete brachte den Antrieb der engagierten VABW-Mitglieder auf den Punkt: „Was uns bewegt, ist die Frage, welche Bildungschancen junge Menschen haben.” Dabei sei Klaus Spille immer Antreiber und Ideengeber gewesen.

Bei der Verbesserung der Bildungschancen der nachwachsenden Generation arbeitet der VABW eng mit den Kommunen und dem Kreis zusammen. Hans Vorpeil: „Wir verstehen und als Dienstleister im Interesse der Kommunen.”

Landrat Carl Meulenbergh betonte den großen Stellenwert der Arbeit des VABW: „Keine Berufsausbildung zu haben, ist das größte Problem für Jugendliche.” Denn: „Eine Abgeschlossene Ausbildung ist die Mindestvoraussetzung für den Berufseinstieg.” Der Landrat stellte angesichts der Anforderungen an die Berufseinsteiger heraus: „Was Jugendliche brauchen, ist Bildung, Bildung und noch einmal Bildung.”

Für Martin Schulz ist besonders bemerkenswert, dass der VABW „nicht in den Mühlsteinen der Politik zerrieben” wurde. Zu Beginn sahen einige den VABW als „Juso-Alternative zur dualen Berufsausbildung unter Spilles ideologischer Führung”, erinnerte sich Martin Schulz. „Heute ist der VABW überparteiisch anerkannt.” Denn die Aufgabe sei zu wichtig, als das sie ideologisch zerrieben werden könne.

Aktuell sind beim VABW rund 1000 Teilnehmer in 17 Maßnahmen zur Ausbildung, Weiterbildung, Qualifizierung und Beschäftigung. Dazu beschäftigt der VABW 72 Angestellte. „Das zeigt, dass wir gebraucht werden”, stellte Hans Vorpeil fest. Dabei stellen sich für den VABW immer neue Aufgaben. „Wir arbeiten eng mit der Bundesagentur für Arbeit und der âArgeÔ zusammen”, schilderte Dr. Hartmut Hinke, Geschäftsführer des VABW.

Das alleine reiche aber heute nicht mehr. „Dazu kommt die präventive Arbeit beim Übergang von der Schule in den Beruf, das Schaffen von Perspektiven für die Zeit nach unserer Arbeit und die Nutzung des städteregionalen Bildungsnetzwerkes. Außerdem wollen wir das Euregio-Kolleg weiter nach vorne bringen.” Ganz im Sinn des VABW-Ziels: „Stark machen für neue Chancen.”

Im Anschluss an den offiziellen Festakt und nach der Ehrung der Gründungsmitglieder sowie anderer verdienter Mitarbeiter gab es im Foyer der Stadthalle die Möglichkeit, weiter über Vergangenheit und Zukunft des VABW zu reden. Hans Vorpeil: „So oft kommen so viele nette Persönlichkeiten nicht zusammen. Das wollen wir nutzen.”
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